Eier-Dosai

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Meine indische Familie ist strikt vegetarisch. Ich habe damit kein Problem, denn ich lebte bereits bevor ich meinen Liebsten kennenlernte, lange Jahre ohne Fleisch.

Nur bei den Eiern sind wir nicht auf der gleichen Wellenlänge. Unser Sohn und ich mögen nämlich ab und zu ein Hühnerei. Solange die Eier in Biskuits oder Kuchen versteckt sind, stört sich auch mein Mann nicht daran. Meine Schwiegereltern hingegen essen gar keine Eier und finden dies eklig. Unter dem Motto, „Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß,“ verstecke ich die Eier immer etwas, wenn ich sie in unsere Wohnung in den ersten Stock trage.

Mit dem Kochen ist es bei uns nicht einfach. Mein Mann mag fast ausschließlich nur südindisches Essen und unser Sohnemann steht praktisch nur auf Continental Food. Ich hingegen bin essenstechnisch eine unkomplizierte Frohnatur, d. h. ich bin glücklich, wenn es etwas zu essen gibt.

Suriyan mäkelt meistens, wenn es südindisches Essen gibt. Jetzt habe ich aber etwas gefunden, das auch ihm schmeckt. Eier-Dosai!

Hier mein Rezept:

Zutaten:

  • Dosai-Teig
  • Zwiebeln
  • Eier
  • Salz
  • Tomaten-Chutney oder Tomatensauce
  • Ev. Frischer Koriander

Zubereitung:

  1. Eine Zwiebel klein schneiden und mit einem aufgeschlagenen Ei und wenig Salz vermengen.

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2. Den Dosai-Teig in einer heißen, geölten und flachen Pfanne mit einer Kelle kreisförmig ausbreiten. Ich mache die Dosai immer auf der höchsten Temperaturstufe. Wenn sich leicht hellbraune Stellen zeigen, 1 – 2 EL Tomaten-Chutney oder die Tomatensauce darauf verteilen.

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3. Danach das verquirlte Ei mit den Zwiebeln auf dem Dosai verteilen. Die Temperatur leicht zurückstellen und warten bis das Ei etwas fest wird. Wer mag, kann auch noch etwas frischen Koriander darüber streuen.

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4. Das Dosai sorgfältig auf die andere Seite wenden und kurz anbraten.

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5. Mit Sambar oder Chutney servieren.

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Einen guten Appetit!

Das Rezept für Tomaten-Chutney findest du hier:

https://meinlebeninindiendotblog.wordpress.com/2019/07/08/tomaten-chutney/

Das Rezept für Dosai-Teig:

https://meinlebeninindiendotblog.wordpress.com/2019/03/29/homemade-idly-oder-dosai-teig/

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Sweet Lime Soda – Erfrischung pur

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Diejenigen, die bereits in Indien waren, kennen es bestens. Sweet Lime Soda findet sich wohl auf jeder indischen Speisekarte. Das erfrischende Getränk kann man sehr gut und schnell zu Hause zubereiten. In den heißen Sommermonaten bestelle ich es oft im Restaurant und mache es auch selbst zu Hause.

Zutaten:

  • Zitronen
  • Zucker (ich nehme immer den etwas gesünderen, unraffinierten Zucker „Khandsari Sugar“. Dieser wird aus kalt gepresstem Zuckerrohr gewonnen. Es geht aber auch gewöhnlicher Zucker oder Rohrzucker.
  • Ev. Minze
  • Ev. Salz, Chat Masala, schwarzer Pfeffer

Zubereitung:

  1. Etwa ½ Tasse Wasser erhitzen und 4-6 Esslöffel Zucker dazugeben. Das Ganze rühren, bis sich der Zucker aufgelöst hat und ein Zuckersirup entstanden ist. Man kann den Zucker natürlich auch direkt beigeben, aber man muss viel länger rühren, bis sich der Zucker auflöst.
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Den Zuckersirup kann man gut im Kühlschrank aufbewaren.

2. Zitronensaft auspressen und je nach gewünschter Säure 3-5 Esslöffel in ein Glas geben.

Zitronensaft auspressen

zitronen von hand ausgepresst
Danach noch nach indischer Art den letzten Saft von Hand auspressen 😉!

