Im weissen Saree – aus meinem Tagebuch vom 2. April 2007

 

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Die Mutter des Bräutigams macht auf jedem Bild ein Gesicht wie sieben Tage Regenwetter. Nur auf einem Gruppenfoto zieht es ihre Mundwinkel etwas nach oben. Die Hochzeit ihres Sohnes scheint sie nicht grade zu beglücken, dabei strahlt und lacht die schöne Braut in ihrem weissen Sari auf jedem Foto und der Bräutigam steht voller Stolz daneben. Ein schönes Paar, das sich da gefunden hat.

Mein Sohn Suriyan spielt am Boden mit den alten Spielsachen, die einst der Braut gehörten und ich sitze mit Shila, unserer Nachbarin von gegenüber, am Tisch und schaue mir das dicke Fotoalbum von der Hochzeit ihrer älteren Tochter an. Es ist eine Love Marriage, eine Liebesheirat. Ihre ältere Tochter hat erst kürzlich einen Brahmanen geheiratet und lebt nun in den USA. Wie üblich in Indien wurde bei der Hochzeitsfeier nicht gespart. Man sieht, dass beide Parteien nicht an Geldmangel leiden.

Mit mütterlichem Stolz zeigt mir Shila die zahlreichen Fotos. „That’s her friend from US, that’s his uncle from Mumbai, he’s a doctor, this is my sister and her family from Kerala, ….”

Es wurde eine christliche Hochzeit ausgerichtet, denn die Braut ist Christin. Für die traditionelle hinduistische Hochzeit, die den Bräutigam-Eltern natürlich lieber gewesen wäre, wurde kein passendes Datum mehr gefunden. Das Datum wird aufgrund der Horoskope des Brautpaares ausgerechnet, um für die Ehe den perfekten Start zu gewähren. Ich erfahre vieles, vielleicht grade, weil ich eine Ausländerin bin und schliesslich auch nicht traditionell geheiratet habe. Shilas Schwiegersohn ist ein Einzelkind und als Brahmane gehört er zur höchsten Hindukaste. Dass seinen Eltern eine arrangierte Ehe mit einer gläubigen Brahmanin lieber gewesen wäre, liegt auf der Hand. Aber die Macht der Liebe hat zugeschlagen! Wie ich von Shila erfahre, wollte das Paar eigentlich nur eine standesamtliche Hochzeit feiern, aber damit kamen sie scheinbar bei den Eltern nicht durch.

„Wenn dann ein Enkelkind unterwegs ist, wird sicher alles besser“, meine ich schliesslich zu Shila, die sich nicht hinter ihrem christlichen Glauben verschanzt und eine gewisse Offenheit und Toleranz zulässt. Doch sie schüttelt den Kopf. „Dann werden die Probleme erst richtig anfangen!“

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You know you are INDIAN because …

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Wohl jeder Nation werden gewisse Stereotypen und Eigenschaften zugeordnet. Manchmal entpuppen sich diese beim genauen Beobachten schnell als Vorurteile und manchmal erkennt man tatsächlich einen wahren Kern darin. In Witzen sorgen diese immer wieder für Lacher. So gelten Schweizer als pünktlich, Schotten als geizig, Italiener als temperamentvoll, Franzosen als modebewusst, …

Natürlich gibt es auch jede Menge solcher Stereotypen über InderInnen. Bei Chumbak, einem indischen Geschäft, habe ich eine ganz lustige Büchse erstanden, die ich für mein Kaffeepulver brauche.

„You know you are Indian because“ steht oben auf dem Deckel und im comic-style werden viele lustige Witze über InderInnen dargestellt. Bei vielen Abbildungen musste ich tatsächlich laut lachen, da ich dies genauso erlebe. So wird Neues erstmal in der Plastikverpackung gelassen und am Flughafen beobachte ich tatsächlich, dass neben den grössten Koffern und Schachteln InderInnen stehen ;-).

