Es werde Licht – Karthigai Deepam

Oellicht

Heute feiern wir in Tamil Nadu das Lichterfest Karthigai Deepam. Es findet jedes Jahr im tamilischen Monat Karthigai (Mitte November bis Mitte Dezember) statt. Tausende von Gläubigen führt es jeweils in die berühmte Pilgerstadt Tiruvannamalai, um die zehntägigen Festlichkeiten hautnah mitzuerleben. Wenn es ihre Gesundheit zulässt, so wie dieses Jahr, reisen auch meine Schwiegereltern hin.

Bei Vollmond am 10. Tag wird auf dem heiligen Berg Arunachala ein riesiges Feuer entfacht. Darauf werden in ganz Tamil Nadu kleine Öllichter an die Hauseingänge und auf die Straßen gestellt. Obwohl ich inzwischen weiß, was zu tun ist, ruft mich mein Schwiegervater immer an, um nochmals Instruktionen zu geben. Vor jede Haustür muss ich zwei Öllichter stellen, natürlich auch hinter dem Haus und die Flammen müssen gegen Osten zeigen. Auch auf die Straße gehören Öllichter und natürlich ein schönes Kolam. Da unsere Nachbarn alle das Gleiche tun, erhellen jeweils viele Öllicher die dunkle Nacht.

Kolam
Kolam

Oellichter auf der Strasse

Der Legende nach ist das Lichterfest Karthigai Deepam eng mit dem heiligen Berg Arunachala verwoben. Dort ließ Lord Shiva eine riesige Feuersäule in Form eines Lingam entstehen. Er schlichtete dadurch einen Streit zwischen Vishnu, dem Erhalter und Brahma, dem Schöpfergott. Die beiden wetteiferten nämlich darum, wer der Stärkere, der Bedeutsamere sei. Shiva forderte darauf die beiden Streithähne auf, den Anfang und das Ende der riesigen Feuersäule zu finden. Vishnu verwandelte sich in ein Wildschwein und grub sich tief in die Erde, um den Anfang zu suchen, und Brahma erhob sich als Schwan in die Lüfte um das Ende zu finden. Beide gaben schließlich erfolglos auf, verbeugten sich vor Lord Shiva und anerkannten ihn als höchste Macht.

Happy Independence Day

Independence Day

Heute am 15. August feiert Indien die Unabhängigkeit von Großbritannien. Es ist ein nationaler Feiertag, der sehr patriotisch gefeiert wird. So wird vielerorts, vor allem auch an Schulen, die indische Flagge gehisst und die Nationalhymne gesungen.

Obwohl man sich heute einen „Happy Independence Day“ wünscht, ist der geschichtliche Hintergrund der Unabhängigkeit Indiens eigentlich ein schrecklich trauriger.

Im August 1947 sah sich England gezwungen, sein indisches Kolonialreich in die Unabhängigkeit zu entlassen. Am Kartentisch zog der englische Rechtsanwalt Cyril Radcliffe die Grenze zwischen Indien und Pakistan, zwischen Hindus und Moslems,  wobei Pakistan auch noch Ostbengalen, das heutige Bangladesch zufiel.

Die Radcliffe-Linie teilte die großen Provinzen Punjab und Bengalen, deren Bevölkerung etwa zur Hälfte muslimisch und hinduistisch war, faktisch in der Mitte. Schreckliche Gewalt auf beiden Seiten waren die Folge. Schätzungen gehen davon aus, dass auf jeder Seite rund sieben Millionen Menschen ihre Heimat verlassen mussten, um in die neuen Landesteile zu fliehen. Bis zu einer Million sollen dabei getötet worden sein. Das Machtvakuum, das die Briten durch ihren schnellen Abzug hinterliessen, nutzten einflussreiche Menschen schamlos aus, um sich Land und Besitz anzueignen oder einfach vollendete Tatsachen zu schaffen. Noch Monate später fand man an Straßenrändern zerstückelte Leichen.

Die tiefen Wunden, die den Menschen durch die Teilung zugefügt wurden, sind noch heute spürbar.

Happy New Year!

Happy Tamil New Year

Heute feiern wir das tamilische Neujahr. Es ist der erste Tag des Monates Chithirai. Das Datum richtet sich noch dem Sonnenzyklus des Hindu-Kalenders und fällt ungefähr auf Mitte April des gregorianischen Kalenders.

