Happy Independence Day

Independence Day

Heute am 15. August feiert Indien die Unabhängigkeit von Großbritannien. Es ist ein nationaler Feiertag, der sehr patriotisch gefeiert wird. So wird vielerorts, vor allem auch an Schulen, die indische Flagge gehisst und die Nationalhymne gesungen.

Obwohl man sich heute einen „Happy Independence Day“ wünscht, ist der geschichtliche Hintergrund der Unabhängigkeit Indiens eigentlich ein schrecklich trauriger.

Im August 1947 sah sich England gezwungen, sein indisches Kolonialreich in die Unabhängigkeit zu entlassen. Am Kartentisch zog der englische Rechtsanwalt Cyril Radcliffe die Grenze zwischen Indien und Pakistan, zwischen Hindus und Moslems,  wobei Pakistan auch noch Ostbengalen, das heutige Bangladesch zufiel.

Die Radcliffe-Linie teilte die großen Provinzen Punjab und Bengalen, deren Bevölkerung etwa zur Hälfte muslimisch und hinduistisch war, faktisch in der Mitte. Schreckliche Gewalt auf beiden Seiten waren die Folge. Schätzungen gehen davon aus, dass auf jeder Seite rund sieben Millionen Menschen ihre Heimat verlassen mussten, um in die neuen Landesteile zu fliehen. Bis zu einer Million sollen dabei getötet worden sein. Das Machtvakuum, das die Briten durch ihren schnellen Abzug hinterliessen, nutzten einflussreiche Menschen schamlos aus, um sich Land und Besitz anzueignen oder einfach vollendete Tatsachen zu schaffen. Noch Monate später fand man an Straßenrändern zerstückelte Leichen.

Die tiefen Wunden, die den Menschen durch die Teilung zugefügt wurden, sind noch heute spürbar.

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Unterwegs in Tamil Nadu – meine 10 liebsten Reiseziele

Allgemeine Informationen über Tamil Nadu

Der Bundesstaat Tamil Nadu

Tamil Nadu ist zehntgrößter und südlichster Bundesstaat Indiens. Mit einer Fläche von 130‘058 Quadratkilometern ist Tamil Nadu über dreimal so groß wie die Schweiz und etwas kleiner als Deutschland. Mehr als 72 Millionen (2011) Menschen leben in dem Bundesstaat, davon rund zehn Millionen in der Hauptstadt Chennai, die unter der britischen Herrschaft Madras genannt wurde. Seit über 10 Jahren ist Chennai meine neue Heimatstadt.

In der Liste der 10 reichsten Bundesstaaten Indiens 2019 erreicht Tamil Nadu nach Maharashtra den 2. Platz. Chennai hat sich als Industriemetropole entwickelt und viele einheimische, aber auch internationale Konzerne haben hier Produktionsstandorte.

In Tamil Nadu ist man sehr stolz auf das reiche, kulturelle Erbe und die tamilische Sprache. „Nadu“ bedeutet in Tamil „Land“, es ist also das Land der Tamilen. Sich vor der Reise ein paar Brocken Tamil anzueignen, lohnt sich sehr. Die Leute freuen sich enorm, wenn man etwas Tamil spricht. Auch wenn es nur Vanakkam (guten Tag), Nandri (danke) oder Nalla (schön) ist. Auf dem Land können die Leute oft kein Englisch sprechen.

Die muslimischen Eroberer des Nordens hatten in Tamil Nadu wenig Einfluss, dafür haben die südindischen Dynastien der Pallavas, Cholas und Pandyas das Land geprägt. Teilweise über 2000 Jahre alte Tempel, die die dravidische Architektur maßgebend beeinflusst haben, lassen den damaligen Wohlstand und die Kunstfertigkeit der Baumeister noch heute erahnen.

Tamil Nadu ist das Land der Tempel und der religiösen Tempelfeste, aber auch die Kunst (Musik, Tanz, Dichtung, Malerei) hatte und hat hier immer noch eine große Bedeutung.

