Mit Sari auf Safari – Buchrezension

Mit Sari auf Safari

Da ich insgesamt nun schon 10 Jahre in Chennai lebe, interessiert es mich immer zu erfahren, wie es anderen Ausländern und Ausländerinnen in meiner neuen Heimat ergeht. Empfinden sie vieles gleich oder ganz anders? Mit welchen Schwierigkeiten haben sie zu kämpfen? Wie nehmen sie dieses vielseitige, gegensätzliche, bunte Land wahr? Wie hat sie dieses Land verändert?

So bin ich auf das Buch von Tabitha Bühne „Mit Sari auf Safari“ gestoßen. Das Buch wurde im Fontis-Verlag herausgegeben. Auf Amazon hatte das Buch viele gute Rezensionen und so habe ich das E-Book gekauft.

Tabitha Bühne ist von der Liebe enttäuscht. Als sie jedoch Markus Spieker, der als Südostasien-Korrespondent in Delhi lebt, begegnet, ändert sich ihr Leben komplett. Nach nur kurzer Zeit des Kennenlernens, beschließen die beiden gläubigen Christen zu heiraten. So folgt die natur- und freiheitsliebende Tabitha ihrem Mann in die riesige Metropole. Das Alltagsleben, die Armut und die starke Luftverschmutzung machen ihr sehr zu schaffen. In einem einfachen, flotten Schreibstil erzählt sie in der Gegenwartsform von ihren spannenden Erlebnissen und Geschichten, die sie in zwei Jahren Indien erlebt hat.

Tabitha Bühne will, wie sie in ihrem Buch immer wieder betont, Indien besser kennenlernen. So besucht sie für eine Woche einen Ashram in Rishikesh und praktiziert Yoga, sie nimmt an einem Ayurvedakurs teil und sie kann ihren Mann immer wieder auf spannende Reisen in ganz Südostasien begleiten.

Doch mir persönlich erscheint Tabitha Bühne in ihrem Buch alles andere als weltoffen. In ihrem sehr eng geschnürten christlichen Korsett beurteilt und verurteilt sie vorschnell und bleibt in ihren Texten sehr oberflächlich und wertend. In anderen Religionen oder Wertvorstellungen sieht sie nichts Verbindendes oder Gutes. Sie empfindet nur Mitleid mit den armen Seelen und ist froh, auf dem richtigen Weg zu sein. Zitat: „Ich weiß nicht, was ich fühlen soll. Ich wünschte, sie würden Jesus kennen. Immerhin glauben sie noch an etwas Überirdisches und beten keine Fußballspieler oder Musiker an.“ Von ihrem liebenden Gott zu erzählen, ist ihr wichtig und jede Erfahrung, die sie in Indien macht, lässt sie ein wenig zu einer besseren Christin werden.

Für mich ist dieses Buch definitiv kein Reiseschmöker, sondern ein sehr religiöses Buch mit christlichen Inhalten, wie man es in einer christlichen Buchhandlung erwarten würde.

Ich musste mich Kapitel für Kapitel durchkämpfen und habe mich oft über die christliche Engstirnigkeit der Autorin geärgert.