Unterwegs in Kerala – meine liebsten Reiseziele

Fährt man durch den südindischen Bundesstaat Kerala, wird es grün und grüner. Kokospalmen, Reisfelder, Mango-, Papaya- und Jackfruitbäume, Tee-, Gewürz- und Kautschukplantagen, …Die überbordende tropische Natur erinnert tatsächlich an den Garten Eden. Nicht ohne Grund wird Kerala als God’s Own Country bezeichnet.

Nach der hinduistischen Mythologie wurde Kerala durch Lord Parasurama, einer Inkarnation Vishnus geschaffen. Er soll seine Axt ins Arabische Meer geschleudert haben, um neues Land für seine Anhänger zu schaffen. Dadurch wollte er den Leuten ein Land schenken, in dem sie in Frieden leben konnten.

„Kerala – God’d Own Country“ wird natürlich als Werbeslogan für den Tourismus gebraucht.

Immer mehr Touristen aus aller Welt reisen jährlich an die paradiesische Malabarküste. Fast jedes Hotel bietet inzwischen Ayurveda-Massagen oder Ayurveda-Kuren an. Hier lohnt es sich, genau hinzusehen, denn nicht überall sind qualifizierte Masseure und Ärzte am Werk.

Rund drei Viertel des Bruttoinlandproduktes wird im Dienstleistungssektor erwirtschaftet, wobei der Tourismus immer mehr an Bedeutung gewinnt.

Kerala wird vorwiegend von kommunistischen Parteien regiert und die Arbeiter sind in starken Gewerkschaften vereinigt. Extreme Armut wie man sie in andern Teilen Indiens antrifft, sieht man in Kerala kaum. Das Bildungssystem und auch das Gesundheitswesen funktionieren im Vergleich zu andern Bundesstaaten gut.

Die Menschen in Kerala haben die höchste Alphabetisierungsrate und die höchste Lebenserwartung in ganz Indien.

Meine liebsten Reiseziele in Kerala:

Kochi

Die Hafenstadt Kochi ist wohl die touristisch bedeutsamste Stadt in Kerala. In 2017 besuchten 23 Millionen in- und ausländische Gäste die Stadt. Kochi wurde im 16. Jahrhundert portugiesische und später holländische Kolonie.

Eine Fahrt mit einer Fähre zur Halbinsel Mattancherry mit Fort Kochi sollte man unbedingt einplanen. Fort Kochi bietet die meisten Touristenattraktionen. Die berühmten chinesischen Fischernetze, der Mattancherry Palast (Dutch Palace) die Santa Cruz Basilica und die Synagoge sollte man sich anschauen. Mich hat besonders die Synagoge im Judenviertel beeindruckt.

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Die chinesischen Fischernetze – frühmorgens ist übrigens immer Fischmarkt
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Katzen warten geduldig bei den chinesischen Fischernetzen, vielleicht gibt’s später doch noch etwas!
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Souvenirs shoppen an den Marktständen in Fort Kochi

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Zu Kerala gehört der Kathakali-Tanz. In Kochi kann man täglich Touristenaufführungen besuchen, die einen kleinen Einblick ins berühmte Tanzdrama geben. Wer gerne fotografiert, sollte schon früher eintreffen, um die Tänzer beim Schminken abzulichten.

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Allerlei Zubehör zum Kathakali-Tanz
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Bei den Vorbereitungen
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Tanzaufführung

Alappuzha-Kollam, Backwaters

Eine Backwaterstour im verzweigten Netz von den malerischen Lagunen zwischen Kollam im Süden, Kochi im Norden und Kottayam im Osten ist quasi ein Muss für jeden Touristen, der nach Kerala reist. In rattangedeckten Booten kann man gemütlich durch die Backwaters tuckern und immer Neues entdecken. Von mehrstündigen bis mehrtägigen Bootstouren kann man alles buchen. Auch mit dem Kanu kann man die verzweigten Lagunen erpaddeln, was aus ökologischer Sicht natürlich Sinn macht.

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Was bei uns das Fahrrad, das ist in den Backwaters das Kanu.

