Der Apfelblüten-Guru

Mit dem dritten Band von Mikael Bergstrand „Der Apfelblüten-Guru“ enden die Abenteuer von Göran Borg und Yogi.

Göran ist wieder in Malmö. Arbeitslos und deprimiert, versucht er sein Leben wieder auf die Reihe zu kriegen. Die Liebesbeziehung mit seiner ehemaligen Therapeutin Karin Vallberg Torstensson steht auf wackeligen Beinen. Karin, die von ihm sehr enttäuscht ist, hat die Beziehung vorerst auf Eis gelegt.

Zur Hochzeit seines besten Freundes Yogi reist er nach Südindien in die wunderschöne Tempelstadt Madurai. Danach besteht das frischvermählte Paar darauf, dass Göran sie auf die kurze Hochzeitsreise nach Varanasi und nach Agra begleitet.

Der restliche Teil des Buches spielt in Schweden. Ganz überraschend taucht Yogi bei Göran auf und wirbelt mit seinen indischen Witz, seinem Charme und seinem Frohmut den schwedischen Alltag auf. Durch die blumig erteilten Ratschläge, die er vielen ungefragt zukommen lässt, bekommt er fast Guru-Status. Gerne suchen die Menschen seine Nähe. Die gemeinsamen Erlebnisse bewirken auch in Görans Leben Veränderungen. Mit mehr Leichtigkeit und Gelassenheit gewinnt er neue Sichtweisen und Klarheit. So gelingt es ihm auch, seine Liebe zurückzuerobern.

Der Apfelblüten-Guru ist leicht und amüsant geschrieben. Yogi brachte mich immer wieder zum Lachen und Schmunzeln. An den ersten Band, der mir definitiv am liebsten ist, reicht er jedoch nicht heran. Ein schöner, runder Abschluss der Göran Borg Trilogie!

 

Hier geht es zu Band 1:

https://meinlebeninindiendotblog.wordpress.com/2018/12/28/der-fuenfzigjaehrige-der-nach-indien-fuhr-und-ueber-den-sinn-das-lebens-stolperte-eine-buchrezension/

Hier geht es zu Band 2:

https://meinlebeninindiendotblog.wordpress.com/2018/12/29/der-50-jaehrige-der-den-hintern-nicht-hochbekam-bis-ihm-ein-tiger-auf-die-spruenge-half-eine-buchrezension/

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Der 50-jährige, der den Hintern nicht hochbekam, bis ihm ein Tiger auf die Sprünge half – eine Buchrezension

Das Buch „Der Fünfzigjährige, der nach Indien fuhr und über den Sinn des Lebens stolperte“ hat mir sehr gut gefallen. In der Hoffnung auf weitere lustige Abenteuer mit Göran und Yogi habe ich mir gleich darauf den zweiten Band „Der 50-jährige, der den Hintern nicht hochbekam, bis ihm ein Tiger auf die Sprünge half“ gekauft.

Göran Borg fällt es schwer, nach seiner traurigen Liebesgeschichte mit Preeti, wieder Fuß zu fassen. Er hat zwar einen gut bezahlten Job in Malmö, aber er wird zunehmend deprimierter. Immer mehr zieht er sich aus dem gesellschaftlichen Leben zurück. Er ist phlegmatisch und entwickelt sich zu einem richtigen Pessimisten. Auf Drängen seiner Tochter beginnt er bei Karin Vallberg Torstensson eine kognitive Verhaltenstherapie, die jedoch auch nicht wirklichen Erfolg zeigt.

Sein einziger Lichtblick ist die Hochzeit von Yogi, die in der Nähe von Madurai stattfinden soll. Diese wird jedoch immer wieder verschoben. Schließlich reist Göran dann früher nach Delhi, um seinen Freund zu besuchen. Er beschließt, ihn bei den vielen Vorbereitungen zu unterstützen.