Reisezeit

Der Bundesstaat ist sehr vom Monsun abhängig. Fällt die Regenzeit schlecht aus, so kommt es immer wieder zu Wassermangel und Dürren. Die Hauptregenzeit an der Ostküste ist von Oktober bis Dezember. Gewisse Gebiete bekommen auch etwas Regen vom Südwest-Monsun (Juni-September) ab, wobei die Western Ghats, die Berge zwischen Tamil Nadu und Kerala, die Regenwolken oft blockieren.

In Tamil Nadu herrscht tropisches Klima. Die beste Reisezeit ist von Januar bis März. Im April bis Juni ist die heisseste Zeit und das Thermometer steigt oft über unangenehme 40 Grad.

Mitte Januar findet das über mehrere Tage stattfindende Erntedankfest Pongal statt. Für die meisten Tamilen ist Pongal das bedeutsamste Fest im Jahresverlauf.

https://meinlebeninindiendotblog.wordpress.com/2019/01/13/happy-pongal/

Landwirtschaft und Natur

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Das fruchtbare Kaveri-Delta ist die Reis-Stube des Bundesstaates. Tamil Nadu ist in Indien der fünftgrößte Reisproduzent. Neben Reis werden auch Zuckerrohr, Bananen, Baumwolle, Hülsenfrüchte und Erdnüsse angebaut. Die Dörfer und Kleinstädte in den Westernghats versorgen den Bundesstaat mit Kaffee, Tee, Gemüse, und verschiedenen Gewürzen. Tamil Nadu produziert innerhalb Indiens am meisten Kurkuma (Gelbwurz).

In den Westernghats, den Kardamom-Bergen und den Niligris-Bergen erstrecken sich immergrüne tropische Regenlaubwälder, die vielen Tieren Lebensraum bieten.

Hier leben indische Bisons, Sambar-Hirsche, Axishirsche, Elefanten, Leoparden, Lippenbären, Tiger, Languren-Affen und viele mehr. Die Artenvielfalt ist immens, aber durch die dichte Besiedlung immer mehr gefährdet.

Essen und Trinken

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Idly mit Sambar und Tomaten- und Kokosnuss-Chutney

Die Küche Tamil Nadus ist sehr vielfältig und abwechslungsreich. Reis und Reismehl wird in verschiedensten Arten verarbeitet und gekocht. Wer durch Tamil Nadu reist, sollte die schmackhafte südindische Küche unbedingt ausprobieren. Idly (Reis-Linsen-Küchlein), Dosai (Reis-Linsen-Pfannkuchen), Idiyappam (Reisnudeln), Appam (Reispfannkuchen mit Kokosnussmilch) oder Pongalreis, meistens serviert mit der Gemüse-Sauce Sambar und diversen Chutneys, sollte man sich nicht entgehen lassen.

Zum Mittagessen kann man sich preisgünstig eine South Indian Thali bestellen, da bekommt man Reis verschiedene Gemüse, Sambar, Kuzhambu (scharfe Chilisauce), Rasam (Pfeffer-Sauce) und immer auch Curd (Joghurt). Meistens wird die Thali auf einem Bananenblatt serviert und man kann Nachschlag verlangen bis man genug hat. Wer mal auf Scharfes verzichten möchte, mag vielleicht Curd Rice ausprobieren. Gegessen wird in Tamil Nadu mit der rechten Hand. Die Linke gilt als unrein, da sie zum Toilettengang verwendet wird. Für Touristen bringt man normalerweise viel Verständnis auf und nimmt es mit Regeln weniger genau. Es richtig zu machen, ist aber nie falsch!