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In einem kleinen Artikel in der Tageszeitung “The Hindu“ bringt es ein indischer Journalist auf den Punkt. Humorvoll, witzig und mit einem Augenzwinkern beschreibt er seine Mitbürger. You are an Indian if …  lautet die Überschrift:

Du bist Inder, …

  • wenn dein Essen nach Knoblauch, Zwiebeln und Tomaten schmeckt.
  • wenn du am Flughafen neben den zwei grössten Koffern stehst.
  • wenn du eine oder zwei Stunden zu spät bei einer Party eintriffst und denkst dies sei normal.
  • wenn du Marken, die nicht abgestempelt wurden vom Brief ablöst.
  • wenn die Namen deiner Kinder sich reimen. (Sita – Gita, Ram – Shyan)
  • wenn du Hochzeitsgeschenke weiter verschenkst.
  • wenn deine Kinder Übernamen haben, die dem richtigen Namen in keiner Art und Weise ähnlich sind.
  • wenn du Neues in deinem Haus mit Plastik abdeckst, beispielsweise die Fernbedienung, das Videogerät, der Teppich oder das neue Sofa.

 

 

 

 

Blüten aus Auroville

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In der Nähe von Pondicherry liegt die universelle Stadt Auroville. Sie wurde 1968 von Mira Alfassa, der Gefährtin und Nachfolgerin des grossen Spirituellen Sri Aurobindo, gegründet. Die Mutter, wie Mira Alfassa von ihren Anhängern auch noch nach ihrem Tod liebevoll genannt wird, hat jahrelang über Blumen geforscht, meditiert und nachgedacht.

Blumen seien Gebete der Pflanzen an den grossen Schöpfer. Diese Aussage gefällt mir gut, denn ich liebe Blumen sehr.

Mira Alfassa ist 1973 gestorben, aber ihre Stadt, ihre Vision lebt weiter. Im Moment leben über 2200 Menschen aus 47 verschiedenen Nationen in Auroville. Sie haben ein gemeinsames Ziel: Sie wollen in Frieden, Freiheit und Harmonie zusammen leben. Mira Alfassa hat es so ausgedrückt: Irgendwo auf der Erde sollte es einen Ort geben, den keine Nation als ihr alleiniges Eigentum beanspruchen kann. Einen Ort, in dem Menschen mit gutem Willen und aufrichtigem Streben frei als Weltenbürger leben können und nur einer einzigen Autorität gehorchen, der höchsten Wahrheit.

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Das Herz, die Seele von Auroville ist das Matrimandir, eine goldene, futuristische Kugel. Es wurde nach den Inspirationen von Mira Alfassa gebaut und ist ein Ort der Stille, der Konzentration und Meditation. Die goldene Kugel von innen zu besichtigen, ist gar nicht so einfach. Die Aurovillianer, die täglich mit Hunderten von Touristen konfrontiert sind, haben strikte Besuchsregeln eingeführt. So muss man bereits am Vortag im Informationszentrum eine schriftliche Erlaubnis holen. Es lohnt sich jedoch die Geduld und Wartezeit auf sich zu nehmen. In der Kugel geht man, mit weissen Socken ausgestattet, auf weissem Teppich spiralförmig nach oben und gelangt in einen riesigen Meditationsraum mit 12 Marmorsäulen. Alles ist in Weiss gehalten und in der Mitte ist eine grosse Kristallkugel, die durch einen Lichtstrahl vom Dach erleuchtet wird. Wunderschön! Dieser Raum strahlt eine Ruhe und Stille aus, die ich bisher noch nie erlebt habe.

Um die goldene Kugel herum gebaut, hat es zwölf verschiedenfarbige Meditationsräume. Sie stehen für Qualitäten, die zur Manifestation der göttlichen Kraft notwendig sind: Aufrichtigkeit, Demut, Dankbarkeit, Ausdauer, Aspiration, Empfänglichkeit, Fortschritt, Mut, Güte, Grossmut, Gleichmut und Friede.