Doch Yogi und sein zukünftiger Schwiegervater werden beim Kauf einer Teeplantage in Darjeeling betrogen. Der Erlös, der die Mitgift seiner Braut sein sollte, ist verloren und die Hochzeit wird auf Eis gelegt. Das Abenteuer beginnt! Gemeinsam mit Yogis zukünftiger Frau Lakshmi bringen sie die vernachlässigte Teeplantage wieder auf Vordermann. Auch der Betrüger kommt nicht ungeschoren davon und wird spektakulär im Nationalpark Bandhavgarh überführt und schließlich von einem Tiger niedergestreckt.

Die Fortsetzung des Romans konnte mich nicht wirklich begeistern. Der Charme und die Leichtigkeit, die mir im ersten Band so gut gefallen haben, gehen im zweiten Teil weitgehend verloren. Oft fand ich Textpassagen langweilig und an den Haaren herbeigezogen. Yogi, der sympathische, immer frohe und immer hungrige Freund von Göran hat jedoch Unterhaltungswert! Einige Lacher sind garantiert.
Das Buch ist lesenswert, reicht jedoch nicht an den ersten Band heran. Unbedingt muss ich mal nach Darjeeling reisen, um diese fantastischen vegetarischen Momos zu kosten!

Hier geht es zu Band 1:

https://meinlebeninindiendotblog.wordpress.com/2018/12/28/der-fuenfzigjaehrige-der-nach-indien-fuhr-und-ueber-den-sinn-das-lebens-stolperte-eine-buchrezension/

Hier geht es zu Band 3:

https://meinlebeninindiendotblog.wordpress.com/2019/01/10/der-apfelblueten-guru/

Der Fünfzigjährige, der nach Indien fuhr und über den Sinn des Lebens stolperte – eine Buchrezension

Da ich wegen einer schweren Erkältung grade einige Tage ruhend im Bett verbrachte, besorgte ich mir Lesenachschub. Der Roman „Der Fünfzigjährige, der nach Indien fuhr und über den Sinn des Lebens stolperte“ von Mikael Bergstrand stand schon länger auf meiner Leseliste. Von Anfang an hat mich die Geschichte gepackt und im Nu hatte ich das Buch durchgelesen.

Der humoristische, witzige Schreibstil des Autors brachte mich immer wieder zum Schmunzeln, ja sogar zum Lachen.  

Der zweiundfünfzigjährige Göran Borg, ein schwedischer Journalist, ist die Hauptfigur der Geschichte. Geschieden und seit Jahren immer noch seiner Ex-Frau nachtrauernd, geht er durchs Leben. Er ist ein Gewohnheitstier, Phlegmatiker und eigentlich ein Langweiler. An den farblosen, unmotivierten, feinfühligen Göran muss man sich am Anfang der Geschichte etwas gewöhnen. Doch je mehr man von seiner Lebensgeschichte und seinem Innenleben erfährt, desto leichter wird es, ihn ins Herz zu schliessen.

Göran, der schon in einer Lebenskrise steckt, verliert schliesslich nach fünfundzwanzig treuen Dienstjahren in der gleichen Firma seinen Job und versteht die Welt nun gar nicht mehr.

Sein ehemaliger Schulfreund Erik, ein Frauenheld, der als Reiseführer arbeitet, überredet ihn schliesslich zu einer Reise nach Indien.

Widerwillig lässt sich Göran schliesslich darauf ein und schliesst sich der Reisegruppe, die haupsächlich aus nervenden Senioren besteht, an.