Bei der Wahl des Restaurants sollte man immer Vorsicht walten lassen. Die hygienischen Zustände entsprechen oft nicht dem, was man sich wünschen würde. Achtet darauf, wo viele Leute essen. Das ist schon mal ein gutes Zeichen, denn so wird immer frisch zubereitet. Bei Produkten, die gekühlt werden müssen, sollte man Zurückhaltung üben. In Indien gehören Stromausfälle leider zum Alltag dazu, so werden die Kühlketten immer wieder unterbrochen.

In ganz Tamil Nadu findet sich die Restaurant-Kette Saravana Bhavan. In diesen Mittelklass-Hotels (Hotels sind in TN Restaurants!) bekommt man für erschwingliche Preise gutes Essen. Die Saravana Bhavans sind eigentlich immer und überall gut besetzt. Eine andere Restaurant-Kette, die man nicht ganz so oft antrifft, ist Vasanth Bhavan, die eine ähnliche Qualität anbieten.

In Tamil Nadu wird viel Kaffee getrunken. Ein South Indian Filter Coffee oder einfach ein Kafi, wie man hier sagt, ist ein Muss. Der Kaffee wird meistens in einem Tumbler, einem Stahlbecher serviert. Um den Kaffee zu rühren und etwas abzukühlen, schüttet man ihn in den kleineren und tieferen Becher um. Am besten man beobachtet diese Kunst erst mal aus der Ferne und macht es einfach nach. Wer es nicht gerne süß oder zu süß mag, sollte dringend sagen, dass er den Kaffee ohne Zucker möchte, denn an Zucker wird definitiv nicht gespart.

Tourismus in Tamil Nadu

Die Tourismusbranche in Tamil Nadu ist mit einer jährlichen Wachstumsrate von 16 Prozent die größte in Indien. Die TTDC (Tamil Nadu Tourism Development Corporation) wird von der Regierung unterstützt und gefördert. Laut einer Statistik des Tourismus Ministeriums besuchten im Jahr 2015 4.68 Millionen ausländische Touristen und 333.5 Millionen indische Touristen den Bundesstaat. Viele indische Touristen reisen als Pilger zu den berühmten Tempeln oder besuchen die UNESCO-Weltkulturerbe-Stätten.

Kultur und Kleidung

Die Tamilen sind ein sehr traditionelles, eher konservatives Volk. Sogar in der Metropole Chennai sieht man praktisch nur traditionell gekleidete Frauen in Saris oder Chudidars, wie man hier die langen Kurtas mit Hose und Schal nennt.

Der traditionelle Wickelrock für die Männer ist der Veshti oder Dhoti. Er wird vor allem zu formellen Anlässen getragen und ist meistens weiß mit einer einfachen, manchmal auch goldenen Bordüre.

Bau- und Landarbeiter hingegen tragen gerne Lungis. Der Lungi ist auch eine Art einfacher Wickelrock, der halb- oder knöchellang getragen wird. Lungis sind farbig und oft ist der Stoff kariert.

Inderinnen und Inder legen großen Wert auf saubere und gepflegte Kleidung. So sollte man auch als Gast darauf achten, wie man sich kleidet. Will man als Frau nicht ständig seltsame und oft anzügliche Blicke auf sich ziehen, sollte man eher „konservative“ Kleidung anziehen. Es müssen nicht traditionelle, indische Kleider sein, aber Knie und Schulter sollten bedeckt sein.

Es empfiehlt sich auch, einen Schal dabei zu haben. So kann man bei einem Tempelbesuch oder wenn es einem unangenehm ist, die Brust abdecken.

Männer in Shorts sieht man eher selten. In touristischen Orten, wo die Menschen sich ausländische Touristen langsam gewöhnt sind, ist es okay Shorts zu tragen. Will man jedoch einen Tempel besuchen oder in einem gehobeneren Restaurant speisen, sind Shorts ein NO GO. Viele Tempel dürfen mit kurzen Hosen auch nicht betreten werden.

Wie Reisen?

