Meine Freundinnen – die Klimaanlagen

Ich gebe es zu: Ohne AC (Air conditioning), wie man hier so schön sagt, hätte ich schon längst das Weite gesucht. Mit den subtropischen Temperaturen, die hier herrschen, konnte ich mich noch nie richtig anfreunden. So habe ich die Klimaanlagen schon länger zu meinen besten Freundinnen auserkoren. In den ganz heißen Monaten (April, Mai, Juni), die jetzt gottlob hinter uns liegen, werden unsere Freundschaften noch intensiviert und wir rücken noch enger zusammen. Doch meine Freundinnen haben wiederkehrende Macken und auch hier zeigt sich, dass Freundschaften gepflegt werden müssen. So hat mal eine ein Leck und heult lauter Wasser oder eine andere leidet an einer Gemütsverstimmung und läuft nicht mehr ganz richtig.

Alle 6-8 Wochen werden unsere Freundschaften jedoch auf die Probe gestellt. Immer dann, wenn die AC-Service-Männer aufkreuzen, hält sich meine Sympathie arg in Grenzen. Der viele Staub, der sich in den Filtern angesammelt hat, verteilt sich durchs Putzen im ganzen Raum und durchs Wegrücken der Möbel kommen plötzlich Stellen und Kabel zum Vorschein, die auch schon länger keinen Besen oder Staubtuch mehr gesehen haben.

So bescheren mir meine Freundinnen jeweils einen halben Frühjahrsputz, der mich mindestens drei Stunden beschäftigt. Wenn die Arbeit vollbracht ist, so wie heute,  bin ich ihnen jedoch wieder wohlgesinnt und manchmal sogar richtig dankbar.

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Sweet Palmhörnchen Memories

Immer wieder werde ich auf meine Palmhörnchen angesprochen, die ich vor über einem Jahr in meinem Dampfabzug gefunden und von Hand grossgezogen habe. Die vielen süssen Bilder der zwei sind wohl in den Köpfen hängen geblieben.

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Mein Speedy scheint nicht überlebt zu haben. Ich vermute, dass er von einer Katze erwischt wurde. Rosa hingegen kommt täglich zum Fressen vorbei. Wenn mich die Blase drückt, dann treffen wir uns manchmal zufällig im Badezimmer. Sie ist sehr scheu geworden und klettert sofort zum Fenster raus, wenn sie mich sieht. In Sicherheit wartet sie auf dem Fenstersims bis die Luft wieder rein ist. Manchmal, wenn ich Glück habe, holt sie sich noch eine Litschi aus meiner Hand. Leider ergibt sich auch keine Gelegenheit mehr ein gutes Foto zu schiessen.

Rosa heute
Ein Schnappschuss in schlechter Qualität.

Madame Rosa ist jedoch sehr wählerisch geworden. Gurken, Karotten, Mangos, Nüsse und Samen lässt sie unberührt stehen. Sie steht auf Haferflocken und Litschis. So kaufe ich für die verwöhnte Palmhörnchen-Dame natürlich teure Litschis!

Rosas Lieblingsessen
Rosa liebt Haferflocken und Litschis.

Süsse Erinnerungen!