Als ich um neun Uhr die Küche meiner Schwiegereltern betrete, brutzelt und köchelt es schon in vielen Töpfen. Mein Schwiegervater hat um 10 Uhr Pläne. Er will sich eine Sendung im Fernseher ansehen, daher hat er bereits früher angefangen zu kochen. So helfe ich nur noch beim Finish mit. Ich schneide die Zwiebeln, Chilis und Curryblätter klein, die in den Vadai-Teig kommen und frittiere die Linsenküchlein gold-braun.

Vadai frittieren

Am tamilischen Neujahr sollte von jeder Geschmacksrichtung etwas auf den Tisch kommen.

In Tamil unterscheidet man sechs verschiedene Geschmackssinne: Salzig, süß, bitter, scharf, sauer und geschmacklos. Spinat, Vadai (frittierte Linsenküchlein, Payasam (süße Reisnudeln) und Sundal (Hülsenfrüchte) sind an diesem Tag für unsere Familie ein Muss auf dem Menuplan. Dazu gibt es noch Rasam, Kartoffeln und Reis.

Speisen für neu Jahr

Natürlich werden alle diese feinen Sachen zuerst in einer Pooja gesegnet. Als erste kosten die Ahnen von den Speisen. Kleine Portionen werden auf einem Bananenblatt den Krähen offeriert, die in Indien als Verbindung zu den Verstorbenen gesehen werden.

Viele tragen am Neujahrstag neue Kleider und besuchen ihren Haustempel.

In unserem Quartier hat es zwei Tempel, einen Shiva- und einen Vishnu-Tempel. Am Abend werden die Hauptgötter beider Tempel ausgeführt.

Auf einem schön dekorierten Wagen dürfen sie durchs Quartier fahren. Durch das laute Trommeln hört man sie schon von Weitem kommen, und die Anwohner strömen aus ihren Häusern, um sich segnen zu lassen.

Unser Osterfest in Indien

Ostern

Das Osterfest rückt in großen Schritten näher und wieder einmal habe ich vergessen, die Zwiebelschalen für die Ostereier-Färberei zurückzulegen. So werden die Eier auch dieses Jahr mehrheitlich im Schwarztee-Sud vor sich hin köcheln, um wenigstens etwas Farbe abzukriegen. Stände bei mir Ostern nicht groß im Kalender und wäre Good Friday nicht schulfrei, dann würde ich dieses schöne Frühlingsfest jährlich verpassen. Denn hier erinnert gar nichts daran. Draußen herrschen hochsommerliche, schwüle 35 Grad und im Moment sitze ich ehrlich gesagt lieber in der klimatisierten Wohnung.

Doch die schweizerische Ostertradition unserer Familie habe ich auch hier im fernen Indien immer weitergeführt.

Für mich ist und war es nie ein religiöses Fest. In meiner Kindheit gingen wir nicht in die Kirche oder wurden mit biblischen Geschichten vertraut gemacht. Es war einfach ein tolles Familienfest mit Kuchen, Butterzopf, schön gefärbten Eiern, vielen Süßigkeiten und natürlich durften wir Kinder ein Osternest suchen. Schöne, glückliche und zufriedene Erinnerungen fliegen herbei, wenn ich daran zurückdenke.

Das Osterfest begann jeweils am Ostersamstag in der Früh. Mit einem Körbchen gerüstet, ging ich immer zum Denkmal, denn hinter der Hecke wuchs viel Osterkraut. Die schönen, dekorativ-verzweigten Kräuter brauchten wir zum Eierfärben. Danach machte ich noch eine Runde um unser Haus und pflückte Gänseblümchen, Kleeblätter, Primeln und andere Blüten.

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Gänseblümchen – ich vermisse sie!

Meine Großmutter bereitete in der Zwischenzeit den Sud für die Eier zu. Gut organisiert, wie sie war, sammelte sie immer schon Monate im Voraus die Zwiebelschalen, die den Eiern einen tiefrot-braunen Farbton gaben. Später färbten wir dann einen Teil der Eier auch noch mit Rot- und Blauholz. Ein aufgeschlagenes Eiweiß, alte Nylonstrümpfe, eine Schere und zwei Spulen Bindfaden lagen immer schon auf ihrem Küchentisch bereit, wenn ich von meiner Kräutertour zurückkam. Dann begannen wir die Eier mit Kräutern und Blüten zu dekorieren. Mit Eiweiß „klebten“ wir die Pflänzchen sorgfältig auf die Eier, die danach mit einem Stück Strumpf überzogen und hinten mit Faden geschlossen wurden. Meine Mutter hatte zu wenig Geduld für diese Arbeit, die viel Fingerspitzengefühl abverlangt. Meine Großmutter und ich jedoch liebten es und je älter ich wurde, desto mehr wurde die Ostereier-Färberei zu einem Großmutter-Enkeltochter-Event. Waren genügend Eier eingewickelt, dann wurden sie im natürlichen Sud zehn Minuten gekocht. Mein Großvater schaute immer wieder hoffnungsvoll bei uns in der Küche vorbei. Er wartete sehnsüchtig aufs erste Ei, das einen Sprung hatte und das er schon vor dem Fest mit Senf verschmausen konnte. Er hatte immer Glück!