Tamil Nadu kann man mit Bus, Zug oder etwas komfortabler mit privatem Fahrer bereisen. Alleine zu fahren, würde ich definitiv nicht empfehlen.

Wie man auch unterwegs ist, in der Regel sind die Leute sehr hilfsbereit und freundlich.

Flexibel, eigenständig und erholsamer ist man mit einem privaten Fahrer unterwegs. Denn am Straßenrand gibt es immer wieder etwas zu entdecken, dass man vielleicht fotografisch festhalten möchte. Sicherlich kann man vom Fahrer nicht erwarten, dass er gleichzeitig ein guter Reiseführer ist, aber manchmal ist es hilfreich, wenn er übersetzen oder etwas erfragen kann. Für einen privaten Fahrer muss man ungefähr 3000 Rupees pro Tag einplanen.

Aber auch mit Bus und Zug kommt man auf seine Kosten und reist natürlich viel preisgünstiger. Reist man mit öffentlichen Verkehrsmitteln, trifft man viele Menschen und kommt leicht in Kontakt mit den Einheimischen. Oft herrscht an Bus- und Zugbahnhöfen das Chaos.

Es ist unübersichtlich, oft nur in Tamil angeschrieben und man darf auch nicht erwarten, dass man sein Ziel pünktlich erreicht. Es bewährt sich Zugverbindungen rechtzeitig zu reservieren. Im Zug stehen verschiedene Klassen zur Verfügung. Je teuerer, desto komfortabler und sauberer sind die Abteile. Züge kann man über die IRCTC (Indian Railways Catering and Tourism Corporation) Webseite oder auch über Cleartrip und Busse am einfachsten über http://www.redbus.in buchen.

In den Städten kann man sich inzwischen ganz einfach über die Apps von OLA oder UBER ein Auto oder sogar eine Autoriksha buchen. So entfällt das oft nervige Handeln um den Preis und man bekommt ein Gefühl für die ungefähren Preise.

Will man beispielsweise einen Tag eine Stadtbesichtigung einplanen, kann man günstig auch Tagespakete buchen. Achtung: In Tamil Nadu nennt man die Autoriksha „Outo“! Das kann anfangs verwirrend sein und zu Missverständnissen führen.

Meine 10 liebsten Reiseziele in Tamil Nadu

Meine schönsten und liebsten Reiseziele festzulegen, war gar nicht so einfach. Da ich in Chennai lebe, mag ich es gerne etwas ruhiger und ich liebe Naturschutzgebiete. Die Fülle an sehr schönen, bedeutsamen Tempelstädten in Tamil Nadu ist schier endlos.

Thanjavur, Kanchipuram, Mamallapuram, Tiruvannamalai, Chidambaram, Kumbakonam, Tiruchirapalli, Sri Rangam, Rameshwaram, Madurai und Kanyakumari sind nur eine kleine Auswahl davon.

Doch wenn man nicht grade Indologie studiert oder sich für dravidische Architektur interessiert, dann hat man in der Regel nach 3-5 Tempeln genug, so habe ich mich auf einige interessante Tempelstädte beschränkt.

Hier meine Liste:

1. Chennai

Aussicht auf den Sueden von Chennai
Aussicht auf den Süden Chennais vom St. Thomas Mount

In den meisten Reiseführern kommt Chennai schlecht weg, und es wird eine direkte Weiterreise nach Mamallapuram empfohlen. Ich finde dies schade, denn Chennai hat einiges zu bieten. Als Indien-Neuling würde ich Chennai wahrscheinlich erst am Schluss der Reise einplanen. Für die letzten Einkäufe und einige Sehenswürdigkeiten lohnt sich ein Stopp in Chennai auf jeden Fall.