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Wenn es pressiert …

Dringend aufs Klo
Es ist wieder unglaublich heiß. Mit einem scharfen Messer könnte ich die feuchtheiße Luft sicherlich in Würfel schneiden. Immer wieder tupfe ich mir mit meiner Dupatta (Schal) die Schweißtropfen von der Stirn.
Jammernd meine ich zu unserem Sohn: “Komm, lass uns ins Restaurant gehen und etwas trinken. Mir ist es zu heiß!” Sohnemann ist sofort einverstanden und fünf Minuten später sitzen wir gemütlich unter dem Ventilator und überlegen, was wir bestellen möchten. Das Restaurant erscheint sauber und vertrauenswürdig. So entscheidet Suriyan sich für einen Wassermelonensaft und ein Samosa (gefüllte Teigtasche mit Gemüsefüllung) und ich für eine Lassi. Das berühmte indische Joghurtgetränk kühlt und erfrischt. Eigentlich das Ideale bei diesem subtropischen Klima. Genüsslich trinke ich das sämig-süßliche Getränk und kühle innerlich langsam ab.
Doch bereits auf der Rückfahrt nach Hause rumpelt es in meinem Magen. Die Lassi, denn etwas anderes kann es nicht gewesen sein, lässt grüßen. Nur noch schnell in den Supermarkt und dann nach Hause. Mein Magen meldet sich immer mehr, es schmerzt und der kalte Schweiß bricht mir aus.
Ob die Zeit noch reicht bis wir daheim sind? Soll ich im Supermarkt die Toilette aufsuchen? Als ich an die unhygienische, stinkende Toilette denke, entscheide ich mich schnell für die risikoreiche Fahrt nach Hause.
Eigentlich sollte ich nach zehn Jahren wissen, dass Indien und Eile nicht besonders gut miteinander harmonieren. Die kurze Fahrt vergeht im Zeitlupentempo und natürlich wechselt jede Ampel auf Rot. Meine Gedanken sind nur bei meinem Schließmuskel.
Endlich erreichen wir unser Haus, ich springe raus und laufe die Treppen hoch. Gott sei Dank! Es hat gereicht und eine riesige Erleichterung macht sich breit. Suriyan lacht und meint, dass er mich noch nie so schnell laufen gesehen hat.
Ja, meine neue Heimat hält viele nette Bakterien und Viren bereit, die einem plötzlich aus dem Nichts überrollen können. Schon länger hat es mich nicht mehr erwischt und ich bin ansonsten auch nicht sehr empfindlich.
In Indien sollte man sich immer gut überlegen, wo und was man konsumiert. Die Stromversorgung wird vor allem in den heißen Monaten immer wieder unterbrochen, so ist die Kühlkette oft nicht gewährleistet.

Navalpazham – die gesunden Vitaminbomben

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Gestern habe ich Navalpazham gekauft. Die schwarzen Beeren werden auch als Jambul, Malabar-Plum, Black Plum, Neredu, Rajaman, Kala Jamun, Jamali oder Java-Plum genannt. Die Malabar Pflaume stammt ursprünglich aus Indien, breitete sich aber auch in anderen tropischen Regionen der Welt aus. So findet man sie heute in verschiedenen Ländern Südostasiens und Ostafrikas. Mein Mann mag sie sehr und es sind richtige Vitaminbomben. Ich kann nur etwa zwei oder drei davon essen. Von den süß-sauren Beeren bekommt man nämlich sofort eine pelzige Zunge und dieses Gefühl mag ich nicht. Mein Mann jedoch hat alle ratzeputz aufgegessen und ist vorerst mit Vitaminen versorgt.

Die ovalen Beeren, die etwas größer als Oliven sind, haben viele gesundheitliche Vorteile. Sie lindern Magenschmerzen und sind hilfreich bei Herzerkrankungen, Asthma, Diabetes und Arthritis. Die vielen freien Radikale und die Antioxidantien sollen auch vorbeugend gegen Krebserkrankungen wirken. Die schwarze Pflaume hilft den Blutzuckerspiegel zu normalisieren und wirkt blutreinigend. Aufgrund des niedrigen glykämischen Indexes ist sie für Diabetiker geeignet.

In der ayurvedischen Medizin kennt man die Pflanze schon sehr lange. Sowohl der Stein der Beere, wie auch die Rinde des Baumes werden zu Medikamenten verarbeitet.

Mit Sicherheit werde ich meinem Liebsten die Naval- Beere nun vermehrt anbieten. Auch mich haben die gesundheitlichen Vorteile überzeugt und so werde auch ich, trotz pelziger Zunge, nun mehr davon essen.

Narendra Modi – der große Sieger der indischen Parlamentswahlen

Narendra Modi

Der gigantische Sieg der hindu-nationalistischen Partei BJP (Bharatiya Janata Party) ist vor allem auf den gut organisierten Wahlkampf und das Charisma des Premierministers Narendra Modi zurückzuführen. In den Medien war er in der Rolle des Landesvaters stets präsent, sprach die wichtigen Themen an und setzte auch die sozialen Medien geschickt ein und holte sich so viele junge Wählerstimmen. Auch die Terroranschläge in Kashmir halfen ihm bei der Wiederwahl. Konnte er doch mit harter Hand zeigen, dass sich Indien von Pakistan nichts bieten lässt und ihm die nationale Sicherheit am Herzen liegt. Dass er die Wahrheit, wie wir es von Donald Trump bestens kennen, manchmal etwas zurechtbog, machte er mit seiner guten Rhetorik wett.