In keinem der Räume findet man religiöse Symbole. Mira Alfassa betonte immer wieder: Lasst es keine Religion werden. Der Fehler von Religionen ist der, dass sie getrennt sind.

Ich finde Auroville faszinierend und bewundere die Leistungen und das grosse Engagement der Einwohner. Mir gefällt die Idee, die Vision einer universellen Friedensstadt, trotzdem fühlt es sich für mich nicht ganz stimmig an.

Weitere Informationen über Pondicherry findest du hier:

https://meinlebeninindiendotblog.wordpress.com/2018/11/10/pondicherry-franzoesisches-flair-in-indien/

Rosenblatt – Werbung in eigener Sache

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Willst du jemanden mit einer handgeschriebenen Glückwunschkarte aus Indien überraschen? Gerne schreibe ich für dich die Karte und bringe sie zur Post. Die besondere Karte zum Geburtstag, zu Weihnachten oder einfach um jemanden zu erfreuen, wird sicherlich für einen Überraschungseffekt sorgen. Du kannst mir den Text mailen oder es mir überlassen die richtigen Worte zu finden. Die passende Glückwunschkarte kannst du auf meiner Webseite www.rosenblatt-india.com auswählen.

Die Karten werden alle unter fairen Bedingungen bei mir zu Hause sorgfältig genäht und beim Drucken der Karten habe ich darauf geachtet ökologische, hochwertige Papiere zu verwenden. Alle Papiere sind FSC (Forest Stewardship Counsil) zertifiziert.

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Preise:

1 mal Glückwunschkarte schreiben                                     CHF 5.-

Abo für 10 mal Glückwunschkarte schreiben                    CHF 48.-

Natürlich bin ich immer offen für deine eigenen Ideen und Wünsche. Der Postversand dauert rund 10-14 Tage und sollte in die Planung miteinbezogen werden. Für weitere Auskünfte bin ich unter folgender Mailadresse zu erreichen: rosenblatt_india@yahoo.com

Mit lieben Grüssen aus Chennai

Irène

Tiruvannamalai – wenn Götter sich streiten

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Die Stadt Tiruvannamalai liegt am Fusse des heiligen Berges Arunachala und ist ein berühmter Pilgerort in Tamil Nadu. Unterwegs sieht man viele orange gekleidete Pilger und Sadhus. Die Pilger besuchen nicht nur den berühmten Arunachaleshvara-Tempel, sondern sie besteigen und umkreisen auch den sagenumwobenen Berg. Zahlreiche Tempel finden sich rund um den Berg, die ernsthafte Pilger alle aufsuchen und ihre Rituale vollziehen.

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Der Legende nach liess der grosse Gott Shiva auf dem Arunachala eine riesige Feuersäule in Form eines Lingams entstehen. Er schlichtete dadurch einen Streit zwischen Vishnu, dem Erhalter und Brahma, dem Schöpfergott, die wetteiferten wer der Stärkere, der Bedeutsamere von beiden sei. Shiva forderte die beiden Streithähne dazu auf den Anfang und das Ende der  riesigen Feuersäule zu suchen. Vishnu verwandelte sich in ein Wildschwein und grub in der Erde um den Anfang zu suchen und Brahma erhob sich als Schwan in die Lüfte um das Ende zu finden. Beiden gaben schliesslich auf und verbeugten sich vor Shiva und anerkannten ihn als höchste Macht.

Jedes Jahr im tamilischen Monat Karthigai (Mitte November bis Mitte Dezember findet das grosse Fest Karthigai Deepam statt, das tausende von Gläubigen nach Tiruvannamalai führt. Zehn Tage dauern die Festlichkeiten und am 10. Tag, bei Vollmond, wird auf dem Arunachala ein riesiges Feuer entfacht. Darauf werden in ganz Tamil Nadu kleine Öllichter an die Hauseingänge und auf die Strassen gestellt.