Sehenswert:

Für Einkäufe:

  • Stoffe, traditionelle indische Kleidung Nalli oder Pothys, T. Nagar
  • Indische Kleidung: Fabindia, mehrere Filialen (auch in den großen Malls)
  • Moderne Malls: Phoenix Marketcity, Velachery/ Express Avenue, Royapettah
  • Victoria Technical Institute (verschiedene Souvenirs und Kunsthandwerk aus Südindien zu erschwinglichen Festpreisen), No: 180, Anna Salai (Mount Road

2. Mamallapuram

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Shore Tempel in Mamallapuram

Der Ort ist sehr touristisch, hat aber durchaus seinen Charme. Mamallapuram ist berühmt für den Shore Tempel und das Flachrelief, die zum Weltkulturerbe der Unesco gehören.

Ausführlichere Informationen: https://meinlebeninindiendotblog.wordpress.com/2018/07/13/mamallapuram-weltkulturerbe/

3. Puducherry / Auroville / Pichavaram

Auroville
Matrimandir in Auroville

Das französische Flair ist in der ehemaligen Koloniestadt Frankreichs immer noch zu spüren. Der spirituelle Führer Sri Aurobindo eröffnete 1929 in Puduchery einen Ashram.

Seine rechte Hand Mira Alfassa, die nach seinem Tod, die Führung übernahm, inspirierte die Gemeinschaft zur universellen Modellstadt Auroville.

Auch einen Abstecher in die Mangroven in Pichavaram lohnt sich durchaus.

Weitere Informationen: https://meinlebeninindiendotblog.wordpress.com/2018/11/10/pondicherry-franzoesisches-flair-in-indien/

https://meinlebeninindiendotblog.wordpress.com/2018/06/13/blueten-aus-auroville/

4. Vedanthangal

Vedanthangal
Vedanthangal Bird Sanctuary

Das Vogelnaturschutzgebiet in Vedanthangal bietet sich von Dezember bis Februar an. Es ist das Brutgebiet vieler Zugvögel.

Weitere Informationen: https://meinlebeninindiendotblog.wordpress.com/2018/11/29/vedanthangal-vogelnaturschutzgebiet-in-tamil-nadu/

5. Tiruvannamalai

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Arunachaleshvara Tempel Tiruvannamalai

Der berühmte Arunachaleshvara Tempel am Fuße des heiligen Berges Arunachala ist ein wichtiger Pilgerort für Hindus. In Tiruvannamalai wird das zehntägige Lichterfest Karthigai Deepam gefeiert.

Weitere Informationen: https://meinlebeninindiendotblog.wordpress.com/2018/06/11/tiruvannamalai-wenn-goetter-sich-streiten/

6. Thanjavur

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Brihadishvara Tempel in Thanjavur

In Thanjavur lohnt es sich den Brihadishvara Tempel, der zum Unesco Weltkulturerbe gehört, mit einer guten Führung zu besichtigen. Der Tempel ist architektonisch sehr interessant und überall findet man die heilige Zahl neun. Am Tempeleingang gibt es Führer von der Regierung mit fixen Preisen. Auch der Palast und die Saraswati-Mahal Bibliothek sind einen Besuch wert.

Thanjavur ist die Stadt der Künste. Tanz, Musik und die Malerei waren in Thanjavur immer sehr wichtig. Ein Konzert mit klassischer indischer Musik und Tanz kann ich Reisenden nur ans Herz legen. Die vergoldeten, prachtvollen, für uns oft etwas zu üppigen, Thanjavur-Paintings sind in ganz Indien bekannt.

Wir haben bei unserem Besuch auch einen Metall-Gießer und einen Sitar-Bauer besucht, die uns ihr Kunsthandwerk erklärt haben.

Ein sehr schönes Heritage Hotel ist das Swatma. Mit viel Liebe eingerichtet, gepflegt und mit einer hervorragenden Küche gehört es jedoch in die obere Preisklasse.