Obwohl ich kein Hindi verstehe, muss ich Modi eines zugestehen: Er hat eine Ausstrahlung, kann gut sprechen und ist scheinbar immer und ständig am Arbeiten.

Die Oppositionsparteien, allen voran die traditionell-historische Congress-Partei, konnten Modi kaum etwas entgegensetzen. Der goldene Glanz, der die Politiker-Familie Nehru-Gandhi für lange Zeit umgab, blättert immer mehr ab. Rahul und Priyanka Gandhi, die Urenkel Nehrus, konnten nicht annähernd überzeugen und verloren in vielen Bundesstaaten alle Sitze.

Ich bin über den Ausgang der Wahl nicht grade erfreut. Ich mag das nationalistische Gehabe Modis überhaupt nicht und seine politische Gesinnung noch weniger. Die religiösen Minderheiten, vor allem die Muslime, fühlen sich durch seine Politik immer mehr bedroht. Sein politischer Hintergrund in der radikalen Hindu-Bewegung RSS und die gewalttätigen Vorfälle in Gujarat, die er als Chiefminister mitzuverantworten hatte, machen ihn für mich nicht grade zum Sympathieträger.

2002 kam es in Gujarat zu schlimmsten Gewaltausschreitungen. Nach einem Anschlag auf einen Zug mit hinduistischen Pilgern eskalierte die Situation zwischen Hindus und Moslems. Muslimische Quartiere wurden überfallen und in Brand gesetzt. Unter den Opfern waren viele Frauen und Kinder. Zahlreiche muslimische Frauen wurden vergewaltigt und verstümmelt. Nach offiziellen Schätzungen kamen bei den Ausschreitungen 254 Hindus und 750 Muslime ums Leben. Unabhängige Organisationen schätzten jedoch die Verluste auf der muslimischen Seite viel höher ein und sprachen von 2000 Toten. Etwa 150‘000 Muslime wurden in Flüchtlingslager getrieben. Menschenrechtsorganisationen warfen Modis Regierung vor, nicht genügend gegen die Gewalt unternommen zu haben. 2005 wurde ihm sogar die Einreise in die USA wegen schweren Verletzungen gegen die Religionsfreiheit verwehrt.

Doch diese Vorfälle hinderten Modi nicht an weiteren politischen Erfolgen – im Gegenteil! 2012 wurde er vom höchsten Gericht wegen Mangel belastender Beweise freigesprochen und 2014 mit einem fulminanten Resultat zum Premierminister Indiens gewählt.

Seine wirtschaftsfreundliche Politik bringt ihm viel Unterstützung von reichen Unternehmern.

2014 hat er viel versprochen, aber wenig gehalten. Seine Versprechungen, viele neue Arbeitsplätze zu schaffen und auch die ökologischen Reformen, die er umsetzen wollte, blieben bisher weitgehend aus. Die Arbeitslosigkeit ist nach wie vor hoch.

Welche Probleme sollte Modi nun angehen?

Er sollte die Wirtschaft in Schwung bringen und viele neue Arbeitsplätze schaffen. Jeden Monat kommen rund eine Million neue Arbeitskräfte auf den Markt.

Die rasante Verarmung der Bauern ist ein riesiges Problem. Hier braucht es dringend und schnell neue Lösungen.

Meiner Meinung nach sollte Modi auch versuchen die sozialen Gräben in der Gesellschaft zu überbrücken. Die Spannungen zwischen den Religionen nehmen zu und die religiösen Minderheiten fühlen sich zunehmend bedroht. Doch dieser Punkt wird kaum auf seiner Prioritätenliste stehen.

Vijayadasami – aus meinem Tagebuch vom 21. Oktober 2007

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Suriyan sieht aus wie ein kleiner Prinz in seiner traditionellen indischen Kurta und der dicken Goldkette, die er von seinen Grosseltern geschenkt bekommen hat.

In der Playschool feiern wir heute Vijayadasami, es ist der Tag des Neustarts. Eigentlich der ideale Zeitpunkt um ein Geschäft zu gründen oder eine Ausbildung anzufangen. An der Schule werden neue Kinder aufgenommen und alle Schüler dürfen an einer Segnung teilnehmen. Vijayadasami ist der zehnte und letzte Tag von Navaratri und in Tamil Nadu ist die Schirmherrin die Göttin Saraswati. Sie ist die Göttin des Wissens und der Künste. Wenn es um Lernen, Erziehung, Ausbildung und Kunst geht, ist sie die richtige Ansprechperson.

