Bitter und gesund – Bitter Gourd Gemüse

Bitter Gurke

Die Bittergurke kann man in der südindischen Küche nicht wegdenken. Das bitterschmeckende Gemüse ist sehr gesund und wird immer wieder gegen Diabetes empfohlen. Manche lieben es und andere eher weniger.

Hier das Rezept für Bitter Gourd Gemüse, wie wir es kochen.

Zutaten: 2-3 Bitter Gourds, 2-3 mittelgrosse Zwiebeln, 2 Tomaten, Öl, Chilipulver, Kurkuma, Aesofotida, Kumin (Kümmel), Senfsamen, gesplitteter Urad Dhal, Jaggery (unraffinierter brauner Zucker, gemacht aus Zuckerrohrsaft)

  1. Die Bitter Gourds waschen und in kleine Rondellen schneiden, in der Pfanne mit etwas Öl andünsten und auf die Seite stellen.

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2. Etwas Öl in der Pfanne erhitzen und die Zwiebeln andünsten.

Zwiebeln

3. Die Tomaten grob zugeschnitten, beifügen und andünsten.

Tomaten

4. Die angedünsten Bitter Gourd Scheiben zufügen.

Bitter gourd zugeben

5. 1-1.5 TL Salz, ½ TL Kurkuma (Turmeric), 1-2 TL Chillipulver, einige Prisen Asafoetida und einige Curryblätter dazugeben.

6. Rund 1 dl Tamarind-Saft und genügend Wasser zugeben ca. 15 Minuten köcheln lassen.

Tamarind Wasser

7. Jaggery in kleinen Stückchen dazugeben und schmelzen lassen.

8. In etwas Öl ½ -1 TL gesplitteter Urad Dhal, ½ -1 TL Senfsamen und ½ -1 TL Kumin (Schwarzkümmel) frittieren und beigeben und mischen.

Mit Reis servieren – Einen guten Appetit!

Fertig

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Klein, lästig und gefährlich

Mcke stechend Stechmcke, Gelse, Asiatische Tigermcke, Tigermoskito, Aedes albopictus

Regnet es, dann dauert es 4-5 Tage und die kleinen Plagegeister fliegen und stechen. Nach der Regenzeit ist es immer am schlimmsten. Moskitos sind nicht nur lästig, sondern können auch gefährliche Krankheiten wie Dengue, Chikungunya und Malaria übertragen. Je nach Art legen sie ihre Eier einzeln oder in ganzen Eierpaketen auf der Wasseroberfläche von stehenden Gewässern ab. Schon kleinste Pfützen oder Gefässe mit stehendem Wasser reichen aus um eine Moskitozucht zu betreiben. Hier in Chennai dauert es nur einige Tage bis die Larven schlüpfen. Nach dem Monsun laufen jeweils auf allen TV-Kanälen Kampagen zur Moskitobekämpfung. Rund ums Haus sollte man keine Töpfe, Kessel oder Pflanzenuntersätze mit Wasser stehen lassen oder diese abdecken. Steigen die Krankheitsfälle von Dengue oder Chikungunya an, dann setzen die Stadtbehörden Insektenvernichtungsmittel ein. Höre ich das laute Brummen und Zischen der Rauchmaschine auf der Strasse, dann beeile ich mich möglichst schnell alle Fenster und Türen zu schliessen und meine Hunde ins Haus zu rufen. Der weisse, giftige Rauch, der sofort in die Höhe steigt, ist nämlich auch für Mensch und Tier nicht zu empfehlen.

2006 gab es in Chennai eine regelrechte Chikungunya-Epidemie. Auch mich und meinen Mann hat es damals erwischt. Der Virus des Chikungunya-Fiebers wird von tagaktiven Mücken übertragen. Ich erinnere mich nicht gerne an diese Zeit zurück. Sehr hohes Fieber, schreckliche Glieder- und Kopfschmerzen, wie ich es noch nie zuvor erlebt hatte, plagten mich. Chikungunya bedeutet „der gekrümmt Gehende“ und so kam ich mir damals wirklich vor. Die Krankheit geht mit starken Glieder- und Gelenkschmerzen einher. Auch nach Abklingen des Fiebers können die Gelenkbeschwerden andauern. Ich hatte noch Monate Probleme mit meinen Fussgelenken und diese Zeit wird in meinen Memoiren wohl  als „Birkenstock-Monate“ einhergehen, denn andere Schuhe konnte ich nicht tragen. Das Gute daran, etwas Positives liegt ja in fast allem, ich bin nun lebenslang immun.