7. Chettinad/ Karaikkudi

Chettinad
Mansion in Chettinad

Ein Abstecher in die Region Chettinad lohnt sich auf jeden Fall. Hier zeigt sich wieder ein ganz anderes Indien. Die riesigen Mansions der Chettiars, der Händlerkaste beeindrucken und lassen staunen. Die Chettinad Küche ist in ganz Indien bekannt.

Weitere Informationen: https://meinlebeninindiendotblog.wordpress.com/2018/11/26/chettinad-sehenswerte-gegend-in-tamil-nadu/

8. Rameshwaram /Dhanushkodi

Rameshwaram
Zugverbindung nach Rameshwaram

Rameshwaram wird auch das Varanasi des Südens genannt und ist ein wichtiger Pilgerort für Shivaiten und Vishnuiten. Rameshwaram und Dhanushkodi sind eng mit dem berühmten Epos der Ramayana verbunden. So hat Rama hier seine Schlacht gegen Ravana vorbereitet, der seine Frau Sita nach Lanka entführt hatte.

Weitere Informationen: https://meinlebeninindiendotblog.wordpress.com/2018/06/27/rameshwaram-auf-den-spuren-ramas/

https://meinlebeninindiendotblog.wordpress.com/2018/06/28/dhanushkodi-am-ende-des-bogens/

9. Madurai

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Meenakshi Tempel in Madurai

Der Meenakshi Tempel in Madurai ist fast ein Muss, wenn man in Tamil Nadu ist. Hier haben Lord Sundareshwara (Inkarnation Shivas) und die Göttin Meenakshi (Inkarnation Parvatis) geheiratet.

Weitere Informationen: https://meinlebeninindiendotblog.wordpress.com/2018/06/30/madurai-von-meenakshi-der-goettin-mit-den-fischaugen/

10. Ooty / Masinagudi/ Mudumalai Nationalpark

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Teeplantage in Ooty

Ich mag alle Hillstations in Tamil Nadu. Doch Ooty in den Niligris-Bergen ist schon etwas Besonderes. Viele meinen auch, dass Ooty die Königin aller Hillstations in Tamil Nadu ist. Eine Fahrt mit der Niligri Mountain Railway sollte man unbedingt einplanen. Die Zahnrad-Bahn von Mettupalayam nach Ooty wurde 2005 von der Unesco zum Weltkulturerbe erklärt.

Verlässt man Ooty Richtung Karnataka kommt man nach Masinagudi. Hier wird es für Naturliebhaber und Tierbeobachter immer interessanter. Nicht weit davon entfernt liegen die Nationalparks Mudumalai (Tamil Nadu) und Bandipur (Karnataka). Hier hatten wir immer grosses Glück mit Tiersichtungen. Einmal sahen wir sogar einen Tiger.

Weitere Informationen: https://meinlebeninindiendotblog.wordpress.com/2018/07/10/ooty-das-richtige-klima-fuer-mich/

https://meinlebeninindiendotblog.wordpress.com/2010/03/14/nationalpark-bandipur/

 

Das Kastensystem in Indien

Lange habe ich mich nicht an dieses komplexe und vielschichtige Thema herangewagt. Aus einer westlich-christlichen Kultur stammend, fällt es auch unheimlich schwer, einigermaßen einen Durchblick zu gewinnen.

Nach über 10 Jahren in einer hinduistischen Familie wage ich nun mal einen Versuch.

Meine indische Familie gehört zu der Kaste der Saiva Mudaliar, einer höheren Kaste in Tamil Nadu. Wie die Brahmanen sind die Saiva Mudaliar Vegetarier und essen kein Fleisch und auch keine Eier. Meine Schwiegereltern sind sehr gläubig und fromme Hindus. Von Anfang an habe ich gemerkt, dass die gesamte Sippschaft stolz auf ihre Kastenzugehörigkeit ist und diese von andern auch respektvoll behandelt werden. Die Saiva Mudaliars sind vernetzt und es gibt auch immer wieder große Kastenversammlungen, wo man sich trifft. „Er ist auch ein Mudailar, aber kein Saiva Mudaliar, denn er isst Fleisch“, erklärte mir mein Mann manchmal. So gibt es auch in Kasten Subkasten und von diesen nicht wenige. Das Ganze ist für Außenstehende undurchschaubar. Mein Mann kann in Tamil Nadu von der Art, wie jemand spricht, wie er heißt und wie er angezogen ist, ungefähr einschätzen aus welcher Kaste jemand stammt. Ich finde dies echt beängstigend. Mir ist es höchstens möglich aufgrund der Kleidung einzuschätzen, ob jemand eher arm oder reich ist.