3. Nach gewünschter Süße 2-5 Esslöffel Zuckersirup dazugeben.

4. Wasser oder Soda dazugeben und umrühren. Vorsicht mit dem Soda-Wasser! Langsam einschenken, da es ziemlich schäumen kann. Je nach Wunsch Eiswürfel und einige Minzblätter dazugeben und servieren.

Sweet lime soda

Ich mag die klassische Variante am liebsten. Wer es gerne etwas indischer hätte, der kann zusätzlich eine Prise Chaat Masala und schwarzen Pfeffer dazugeben.

Da wir in den Sommermonaten leichter ins Schwitzen geraten, verliert unser Körper wichtige Salze. Hier in Indien trinken aus diesem Grunde viele die Lime Soda mit etwas Salz. Im Restaurant fragt der Kellner meistens nach, ob man die Lime Soda sweet or salted möchte. Ich habe mich recht lange nicht an die gesalzene Lime Soda rangetraut. Aber jetzt mag ich es durchaus. Oft mache ich für mich eine süß-salzige Mischung, d. h. ich gebe einfach noch eine oder zwei Prisen Salz dazu. Einfach ausprobieren und genießen. Ich wünsche euch viele erfrischende Sommertage und alles Gute!

 

 

Lassi – das erfrischende Sommergetränk

Lassi ist ein Joghurtgetränk, das in ganz Indien gerne getrunken wird. Sehr berühmt ist das sämige Lassi aus dem Punjab. Wer im nordwestlichen Bundesstaat unterwegs ist, sollte sich dies auf keinen Fall entgehen lassen.

Besonders während der Sommerhitze ist Lassi sehr beliebt. Das Getränk kühlt und erfrischt den Körper. Es ist einfach und schnell selbst zubereitet und jeder kann, je nach Geschmack, sein eigenes Lassi kreieren.

Hier mein Lassi Grundrezept für 4-5 Gläser:

Zutaten:

-500 g Naturjoghurt

-3-5 EL Puderzucker

-¼ TL Salz

-5-8 EL Rosenwasser

-¼ TL Kardamompulver

-Etwas Wasser, um die gewünschte Konsistenz zu bekommen.

-Eiswürfel zum Servieren

Zubereitung:

Das Naturjoghurt in eine Schüssel geben.

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Den Puderzucker, das Salz, das Kardamompulver und das Rosenwasser dazugeben und mit dem Schwingbesen oder dem Handmixer gut verrühren.

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Eventuell etwas Wasser dazugeben, um die gewünschte Konsistenz zu bekommen. Viele geben kein Wasser dazu und trinken Lassi dickflüssig. Ich habe es lieber etwas flüssiger.

Wer gerne Früchte mag, kann pürierte Mango, Erdbeeren, Himbeeren … dazugeben. Der Fantasie sind kaum Grenzen gesetzt.

Sehr sättigend wird das Lassi, wenn etwas gemahlene Nüsse (Mandeln, Pistazien, Cashew) eingerührt werden.

Auch etwas Rosensirup ergibt einen tollen Geschmack.

Da man in den Sommermonaten oft viel schwitzt und wichtige Körpersalze verliert, kann man auch mal ein salziges Lassi ausprobieren und die Salzmenge erhöhen.

Ich wünsche euch viel Spaß beim Ausprobieren!

