Was kreucht und fleucht – Läuse in Indien

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Aus meinem Tagebuch vom September 2007

Ich gebe es gerne zu: Ich bin übertrieben ängstlich, wenn es um Insekten, Kleingetier und Schlangen geht. Unter diesem Aspekt ist Indien wohl nicht grade das perfekte Auswanderungsziel. Ich finde diese Krabbeltiere einfach ekelhaft! Bei der ersten Kakerlake, die im Badezimmer den Abfluss hoch krabbelte, bekam ich fast eine Panikattacke und bei der zweiten und dritten fiel mir fast mein Herz in die Hosen. Inzwischen habe ich es etwas in den Griff bekommen, ich will ja unserem Sohn auch keine Insektenphobie antrainieren.  So versuche ich, mich zusammenzureißen und mit Herzklopfen schlage ich die Dinger tot oder setze Giftspray ein.

Als unsere Nachbarin neulich eine Schlange im Haus entdeckte, weil sie scheinbar die Türe offengelassen hatte, atmete ich erst mal tief durch. Das graue Untier, das die zwei Schlangenfänger aus dem Haus trugen, war zwar ungiftig, aber wer kennt sich als Fremde schon mit indischen Schlangen aus? Gut, eine Kobra würde wahrscheinlich sogar ich erkennen! Gottlob habe ich eine Gittertür machen lassen, die wegen der Moskitos immer geschlossen ist.

Ich habe es mir schlimmer vorgestellt, als es wirklich ist. Mit den kleinen Springspinnen, die oft im Haus anzutreffen sind, habe ich mich ziemlich schnell arrangiert. Ist das Haus sauber, lässt man nichts Krümeliges rumliegen, hat man im Großen und Ganzen seine Ruhe.

Doch heute finde ich wieder zwei Läuse in Suriyans Haaren! Seit er zu den Tiny Teddies in die Playschool geht, sind wir bereits das dritte Mal heimgesucht worden. Großzügig hat mein Sohn die kleinen Biester jeweils auch an mich weiter verschenkt. Dabei hatte ich doch noch nie zuvor Läuse! Prabhu nimmt es cool, ich inzwischen ein klein bisschen cooler. In der Schweiz habe ich einen Läuseschutzspray mit ätherischen Ölen gekauft, den ich bei Suriyan regelmäßig anwende- doch scheinbar ohne Erfolg. Sofort beginnt es auch mich zu jucken. Schon nur die Vorstellung von Läusen löst bei mir einen ungemeinen Juckreiz auf meiner Kopfhaut aus. Auch ich wasche meine Haare mit Läuseshampoo und kämme mit dem Läusekamm aus der Schweiz gründlich durch. Auch ich werde fündig! Nun geht das ganze Prozedere wieder von vorne los. Ich hasse es!

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Kriegserklärung – Ameisen im Schrank

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Kampf ist angesagt! Ameisen erobern meinen Küchenschrank und haben bereits eine Straße angelegt, um an unsere Lebensmittelvorräte zu gelangen. Nach den Moskitos sind diese winzig kleinen Tierchen meine Feinde Nummer 2! Meine berndeutschen Aufforderungen, gefälligst draußen zu bleiben, werden ihrerseits hartnäckig ignoriert und so habe ich die Kriegserklärung ausgesprochen. So mache ich mich ans Werk, räume den Schrank Tablar für Tablar aus und putze wieder mal gründlich durch, sodass kein einziges Brösmeli (Krümelchen) übrig bleibt. Erfreut, bereits frühmorgens verschwitzt, betrachte ich meinen Siegeszug über die Ameisen mit der Nebenwirkung, dass ich mich zusätzlich über die neu gewonnene Ordnung freuen kann.

Etwa eine Viertelstunde später entdecke ich die erneute Attacke der Ameisen. Frisch fröhlich zieht wieder eine Straße durch meinen Schrank und mein Sieg wird zu Nichte gemacht. „Wo kommen die nur her?“, frage ich mich. Kleinste Risse im Schrank lassen mich Böses erahnen. Da bleibt nur Gifteinsatz übrig. Vorsichtig spritze ich etwas Insektenspray an die heiklen Stellen. Mal sehen, wie lange ich Ruhe habe …