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Das Zentrum von Tiruvannamalai bildet die eindrückliche, alte Tempelanlage des Arunachaleshvara Tempels, mit einer Ausdehnung von fast 10 Hektaren. Die Anlage ist in drei Innenhöfe angeordnet und wird durch kunstvoll verzierte Tortürme betreten. Der innerste Papageienturm wurde im 11. Jahrhundert vom Chola König Rajendra gestiftet. Auch die Pfeilerhalle stammt aus dieser Zeit. Die Geschichte des Tempels lässt sich anhand von uralten Tempelinschriften bis in die Regierungszeit der Chola 871 – 907 zurückverfolgen.

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Auch Ramana Maharishi, der Heilige des 20. Jahrhunderts, lebte hier und lehrte einfache Methoden der Meditation. Seine Schüler kamen aus aller Welt . 1950 erreichte er Mukthi, die Befreiung, Erlösung. Sein Ashram wird von seinen Anhängern immer noch weitergeführt. Menschen aus allen Herren Ländern besuchen noch heute den Ashram, um zu meditieren  und Frieden und Spiritualität zu finden.

Auf etwa halber Höhe des Arunachala befindet sich der Kandashram. Es lohnt sich in jedem Fall diesen Ort zu erklimmen. Hier wurde die Mutter von Maharishi erleuchtet. Ein ruhiger Ort, ideal um zum Verweilen, zur inneren Stille zu gelangen und dabei bietet sich eine wundervolle Aussicht auf Tiruvannamalai.

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Rechts

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Die Inder haben zwar den Linksverkehr von den Briten übernommen, aber ansonsten ist vorwiegend Rechts, vor allem die rechte Hand gefragt.

Die linke Hand gilt in Indien als unrein, da man sich mit dieser nach dem Toilettengang reinigt.

Klopapier findet man eigentlich nur in teuren Restaurant oder Cafés. Schon lange kann ich Klopapier auch bei uns im Supermarkt kaufen. Ein Money Safer Pack (4 Rollen) kostet 260 Rupien, das entspricht fast 4 Schweizerfranken! Glaubt mir, ich habe in der Schweiz niemals Hakle supersoft-wohlfühl-rosa Toilettenpapier gekauft, sondern immer das graue Recyclingpapier von Coop. War also diesbezüglich keinen zu grossen Luxus gewöhnt. Doch das indische Klopapier kurz in drei Worten: very poor quality! Indienreisende tun sich etwas Gutes, wenn sie einige Rollen aus ihrem Heimatland mitbringen. Gottlob gibt es in Indien immer diese Wasserspritzer bei den Toiletten – das finde ich wirklich genial, aber verlassen wir nun dieses Thema.

In Indien wird mit der rechten Hand gegessen. Die Linke hat im Essen gar nichts zu suchen, sie sollte nicht mal zur Unterstützung eilen,  wenn es darum geht ein Chapati, ein Fladenbrot in zwei Stücke zu zerlegen. Nein, das muss alles Rechts gemacht werden. Man befestigt mit drei Fingern das Chapati auf dem Teller und mit Daumen und Zeigefinger reisst man sich mundgerechte Stücke ab. Gibt es Reis mit Sambar oder Rasam, lädt man den Reis auf die Finger und schiebt es mit dem Daumen in den Mund. Es braucht anfangs etwas Übung, aber dann wird es ganz einfach. Ausländer haben da natürlich etwas mehr Freiräume und man sieht es nicht so eng, aber wenn es um die eigenen Kinder geht, gibt es meistens umgehend einen Klaps auf die böse Linke.

Auch in der Küche ist Rechts wichtig. Da ich jetzt täglich mit meinem Schwiegervater koche, bekomme ich dies ab und zu mit. Als ich neulich etwas mit meiner linken Hand aus einem Schälchen genommen habe, fragte mein Schwiegervater sofort, warum ich die Linke gebrauche. „We don’t use the left hand!“, erklärte er dann freundlich. Auch beim Rollen von Dhal-Bällchen hat er alles Rechts gemacht. Gottlob sieht er es dann nicht so eng, denn diese Bällchen schaffte ich definitiv nicht einhändig.