Lassi mit etwas Rosensirup

Wenn es pressiert …

Dringend aufs Klo
Es ist wieder unglaublich heiß. Mit einem scharfen Messer könnte ich die feuchtheiße Luft sicherlich in Würfel schneiden. Immer wieder tupfe ich mir mit meiner Dupatta (Schal) die Schweißtropfen von der Stirn.
Jammernd meine ich zu unserem Sohn: “Komm, lass uns ins Restaurant gehen und etwas trinken. Mir ist es zu heiß!” Sohnemann ist sofort einverstanden und fünf Minuten später sitzen wir gemütlich unter dem Ventilator und überlegen, was wir bestellen möchten. Das Restaurant erscheint sauber und vertrauenswürdig. So entscheidet Suriyan sich für einen Wassermelonensaft und ein Samosa (gefüllte Teigtasche mit Gemüsefüllung) und ich für eine Lassi. Das berühmte indische Joghurtgetränk kühlt und erfrischt. Eigentlich das Ideale bei diesem subtropischen Klima. Genüsslich trinke ich das sämig-süßliche Getränk und kühle innerlich langsam ab.
Doch bereits auf der Rückfahrt nach Hause rumpelt es in meinem Magen. Die Lassi, denn etwas anderes kann es nicht gewesen sein, lässt grüßen. Nur noch schnell in den Supermarkt und dann nach Hause. Mein Magen meldet sich immer mehr, es schmerzt und der kalte Schweiß bricht mir aus.
Ob die Zeit noch reicht bis wir daheim sind? Soll ich im Supermarkt die Toilette aufsuchen? Als ich an die unhygienische, stinkende Toilette denke, entscheide ich mich schnell für die risikoreiche Fahrt nach Hause.
Eigentlich sollte ich nach zehn Jahren wissen, dass Indien und Eile nicht besonders gut miteinander harmonieren. Die kurze Fahrt vergeht im Zeitlupentempo und natürlich wechselt jede Ampel auf Rot. Meine Gedanken sind nur bei meinem Schließmuskel.
Endlich erreichen wir unser Haus, ich springe raus und laufe die Treppen hoch. Gott sei Dank! Es hat gereicht und eine riesige Erleichterung macht sich breit. Suriyan lacht und meint, dass er mich noch nie so schnell laufen gesehen hat.
Ja, meine neue Heimat hält viele nette Bakterien und Viren bereit, die einem plötzlich aus dem Nichts überrollen können. Schon länger hat es mich nicht mehr erwischt und ich bin ansonsten auch nicht sehr empfindlich.
In Indien sollte man sich immer gut überlegen, wo und was man konsumiert. Die Stromversorgung wird vor allem in den heißen Monaten immer wieder unterbrochen, so ist die Kühlkette oft nicht gewährleistet.

Navalpazham – die gesunden Vitaminbomben

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Gestern habe ich Navalpazham gekauft. Die schwarzen Beeren werden auch als Jambul, Malabar-Plum, Black Plum, Neredu, Rajaman, Kala Jamun, Jamali oder Java-Plum genannt. Die Malabar Pflaume stammt ursprünglich aus Indien, breitete sich aber auch in anderen tropischen Regionen der Welt aus. So findet man sie heute in verschiedenen Ländern Südostasiens und Ostafrikas. Mein Mann mag sie sehr und es sind richtige Vitaminbomben. Ich kann nur etwa zwei oder drei davon essen. Von den süß-sauren Beeren bekommt man nämlich sofort eine pelzige Zunge und dieses Gefühl mag ich nicht. Mein Mann jedoch hat alle ratzeputz aufgegessen und ist vorerst mit Vitaminen versorgt.

Die ovalen Beeren, die etwas größer als Oliven sind, haben viele gesundheitliche Vorteile. Sie lindern Magenschmerzen und sind hilfreich bei Herzerkrankungen, Asthma, Diabetes und Arthritis. Die vielen freien Radikale und die Antioxidantien sollen auch vorbeugend gegen Krebserkrankungen wirken. Die schwarze Pflaume hilft den Blutzuckerspiegel zu normalisieren und wirkt blutreinigend. Aufgrund des niedrigen glykämischen Indexes ist sie für Diabetiker geeignet.

In der ayurvedischen Medizin kennt man die Pflanze schon sehr lange. Sowohl der Stein der Beere, wie auch die Rinde des Baumes werden zu Medikamenten verarbeitet.

Mit Sicherheit werde ich meinem Liebsten die Naval- Beere nun vermehrt anbieten. Auch mich haben die gesundheitlichen Vorteile überzeugt und so werde auch ich, trotz pelziger Zunge, nun mehr davon essen.