Nach dem Färben und Abkühlen wurden die wunderschönen Eier noch mit einem öligen Tuch geglänzt und in ein großes Osternest gelegt.

Am Ostersonntag durften wir Kinder unser Nest suchen und gegen elf Uhr kam die ganze Familie zum Osterbrunch zusammen. Die Tradition des Eiertütschens wurde hochgehalten. Der Kampf Ei gegen Ei war immer spannend und alle versuchten, im Eierkorb jeweils das Stärkste ausfindig zu machen.

Auch hier in Indien führe ich diese Tradition weiter. Nur die Eier schmuggle ich an meinen Schwiegereltern vorbei in den oberen Stock, aber das mache ich das ganze Jahr über. Die Kaste meines Mannes ist strikt vegetarisch. Fleisch, Fisch und Eier kommen niemals auf den Tisch. Ich bin zwar schon lange Vegetarierin, aber Eier verschmähen Suriyan und ich nicht. Solange sie unsichtbar in Kuchen und Biskuits verbacken, d. h. versteckt sind, isst mein Mann sie übrigens auch gerne ;-)! Er würde jedoch nie ein Oster- oder Spiegelei essen.

Als Suriyan klein war, haben wir oft Dekorationen gebastelt. Einmal haben wir Eier ausgeblasen, angemalt und aufgehängt. Als mein Schwiegervater in unsere Wohnung kam, traf ihn fast der Schlag. Er äußerte sich mir gegenüber wohlweislich nie darüber. Bei Prabhu fragte er jedoch schon nach, warum ich dies tun würde, das sei doch ekelhaft.

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Am Ostersamstag sammle ich in meinem Dachgarten Kräuter und Blüten und färbe die Eier mit natürlichem Tee-Zwiebelschalen-Sud. An diesem Tag fühle ich mich immer sehr mit meiner Großmutter verbunden, die schon vor vielen Jahren gestorben ist. Unser Sohn hilft jeweils rund eine Stunde mit, dann findet er es langweilig und verzieht sich.

Am Ostersonntag verstecke ich in der Früh, sodass die Schokolade nicht wegschmilzt und die Ameisen sich nicht daran laben können, Suriyans Osternest. Danach folgt unser Osterbrunch mit Butterzopf, Karottenkuchen, Käse, Konfitüre, … und natürlich fehlen auch die schön gefärbten Eiern nicht.

Ich freue mich schon jetzt darauf und wünsche euch allen frohe Ostern!

Dieser Artikel ist Teil einer Blogger Parade zum Thema Ostern . Vielleicht habt ihr Lust bei anderen Mitschreiberinnen und -schreiber reinzulesen. Unter folgendem Link findet ihr die anderen Texte.

https://bloggerparade.de/osterparade-alles-rund-ums-ei

Valentin lässt grüssen – aus meinem Tagebuch vom 14. Februar 2007

Valentinstag

Die Valentins-Tradition schwappt auch nach Indien über, schließlich ist man modern, aufstrebend und wo Inder ein gutes Geschäft wittern, sprich Geld riechen, da werden alle Register gezogen.

Bereits Tage vor dem 14. Februar sind die Zeitungen mit Werbeinseraten überfüllt, es wird geworben, dass sich die Balken biegen. Schmuck, Restaurants, Kleidergeschäfte, Reiseangebote, Events, … es nimmt kein Ende.

Mein Mann lässt sich von dieser Werbung leider nicht inspirieren. Die Fachtipps vom Profi im Valentine’s Special, einer Beilage unserer Wochenzeitung, lassen ihn kalt. Er findet solche Tage einfach „*Chabis“. Tja, so muss ich wohl oder übel auf den vom Valentins-Fachmann empfohlenen I-Pod, das romantische Wochenende in Malaysia und auf das neue Handy verzichten. Eigentlich teile ich ja die Meinung meines Liebsten und finde den Tag der Liebenden vor allem  eine Geschäftemacherei.