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Munnar

Auf 1500 Meter über Meer liegt das Städtchen Munnar. Im Mitten von grünen Teeplantagen und umringt von den höchsten Bergen Südindiens lädt das Städtchen zur Erholung ein. Mehr über Munnar erfährst du hier:

https://meinlebeninindiendotblog.wordpress.com/2018/10/06/munnar-tee-soweit-das-auge-reicht/

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Thekkady – Periyar Nationalpark

An der Grenze zu Tamil Nadu in den Kardamom-Bergen liegt der Periyar- Nationalpark. Von Thekkadi aus kann man auf dem Periyar Stausee Boot-Safaris machen. Allein um die verschiedenen Wasservögel mit dem Feldstecher zu beobachten, lohnt sich diese Tour. Wir sahen am Ufer Bisons, Axishirsche, Languren-Affen, Sambarhirsche, Wildschweine, Elefanten und viele Wasservögel. Wer ganz grosses Glück hat, kann sogar einen Tiger sehen. Ein gutes Fernglas sollte man unbedingt mitnehmen.

Auch geführte Trekkingtouren zu Fuß sind möglich. Wir waren zwar an einem regnerischen Tag stundenlang unterwegs, haben aber bis auch Blutegel, die an uns hoch krabbelten, leider keine Tiere gesehen.

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Indische Bisons und ein Wildschwein
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Elefanten

 

 

Munnar – Tee soweit das Auge reicht

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Umringt von den höchsten Bergen Südindiens auf etwas mehr als 1500m ü. M. liegt das Städtchen Munnar. Die Hillstation, die zum Bundesstaat Kerala gehört, ist für viele Inder und inzwischen auch für Touristen aus aller Welt ein beliebtes Ausflugs- und Urlaubsziel. Die wunderschöne Aussicht und die scheinbar unendlichen Teeplantagen erfrischen die Augen mit ihrem leuchtenden Grün.

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Die indische Firma TATA, die inzwischen an der Spitze des indischen Teemarktes steht, betreibt hier grosse Teeplantagen und eine Teefabrik. Immer wieder entdeckt man an den Hängen Teepflückerinnen, die frischgewachsene, junge Teeblätter pflücken und die gesammelten Blätter in riesigen Bündeln auf dem Kopf tragen. Nach vielen gewerkschaftlich-organisierten Streiks und Verhandlungen für bessere Arbeitsbedingungen verdienen die Plückerinnen nun ungefähr 500 Rupien pro Tag. Die Arbeit ist hart, anstrengend und nicht ganz ungefährlich in dem oft auch sehr steilen Gelände.

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Auch die Kühe pflücken Tee 😉

Wenn man in Munnar weilt, sollte man sich unbedingt eine der vielen Teefabriken anschauen.

Wir hatten es damals gewagt mit dem Jeep zum Kottagudi Tea Estate (über 2000m) zu fahren. Auf der abenteuerlichen, holprigen und stark abfallenden Naturstrasse bin ich vor Angst zwar fast gestorben, aber der Ausblick hat sich alleweil gelohnt.

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Wer gerne sehen möchte, wie unsere gängigen Gewürze in Natur aussehen, der sollte einen der vielen Gewürzgärten besuchen. Nach der Führung wird man geschäftstüchtig noch in den eigenen Laden gebracht, wo man sich mit Gewürzmischungen und Honig eindecken könnte, die natürlich als hausgemacht und biologisch angepriesen werden. Hier empfiehlt sich eher Zurückhaltung, da oft hohe Preise verlangt werden.

Kardamom
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Zimt
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Kaffee
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Vanille

 

Ausser Natur und Ruhe hat Munnar eigentlich keine Sehenswürdigkeiten zu bieten. Es lohnt sich jedoch die Umgebung zu erkunden. Auch geführte Trekkingtouren sind möglich.

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Rund 13 km von Munnar liegt der Mettupetty Stausee. Wenn man Glück hat, kommen hier frühmorgens oder am späten Nachmittag manchmal Elefanten vorbei um Wasser zu trinken. Leider ist Mettupetty inzwischen sehr kommerzialisiert. Zu horrenden Preisen werden Speedboat-Fahrten, Elefanten- und Pferdereiten, … angeboten. Auf das Elefantenreiten sollte man als Respekt zu diesen sensiblen Tieren unbedingt verzichten.

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Mehr über die grauen Riesen Indiens: https://meinlebeninindiendotblog.wordpress.com/2018/06/07/die-grauen-riesen/

Der Eravikulam National Park (15 km von Munnar entfernt) ist das Zuhause von der berühmten Niligri Thar Ziege. Leider wollte sich uns keine zeigen.

Wer sich vom indischen Alltagsstress erholen möchte und sich gerne in der Natur aufhält, für den ist Munnar und Umgebung genau das richtige Reiseziel. Ich fand es wunderschön!