Annual Concert – Theateraufführung in der Playschool

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Aus meinem Tagebuch vom März 2009

Heute findet das Annual Concert von Suriyans Schule „Learning Tree“ statt. Sogar Thaatha* und Yamuna Akka* kommen mit. Paatti* hat sich kurzfristig dagegen entschieden, weil sie sich nicht wohlfühlte. Da Suriyan früher dort sein muss, bin ich mit ihm schon vorausgefahren. Langsam füllen sich die Sitzreihen und ich habe im vorderen Bereich Plätze reserviert. Ich wechsle einige Worte mit Jayants Mutter, warte und beobachte das Treiben. Der Anlass beginnt erstaunlicherweise pünktlich und natürlich kommen Prabhu und die anderen zu spät und verpassen den Anfang. Dabei habe ich noch angerufen, dass sie früher starten sollen. Nach den Bhajans* treffen auch sie endlich ein.

Erst werden viele Lieder gesungen und danach wird die Geschichte vom Zebra, das seine Streifen verloren hat, gespielt. Die Kinder strahlen in ihren Tierkostümen und manche genießen den Auftritt sichtlich. Für einige Knöpfchen wird es dann aber doch zu viel. Nach einigen Minuten kommt unser Sonnenschein als Krokodil zum Zug. Der erste Satz: „Come on reptils and insects, let’s go“, spricht er deutlich und hörbar ins Mikrofon, aber er ist sehr aufgeregt und hüpft auf der Bühne herum wie ein Pingpong-Ball. Beim zweiten Einsatz vergisst er prompt den Text und ärgert sich darüber, bis schließlich eine Auntie weiter hilft. „The amimals, the birds and the fishes are fighting”, spricht er dann erleichtert ins Mikro. Das Üben Animals richtig auszusprechen, hat nicht gefruchtet, aber das ist ja auch nicht so wichtig.

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Die Tanzdarbietung hat mir am besten gefallen. Die Kinder sahen so schön aus in ihren Kostümen. Für wenig Geld kann man sich hier alles nähen lassen. Wirklich eindrücklich, was der Dance Master da zustande gebracht hat. Alles in allem ein gelungener Anlass, man spürt und merkt, dass viel Engagement und Arbeit dahinter steckt.

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Ein professioneller Fotograf macht Bilder und ein Video wird gedreht, trotzdem knipsen einige Väter und Mütter eifrig Bilder ihrer Sprösslinge und nehmen anderen Zuschauern die Sicht auf die Bühne. Die Schulleiterin hat in einem Schreiben ausdrücklich darum gebeten dies zu unterlassen, aber wie so oft in Indien hält man sich nicht an Anweisungen und Regeln. Beim Abholen der Kinder das Gleiche, es geht  indisch zu und her. Eine lange, chaotische Reihe bildet sich, um die 95 Kinder abzuholen. Immer wieder drängeln Eltern nach vorne. Das Hilfspersonal und die Lehrkräfte haben alle Hände voll zu tun. Sie weisen die Eltern zurecht und bitten sie, sich hinten anzustellen damit eine Lücke für den Rückweg frei bleibt. Ich staune wieder einmal und bin sprachlos über das Verhalten, das hier einige Eltern an den Tag legen.

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*  Erklärungen

  1. Thaatha = Großvater in Tamil
  2. Akka = große Schwester in Tamil, hier seine Cousine Yamuna, die auch so genannt wird
  3. Patti = Großmutter in Tamil
  4. Bhajans = religiöse Lieder im Hinduismus

Playschool in Indien

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Aus meinem Tagebuch vom Dezember 2006

Suriyans sprachliche Entwicklung geht im Moment grade explosionsartig voran. Nachdem wir lange auf die ersten Sätzchen gewartet haben, werden wir nun mit berndeutschen und auch tamilischen Satzkonstruktionen beglückt und immer öfters hört man das bedeutende Wort „Ig“. Damit Suriyan mehr Kontakte mit Gleichaltrigen hat, sind wir langsam auf der Suche nach einer guten Playschool.

Unsere Nachbarn von gegenüber sind nach Dubai gezogen und so erhofften wir uns den Spielgruppen-Platz der jüngeren Tochter Pumpkin (so nennen sie das arme Kind!). Sie haben uns die Blue Bell Playschool wärmstens empfohlen und waren damit sehr zufrieden. Nach einem Besuch waren wir jedoch sehr ernüchtert. Die 30 kleinen Knöpfe im Alter von 2-3 Jahren mussten eine ganze dreiviertel Stunde in einem kleinen Raum auf dem Boden sitzen und den schlechtesten Frontalunterricht, den ich je gesehen habe, über sich ergehen lassen. Die Lehrerin sass vorne mit einem kleinen Büchlein und sprach englische Wörter vor, die teilweise abgebildet waren und die Kleinen wiederholten das Ganze mehr oder weniger im Chor. Von Spielen, wie es bei uns üblich ist, keine Spur. Es wird unterrichtet und die Kinder bekommen sogar Hausaufgaben.

In der Hoffnung, eine Playschool zu finden, die uns einigermaßen entspricht, besuchten wir eine Montessori-School. Dort durften wir den Unterricht gar nicht sehen, da dies nicht erlaubt sei und die Kinder stören würde. Nach dem Unterricht zeigt uns die arrogant wirkende Leiterin die Klassenräume und erwartet scheinbar, dass es uns vor Begeisterung aus den Socken haut, was barfuß jedoch etwas schwierig zu bewältigen ist. Auch dort 30-35 Kinder in einer Klasse. Es wird voll und ganz nach dem Montessori-System unterrichtet und die Kinder können frei mit altem Montessori-Material, das wir in der Schweiz schon längst entsorgt hätten, handeln und experimentieren. Draußen gibt es für indische Verhältnisse einen recht guten Spielplatz, wo die Kinder aber nur vor und nach dem Unterricht spielen dürfen.

Mit dieser Variante hätte ich, obwohl nicht überzeugt, 2-mal pro Woche noch leben können, aber man muss das Kind jeden Morgen von 9-12 in die Schule schicken und das finde ich einfach zu viel für Suriyan.

So geht die Suche weiter …