Wie es in Indien so oft der Fall ist, kommt alles anders als geplant. Bereits am zweiten Reisetag erkrankt Göran an einer schlimmen Durchfallerkrankung und kann nicht weiterreisen. Lange Tage verbringt er sterbenselend in einem heruntergekommenen Hotel bis endlich Hilfe naht. Der sympathische Inder Yogi, ein Freund von Erik, holt ihn schliesslich ab und das Abenteuer Indien beginnt. Kurzum ändert er all seine Pläne und beschliesst, länger in Indien zu bleiben. Mit Yogi, der als Hindu an einen höheren Sinn glaubt, entdeckt er die Hauptstadt New Delhi und verliebt sich Hals über Kopf in die schöne Preeti Malhotra, eine reiche, verheiratete Geschäftsfrau…

Die Beschreibungen über Delhi und seine Bewohner sind so wunderbar treffend, dass man sofort merkt, dass der Autor ein Indienkenner ist. Mit viel liebevollem Charme und Witz beschreibt er dieses tolle, gegensätzliche Land.

Am Ende habe ich mit Göran sogar einige Tränchen vergossen und ich freue mich schon jetzt auf den nächsten Teil.

Hier geht es zu Band 2:

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Hier geht es zu Band 3:

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Mit Sari auf Safari – Buchrezension

Mit Sari auf Safari

Da ich insgesamt nun schon 10 Jahre in Chennai lebe, interessiert es mich immer zu erfahren, wie es anderen Ausländern und Ausländerinnen in meiner neuen Heimat ergeht. Empfinden sie vieles gleich oder ganz anders? Mit welchen Schwierigkeiten haben sie zu kämpfen? Wie nehmen sie dieses vielseitige, gegensätzliche, bunte Land wahr? Wie hat sie dieses Land verändert?

So bin ich auf das Buch von Tabitha Bühne „Mit Sari auf Safari“ gestossen. Das Buch wurde im Fontis-Verlag herausgegeben. Auf Amazon hatte das Buch viele gute Rezensionen und so habe ich das E-Book gekauft.

Tabitha Bühne ist von der Liebe enttäuscht. Als sie jedoch Markus Spieker, der als Südostasien-Korrespondent in Delhi lebt, kennen lernt, ändert sich ihr Leben komplett. Nach nur kurzer Zeit des Kennenlernens beschliessen die beiden gläubigen Christen zu heiraten. So folgt die natur- und freiheitsliebende Tabitha ihrem Mann in die riesige Metropole. Das Alltagsleben, die Armut und die starke Luftverschmutzung machen ihr sehr zu schaffen. In einem einfachen, flotten Schreibstil erzählt sie in der Gegenwartsform von ihren spannenden Erlebnissen und Geschichten, die sie in zwei Jahren Indien erlebt hat.

Tabitha Bühne will, wie sie in ihrem Buch immer wieder betont, Indien besser kennen lernen. So besucht sie für eine Woche einen Ashram in Rishikesh und praktiziert Yoga, sie nimmt an einem Ayurvedakurs teil und sie kann ihren Mann immer wieder auf spannende Reisen in ganz Südostasien begleiten.

Doch mir persönlich erscheint Tabitha Bühne in ihrem Buch alles andere als weltoffen. In ihrem sehr eng geschnürten christlichen Korsett beurteilt und verurteilt sie vorschnell und bleibt in ihren Texten sehr oberflächlich und wertend. In anderen Religionen oder Wertvorstellungen sieht sie nichts Verbindendes oder Gutes. Sie empfindet nur Mitleid mit den armen Seelen und ist froh auf dem richtigen Weg zu sein. Zitat: „Ich weiss nicht, was ich fühlen soll. Ich wünschte, sie würden Jesus kennen. Immerhin glauben sie noch an etwas Überirdisches und beten keine Fussballspieler oder Musiker an.“ Von ihrem liebenden Gott zu erzählen, ist ihr wichtig und jede Erfahrung, die sie in Indien macht, lässt sie ein wenig zu einer besseren Christin werden.

Für mich ist dieses Buch definitiv kein Reiseschmöker, sondern ein sehr religiöses Buch mit christlichen Inhalten, wie man es in einer christlichen Buchhandlung erwarten würde.

Ich musste mich Kapitel für Kapitel durchkämpfen und habe mich sehr oft über die christliche Engstirnigkeit der Autorin geärgert.