Im Unterrichtsraum haben die Lehrerinnen einen schönen Altar aufgebaut. Bilder von Saraswati und Gansha stehen mit Blumengirlanden geschmückt darauf. Lord Ganesha darf an diesem Tag natürlich auch nicht fehlen, denn er beseitigt alle Hindernisse.

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Am Boden sind wunderschöne farbige Rangoli gestreut. Suriyan darf seiner Playschool-Auntie auf den Schoss sitzen und in eine grosse, silberne Schüssel gefüllt mit Reis das heilige Zeichen OM schreiben. Bevor die Kinder beginnen zu schreiben, wird dieses Ritual durchgeführt.

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Suriyan faltet vor dem Altar kurz seine Hände zum Gebet und danach bekommt er ein kleines Geschenk.

Für die Lehrerinnen haben wir Früchte und einen grosszügigen Batzen mitgebracht, denn es ist auch ein Tag um sich beim Guru (Lehrer) zu bedanken, ihn zu ehren und zu beschenken.

Freunde – eine Geschichte aus der hinduistischen Götterwelt

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Sudama stammte aus einer armen Brahmanen-Familie. Als Knaben wurden Sudama und Lord Krishna gemeinsam vom Weisen Sandeepany unterrichtet. Die beiden waren vorbildliche Schüler und eine tiefe Freundschaft verband sie. Sie nahmen ihr Lernen sehr ernst und halfen auch bei einfachen Aufgaben im Haushalt mit. Nachdem ihre Ausbildung zu Ende war, segnete sie ihr Guru und sie mussten schweren Herzens von einander Abschied nehmen.

Krishna ging nach Dwaraka zurück und bald darauf wurde König. Er heiratete Rukmini, die Prinzessin von Vidarbha.

Sudama ging zurück in sein Dorf und lebte ein einfaches Leben als frommer Brahmane. Er betete täglich zu Krishna und lobpreiste ihn. Seiner lieben Frau Susheela erzählte er von seiner Freundschaft zu Krishna, die seine Kindertage sehr geprägt hatte. Obwohl sie nicht reich waren, führten die beiden ein zufriedenes und einfaches Leben. Die Jahre vergingen und sie bekamen ein Kind. Die Familie musste immer wieder Nachbarn um Hilfe bitten, denn es fehlte an allem. Susheela bat Sudama mehrmals Lord Krishna zu besuchen und ihn um Hilfe zu bitten, aber Sudama wollte Krishna nicht mit seinen Problemen belasten und aus eigennützigen Gründen vor ihn treten.

Die Familie wurde von Tag zu Tag ärmer und grosse Sorgen plagten die kleine Familie. Da sprach Susheela erneut zu ihrem Mann: „Mein Liebster, du musst Lord Krishna um nichts bitten. Du kannst ihn einfach besuchen und ihn um seinen Segen bitten. Ich bin sicher dies wird und Glück und Wohlergehen bringen.“

Sudama dachte über die Worte seiner Frau nach und er beschloss seinen Freund Krishna in Dwaraka zu besuchen. Bevor er das Haus verliess, fragte er seine Frau, ob sie etwas hätte, das er Lord Krishna überbringen könnte. Susheela erinnerte sich sofort daran, dass Sudama ihr erzählt hatte, dass Lord Krishna Reisflocken sehr mochte. Schnell eilte sie ins Nachbarhaus, borgte sich etwas und verpackte die Flocken sorgfältig in ein sauberes Tuch.

Auf dem Weg nach Dwaraka drehten sich Sudamas Gedanken. Einen Moment lang war er sehr aufgeregt und freute sich darauf seinen Freund zu sehen und im nächsten Moment zweifelte er, ob Lord Krishna ihn überhaupt einlassen und wiedererkennen würde.

Dwaraka war eine wunderschöne Stadt. Schon von Weitem erblickte Sudama den prachtvollen Palast aus Marmor, der im Sonnenlicht hell erstrahlte. Wachen standen vor dem Tor und als Sudama näher kam, reagierten sie sehr unhöflich. „Wer bist du? Was willst du hier?“, fragten sie. „Ich heisse Sudama und ich bin ein alter Freund von Lord Krishna. Würdet ihr dem König bitte ausrichten, dass ich hier bin?“, sprach Sudama mit sanfter Stimme.