Geld und andere kleinere Gegenstände wie Schlüssel, Tassen,….werden immer mit der rechten Hand übergeben und auch entgegen genommen, es wäre unhöflich dies mit der linken zu tun. Viele Inder sind sehr abergläubisch und deuten dies sofort als ein böses Zeichen.

Natürlich muss man auch im Tempel immer darauf achten die rechte Hand auszustrecken, wäre es die linke, würde der Priester wahrscheinlich einen Herzanfall erleiden oder vor Zorn in Rauch aufsteigen . Dies sollte man nach Möglichkeit vermeiden.

Also denkt daran! Wollt ihr in Indien höflich sein und alles richtig machen – immer RECHTS!

Affenbesuch

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Regelmässig streifen Affenbanden durch unser Quartier. Meistens sind es 5-8 Affen, die gemeinsam unterwegs sind um Nahrung zu suchen. Steht ein Haus offen gehen die frechen, neugieren Kerlchen rein, holen sich Essbares und können einigen Schabernack anstellen. Bei meinen Schwiegereltern, wo tagsüber die Türen immer offen stehen, haben sie schon einiges geklaut. Bananen und Früchte vom Hausaltar und grade letzte Woche war einer in der Küche und hat ein Tupperware-Behälter mit Dhal mitgehen lassen!

Die Affen zeigen nicht grossen Respekt vor den Menschen und auch Hunde schrecken sie nicht ab. Wenn unsere beiden Hunde wie verrückt bellen, dann ist sicher wieder eine Affenbande unterwegs. Simba und Züttu, unsere adoptierten Strassenhunde, gehen zwar mutig voran und verbellen sie frechen Kerle, aber die Affen zeigen sich gänzlich unbeeindruckt und zeigen drohend und aggressiv ihre langen Beisserchen. Da muss ich schon mit einem langen Stock zu Hilfe eilen, um die Racker zu vertreiben.

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Seit ungefähr einem Jahr habe ich nun einen Dachgarten, wo ich versuche Blumen, Gemüse und Kräuter zu ziehen. Natürlich haben die Affen dies sofort gemerkt. So haben sie sich bereits genüsslich an meinen Marigold, Rosen, Ladiesfinger und an der jungen Bananenstaude verköstigt. Sogar meine Zitronen haben sie abgerissen und einmal kurz reingebissen. Ärgerlich!

Zum Trinken öffnen die schlauen Kerle einfach den Wasserhahn auf der Dachterrasse – ich betreibe scheinbar ein Selfservice-Restaurant, wo sich nach Speis und Trank alle Gäste ohne Bezahlung davon machen ;-).

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Die Affen sehen zwar putzig und niedlich aus, aber da sie inzwischen so an Menschen gewöhnt sind und keine natürlichen Feinde haben, können sie durchaus auch aggressiv reagieren. Wenn ein Affe Drohgebärden zeigt, sollte man den direkten Blickkontakt vermeiden, denn dies könnte als Aufforderung zum Kampf verstanden werden. In Indien ist die Tollwut immer noch aktiv und ein Affenbiss kann gefährlich werden. Oft findet man Affen auch an touristischen Plätzen. Hier empfehle ich einfach nichts in der Hand zu halten und alles in der Tasche zu verstauen. Denn hier gibt es bei den Affen kein Halten mehr und es wird ungeniert und überraschend attackiert und geklaut.

Ich ärgere mich immer wieder darüber, wenn ich beobachte, dass Affen gefüttert werden. Meistens hat es sogar Schilder, die darauf hinweisen, dass man sie nicht füttern soll. Doch unüberlegt setzen sich viele darüber hinweg und geben den Affen Chips, Biscuits und anderen Junkfood. Auch von der Selfiehysterie mancher Menschen bleiben sie leider nicht verschont.

Dabei sollte man wirklich nicht vergessen: Affen sind wilde Tiere!