Nungu – die Frucht der Palmyra-Palme

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Es ist Nungu-Saison! Am Straßenrand werden die aubergine-farbigen, kugeligen Früchte der Palmyra-Palme wieder feilgeboten, die in Tamil Nungu genannt werden. Natürlich müssen wir auf dem Weg nach Pondicherry an einem Stand anhalten, denn die Nungu oder der Ice-Apple, wie die Engländer sagten, ist die ideale Erfrischung in der hochsommerlichen, subtropischen Hitze. Die nette Frau am Stand hat mit der Sichel bereits einige Früchte aufgeschlagen und die essbaren Nungu liegen in einem zugedeckten Topf bereit zum Verkauf. Doch erst muss man sich die gelartige Frucht verdienen und die hellbraune Haut, die sie eng umschließt, sorgfältig entfernen. Das ist von Hand gar nicht so einfach. Hat man dann die glitschige, durchsichtige Frucht endlich befreit, muss man sich erst etwas an die ungewöhnliche Konsistenz gewöhnen. Irgendwie erinnern sie mich immer an Silikon-Implantate. Wobei ich hier erwähnen möchte, dass ich diesbezüglich nur über bildliches Wissen verfüge!

Nungu Verkaeuferin

Nungu, Ice Apple 2

Der Geschmack ist süßlich, wässerig und sehr erfrischend. Für drei Stücke bezahlten wir 10 Rupees, rund 13 Cents. Die Nungu ist voller gesunder Sachen. Sie kühlt den Körper und enthält viel Vitamine und Mineralstoffe. Auch wirkt sie sehr entzündungshemmend und wird erfolgreich bei Haut-, Leber- und Tumorerkrankungen eingesetzt. Bei den momentanen Temperaturen, die nun bei 40 Grad und darüber liegen, ist der Ice Apple der ideale Snack für zwischendurch. Ich werde mir diesen Sommer mit Sicherheit noch mehr Nungu einverleiben.

Nungu geschaelt
Mit dem Messer geht das Schälen bedeutend einfacher.

Sapota – Exot aus meiner neuen Heimat

Sapota

Die braune, kugelförmige Frucht Sapota und ich haben eines gemeinsam: Beide sind wir nicht aus Indien. Die exotische Frucht, die ursprünglich aus Mexico, Guatemala und Belize stammt, wurde durch die Kolonialisierung nach Asien gebracht und erreichte im späten 19. Jahrhundert Indien.

Der Breiapfelbaum, wie er in Deutsch genannt wird, hat sich in vielen Bundesstaaten Indiens verbreitet und sich scheinbar perfekt an die neue Heimat angepasst. Ich, aus dem schweizerischen Mittelland stammend, tue mich da eindeutig schwerer mit der Anpassung und dem Wurzeln schlagen.

Die Sapota-Frucht hat nun Saison. So wurde ich vor zwei Tagen von meinen Schwiegereltern mit Sapotas beglückt.

Ehrlich gesagt, bin ich mit der leicht mehligen, süßen Frucht, deren Aroma ich kaum beschreiben kann, bisher nicht wirklich warm geworden. Mit der Sapota ist es ähnlich wie mit incredible India – entweder man liebt sie oder man mag sie überhaupt nicht! Ich gehöre eher zu den Letzteren. Doch jetzt sind die Früchte reif und man muss sie konsumieren. Im Internet finde ich Rezepte für Sapota Halwa und Barfi, aber das ist mir dann doch zu viel Aufwand und ich entscheide mich für einen Milchshake. Warum nicht ausprobieren?

SapotaMilchshake
Die Sapotas schälen und mit wenig Zucker mixen. Danach kalte Milch dazugeben, kurz verrühren und mit Eiswürfeln servieren.

Die Sapota zu verschmähen, macht eigentlich keinen Sinn, denn sie hat für die Gesundheit viel zu bieten. Sie ist reich an vielen Vitaminen und Mineralstoffen. Wenn ich mir die Health Benefits im Netz durchlese, sollte man sie wirklich mehr zu sich nehmen. Sie ist ein natürlicher Entzündungshemmer, gut für die Verdauung, reich an Antioxidantien, gut für die Knochen, gut für Haut und Haar, reguliert den Blutdruck, hilft beim Abnehmen, … Eine kleine runde Wunderfrucht!

Als Milkshake freunde ich mit der Sapota etwas an, aber Chancen im Kreis meiner Lieblingsfrüchte aufgenommen zu werden, hat sie definitiv nicht.