Trotzdem habe ich am Vortag bei Prabhu zur Sicherheit – unter Androhung eines Heimweh-Heulanfalls – Blumen bestellt. Es ist nicht so, dass ich nie Blumen bekomme, aber am Valentinstag ist dies quasi obligatorisch.

Es hat tatsächlich geklappt und ich bekam einen Strauss mit roten Rosen ;-)!

Am Abend hat er mich, d. h. uns, sogar zum Essen ausgeführt. Eigentlich wollten wir in unser Stammrestaurant in der Nähe, aber als ich unseren Sohn auf dem Weg fragte, was er denn essen möchte und ihm die ganze indische Palette schmackhaft machte, meinte er nur: „Pizza ässe!“. Der liebende Vater fuhr umgehend in den Pizza Hut, wo wir wegen Valentinsandrang etwa eine Viertelstunde warten mussten, bis wir einen Tisch bekamen.

Die Pizza schmeckte lecker und die vielen roten Herzballons mit der Aufschrift „I love you“, die uns überall entgegen leuchteten, stimmten unglaublich romantisch, oder eben auch nicht….

*Chabis bedeutet eigentlich Kohl. Im berndeutschen Sprachgebrauch wird es oft verwendet, wenn man etwas doof oder unsinnig findet.

 

Happy Pongal!

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Pongal-Töpfe

Vom 14. bis am 17. Januar feiern wir das Erntedankfest Pongal, das wichtigste hinduistisches Fest für die Tamilen.

Am ersten Tag, an Bhogi, verbrennt man symbolisch etwas Altes, um sich fürs Neue, für das Kommende bereit zu machen. Die Luftverschmutzung, die jeweils daraus resultiert, ist immens.

Der Hauseingang wird mit kleinen Palmblätter-Girlanden und mit frisch geerntetem Zuckerrohr geschmückt.

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Palmblätter-Girlande

Überall an den Straßenrändern sieht man kleine Stände, die Zuckerrohr, Palmblätter-Girlanden, Gelbwurz und Pongal-Töpfe verkaufen. Viele Leute sind mit den langen, nicht sehr transportfreundlichen Zuckerrohrstangen unterwegs.

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Zuckerrohr
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Gelbwurz
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Unterwegs mit langen Zuckerrohrstangen
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Pongal-Töpfe aus Ton, manche sind auch bunt bemalt

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Der zweite Tag, das große Pongal, ist der bedeutsamste Feiertag. An diesem Tag tragen die meisten neue Kleidung. Es ist der Tag der Sonne, der dem Sonnengott gewidmet ist. Vor den Hauseingängen streuen die Frauen oft bereits am Vorabend in stundenlanger Arbeit wunderschöne farbige Rangolis.

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Rangoli von meiner Schwägerin

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Viele Familien kochen oft im Hinterhof unter freiem Himmel Pongalreis. Pongal bedeutet in Tamil wörtlich „überkochen“. Neben dem normalen Pongalreis kochen wir auch immer Sakkarai-Pongal, einen süssen Reis mit Jaggery und Cashew-Nüssen.

Ein kleiner, schön geschmückter Altar wird gegenüber den Töpfen aufgebaut. Allerhand wird dort dem Sonnengott dargeboten. Zuckerrohr, Mangoblätter, Neemblätter, Gelbwurz, elf verschiedene Gemüse und natürlich auch die üblichen Altargaben (Bananen, Kokosnuss und Bettelnussblätter) dürfen nicht fehlen.

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Kleiner Altar im Hinterhof bei meiner Schwägerin
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11 verscheidene Gemüse