Nach seiner langen Reise sah Sudama sehr schmutzig und elend aus und die Wachen reagierten sehr skeptisch, überbrachten Krishna aber die Nachricht. Als Krishna die Nachricht vernommen hatte, eilte er so schnell wie möglich zum Tor und schloss seinen Freund in die Arme.

„Sudama, ich bin so froh dich zu sehen. Es ist so lange her. Wie geht es dir, mein lieber Freund?“

Krishna nahm seinen Freund an der Hand und führte ihn in den Palast. Die Wachen waren sehr erstaunt, denn noch nie hatte Krishna einen Gast so empfangen. Krishnas Palast war riesig, die Böden waren aus weissem Marmor und die Wände waren mit wundervollen Schnitzereien verziert. Krishna führte Sudama in den Thronsaal und sagte zu seiner Frau Rukmini: „Das ist mein lieber Freund Sudama!“

Rukmini lächelte ihm zu und verbeugte sich. „Krishna hat immer so viel von dir erzählt. Ich bin so froh, dass du gekommen bist!“ Krishna und Rukmini liessen Sudama Platz nehmen und wuschen seine Füsse. Sudama wollte seinen Freund stoppen doch Krishna beharrte darauf. „Sudama, deine Füsse sind von der langen Reise sicher müde, lass sie mich bitte waschen,“ sprach Krishna sanft und besorgt. Als Sudama Krishnas Liebe und Fürsorge für ihn spürte, hatte er sogleich Tränen in den Augen.

Sudama wurde in den Speisesaal geführt und ein königliches Festessen wartete auf ihn. Rukmini selbst bediente ihn zuvorkommend. Sie verbrachten den ganzen Tag zusammen und sprachen über die guten alten Zeiten. Als es Nacht wurde, offerierte Lord Krishna seinem Freund sein eigenes Bett zum Schlafen. Doch Sudama war so überwältigt, dass er kaum schlafen konnte. Er fühlte sich so gesegnet und glücklich. Er war so zufrieden, dass er sogar vergessen hatte Krishna um Hilfe zu bitten.

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Am nächsten Morgen als er sich von Krishna und Rukmini verabschieden wollte, fragte Krishna: „Sudama, was hast du eigentlich für mich mitgebracht?“ Sudama schaute betroffen zu Boden und versuchte das kleine Bündel mit den Reisflocken zu verstecken. Nach allem was Krishna für ihn getan hatte, schämte er sich für das billige Geschenk. Aber Krishna entdeckte das Bündel und entriss es Sudama. Er öffnete es sofort und rief erfreut aus: „Sudama, du erinnerst dich noch daran? Ich liebe Reisflocken. Ich danke dir vielmals.“

Sudama war ganz überrascht als er sah wie Krishna die Reisflocken genüsslich ass. Er dachte für sich: „Krishna hat allen Reichtum, den man sich nur vorstellen kann und doch freut er sich wie ein kleines Kind über Reisflocken.“

Nachdem sie sich verabschiedet hatten, machte sich Sudama auf den langen Heimweg. Doch die Reise zurück war überhaupt nicht ermüdend und er dachte immer wieder an die gemeinsamen, wundervollen Momente in Dwaraka zurück. Die gemeinsamen Zeit mit Krishna liess ihn alle Sorgen und Ängste einfach vergessen.

Als er in seinem Dorf ankam, war er ganz überrascht. Er konnte seine eigene Hütte nicht wieder finden. An dessen Stelle stand ein wunderschönes Herrenhaus. Während er noch verdutz vor dem Haus stand, rannten seine Frau und sein Sohn ihm entgegen. Sie trugen schöne Kleider und Goldschmuck. Susheela erzählte ihrem heimgekehrten Mann von dem grossen Wunder, das in seiner Abwesenheit passiert war. Die kleine Hütte hatte sich über Nacht in dieses wunderschöne Haus verwandelt.

Sudama war sprachlos. Obwohl er seine Sorgen mit keiner Silbe erwähnt hatte, kannte der alleswissende Lord Krishna all seine Probleme. Krishna war Gott! Von da an wuchs seine Hingabe zu Krishna mehr und mehr. Letztendlich erreichte Sudama Moksha, die Befreiung der Wiedergeburt und er wurde eins mit Gott.