Wenn man hier lebt, kann man leider nicht jeden Mückenstich verhindern. Klar sprühe ich mich, wenn es ganz arg ist, mit Odomos (Moskito Repellent) ein.

Odomos Spray (RS 85.00, 2018) erhältlich in jedem Medical Shop oder in größeren Supermärkten

Auch achten wir darauf, dass unser Haus möglichst mückenfrei bleibt, aber die Moskitos finden immer einen Weg.

So kam es, dass mein Sohn und ich 2013 am Dengue-Fieber erkrankten. Wir waren beide 5 Tage im Spital. Ich fand den ganzen Krankheitsverlauf eigentlich recht erträglich. Mich hat es wie eine schwere Grippe getroffen, aber mit den Medikamenten, die mir im Spital verabreicht worden sind, war es wirklich auszuhalten. Suriyan hatte nur Fieber und gar keine Schmerzen. Das Gefährliche beim Dengue-Fieber ist jedoch die Phase nach der eigentlichen Erkrankung. Die Anzahl der Blutplättchen sinkt ab. Bei Suriyan war es eine Zeitlang in einem kritischen Bereich und er kam nur knapp an einer Bluttransfusion vorbei. Der Arme musste fünf Liter pro Tag trinken und hat wacker mitgemacht! So haben wir beide alles gut überstanden und nach einigen Wochen waren wir wieder fit. Leider gibt es vier verschiedene Dengue-Virustypen. Wenn man Pech hat, kann man durchaus mehrmals daran erkranken, wobei bei es bei einer zweiten Erkrankung durchaus gefährlicher werden kann, da unser Immunsystem die neuen Erreger nicht sofort erkennt und mit den Antikörpern der Ersterkrankung bekämpfen will.

Auch Dengue wird von übrigens von tagaktiven Mücken übertragen während die nachtaktiven Mücken für Malaria zuständig sind. Daher ist es auf Reisen wichtig auch tagsüber auf einen guten Mückenschutz zu achten, denn die Ferien möchte man nicht wirklich in einem indischen Spital verbringen.

Die gelbe Wurzel

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„Add some Turmeric Powder, it’s antiseptic.“  Immer wieder höre ich dies beim Kochen mit meinem Schwiegervater. Fast für alle Gerichte verwenden wir Kurkuma, wie das gelbe Gewürz bei uns genannt wird. Oft nur in kleinen Mengen, denn der erdige Kurkuma-Geschmack soll nicht überwiegen. In fertigen Curry-Gewürzmischungen ist Kurkuma immer von der Partie und sorgt für die gelbliche Farbe.

Kurkuma kommt in Indien auch in der Hautpflege zum Einsatz. Heutzutage wird das Gewürz eigentlich nur noch von älteren Frauen regelmässig zur Hautpflege verwendet. Wenn meine Schwiegermutter mit gelblicher Gesichtsfarbe herumläuft und aussieht wie sie an Gelbsucht erkrankt wäre, dann hat sie ihr Kurkuma-Gesichtspflegeprogramm hinter sich.

Das sonnig-leuchtende Gelb der Gelbwurz wird übrigens auch zum Färben von Stoffen und in der Lebensmittelindustrie als Färbemittel E100 verwendet.

Kurkuma wird in Indien schon tausende von Jahren als Gewürz und Medizinalpflanze genutzt. Es gehört zur Familie der Ingwergewächse. Der Inhaltsstoff Curcumin sorgt nicht nur für die gelbe Farbe, sondern hat auch stark entzündungshemmende, antibakterielle Effekte und ist ein starkes Antioxidant. In der indischen Heilkunst Ayurveda werden dem Gewürz reinigende und energiespendende Eigenschaften zugesprochen. Auch soll es die Magensaft- und Gallensaftproduktion positiv beeinflussen und allgemein das Immunsystem stärken. Scheinbar soll die Wurzel sogar bei verschiedenen Krebsarten, Diabetes, Rheuma, Depressionen und Alzheimer gute Wirkungen zeigen. Ein gelbes Wundermittel!

Auch im Westen haben sich die positiven Effekte von Kurkuma herumgesprochen. Viele schwören auf das gelbe Wunder und trinken täglich Kurkuma-Wasser. 1 TL Kurkuma und 1 TL Honig in einem Glas mit lauwarmes Wasser mischen und trinken. Ich habe es noch nicht ausprobiert, ob es einen Versuch wert wäre?