Mit den 11, manchmal auch noch mehr Gemüsesorten (Kochbanane, Süßkartoffel, Kartoffel, Kürbis, Aubergine, Bohnen, Elefantenfuß, Bananenstamm, Yam, Arum und Kefenwird ein spezieller Sambar (Gemüse-Soße) zubereitet. Wichtig hierbei ist, dass die Anzahl der verschiedenen Gemüse ungerade ist. Nachdem das Essen auf einem Bananenblatt angerichtet wird, beginnt die Pooja-Zeremonie. Man betet zu den Göttern, zu den Ahnen und am Schluss unter freiem Himmel zur Sonne. Man bedankt sich für die reiche Ernte und ruft „Pongal-o-Pongal“. Eigentlich sollte man den Pongalreis, um Wohlstand, Glück und Überfluss zu bewirken, überkochen lassen. Bevor man selbst etwas zu essen bekommt, wird auf einem kleinen Bananenblatt von allen feinen Speisen etwas daraufgelegt. Dieses wird dann draußen für die Ahnen hingelegt. Wenn man „Kaa, kaa, kaa“ ruft, geht es nicht lange und die Krähen machen sich über die Leckereien her. In Indien stehen die schwarz Gefiederten den Ahnen nahe und sind die Boten zwischen dem Dies- und Jenseits.

Am dritten Tag, an Maattu-Pongal, dankt man den Kühen und Büffeln für ihre Dienste. Sie werden an Maattu-Pongal richtig verwöhnt. Am späten Nachmittag werden die Tiere schön geschmückt, gesegnet und die Hörner werden farbig bemalt. Die Ochsen werden vor einen Wagen gespannt und eine kleine Fahrt zum nächstgelegenen Tempel wird unternommen.

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Rangoli für Maattu-Pongal

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Auch landwirtschaftliche Fahrzeuge werden gereinigt, geschmückt und gesegnet.

Der letzte Tag ist Fun und Spaß. Man besucht Familie und Freunde. Die Kinder bekommen Geld und Süßigkeiten. Viele machen einen Ausflug an den Strand, so ist der Marina Beach in Chennai an diesem Tag völlig überbevölkert.

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Marina Beach an Pongal

 

 

 

Die Schattenseiten von Deepavali

2011-08-08 144

Ich freute mich sehr, als ich hörte, dass der Supreme Court of India endlich aktiv wurde und den Gebrauch von Feuerwerk an Deepavali auf zwei Stunden beschränkte.

Die Luftqualität in den Städten wird durch Feuerwerk immens verschlechtert. Die schlechte Qualität des Feuerwerks führt zu einer enormen Rauchentwicklung. Ich kann mich nicht erinnern, dass Feuerwerk in der Schweiz jemals so viel Rauch produzierte. Das meiste Feuerwerk wird scheinbar in Sivakasi (Tamil Nadu) hergestellt. Jedes Jahr spült es jedoch auch immer mehr chinesische Waren auf den Markt. Wie die Arbeitsbedingungen und Menschenrechte in diesen Fabriken aussehen, möchte ich mir nicht einmal vorstellen.

Auch für die Tiere in den Städten ist Deepavali ein Albtraum. Sie können von der Knallerei nicht flüchten und sind den lauten Böllern gnadenlos ausgeliefert. Jedes Jahr sterben viele Tiere durch den unglaublichen Stress und durch Unfälle mit Knallkörpern.

Auch für unsere Hunde ist Deepavali mit viel Stress verbunden, obwohl sie zu Hause in Sicherheit sind.

Was mich auch jedes Jahr aufs Neue ärgert, ist die Tatsache, dass man auf der Straße einfach achtlos alles entsorgt. Im Vorfeld werden die Häuser sorgfältig geputzt und nach Deepawali sehen die Strassen aus wie Müllhalden. Abgebrannte Zuckerstöcke, bengalische Stäbchen, Verpackungsmaterial, Geschenkpapier, … alles bleibt liegen. Irgendjemand wird es in den nächsten Tagen ja schon putzen.

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Aus diesen Gründen haben wir vor zwei Jahren beschlossen, bei diesem Feuerwerks-Spektakel nicht mehr mitzumachen. Lieber geben wir Suriyan dafür einen Batzen und spenden etwas für Bedürftige.

Ich bin sehr erstaunt, dass die Verordnungen des Supreme Courts so gut eingehalten wurden. In Tamil Nadu durfte man von 6 -7 Uhr morgens und von 7- 8 Uhr abends Feuerwerk anzünden. Natürlich gab es auch Knaller vor und nach den offiziellen Zeiten, aber im Vergleich zu anderen Jahren war die ganze Knallerei viel erträglicher. Die Polizei in Tamil Nadu wurde in über 2100 Fällen von unerlaubtem Gebrauch von Feuerwerk aktiv. Es gab Bussen bis zu 200 Rupees und 650 Uneinsichtige wurden sogar festgenommen. Diese Aktionen der Polizei werden wahrgenommen und wirken hoffentlich auch präventiv für das nächste Jahr.