Entstehung des Kastensystems

Das Kastensystem entstand ursprünglich in der hinduistischen Mythologie. In der Rig Veda, einer alten hinduistischen Schrift werden die vier Hauptkasten, die Varnas erklärt. Demzufolge sind die Varnas aus dem Ur-Menschen Purusha entstanden, der sich selbst zerstörte, um eine menschliche Gesellschaft zu schaffen.

Aus seinem Mund wurde die höchste Kaste erschaffen. Dies sind die Brahmanen. Es ist die Kaste des Wissens und Denkens. Zu ihnen gehören die Priester und die Gelehrten.

Aus der Schulter erschuf Purusha die Kaste der Kshatriya. Es sind die Krieger, Beschützer und Führer des Landes.

Aus dem Schenkel wurde die Kaste der Vaishya erschaffen. Es sind die Händler, Kaufleute und Großgrundbesitzer, die das Land mit dem Nötigen versorgen.

Aus der Fußsohle entstanden die Shudras. Die Shudras sind die Knechte, Dienstleister, Handwerker, Pachtbauern und Tagelöhner in der Gesellschaft.

Unter den 4 Varnas, die aus dem göttlichen Ur-Menschen Purusha entstanden sind, gibt es die Kastenlosen, die Dalits. Da sie nicht aus dem Göttlichen entsprungen sind, gelten diese Menschen als unrein. Es sind die Unberührbaren der Gesellschaft. Sie werden auch Parias, oder wie Gandhi sagte, Harijans (Kinder Gottes) genannt. Sie verrichten die unreinsten Arbeiten, die anfallen. Müllentsorgung, Latrinenreiniger, Wäscher. Auch unter den Dalits gibt es eine Art Kastensystem, in dem einige besser und höher gestellt sind als andere.

Im Zusammenhang mit dem Kastenwesen hört man oft auch den Begriff Varna Dharma. Dharma ist die Aufgabe, die Pflicht, die ein Mensch zu erfüllen hat. So werden die Varnas von vielen als vorgegebene Pflicht gesehen. Im Hinduismus glauben die Menschen an Karma und Reinkarnation. Sie glauben daran, dass ihre Taten und ihre Denkweisen Einfluss auf zukünftige Wiedergeburten haben. So wird das Geborenwerden in eine untere Kaste dadurch erklärt und gerechtfertigt, dass man im früheren Leben schlechtes Karma angesammelt hat.

Auch unter der 200 Jahren langen britischen Herrschaft blieb das Kastensystem bestehen. Die Engländer profitierten davon und hatten kein Interesse dieses aufzulösen. Der große Bedarf an vielen billigen Arbeitskräften konnte so problemlos gedeckt werden.

Nach der Unabhängigkeit 1947 wurde das Kastensystem in Indien offiziell abgeschafft. Laut indischer Verfassung sind alle Inderinnen und Inder gleich und haben die gleichen Rechte.

Viele Berufe und Hochschulen waren lange Zeit nur höheren Kasten zugänglich. Solche Ungerechtigkeiten führten dazu, dass gegen die alleinherrschende Macht der Brahmanen langsam Widerstand gärte.

Tamil Nadu war einer der ersten Bundesstaaten, der gegen die Brahmanen politisch aktiv wurde und in öffentlichen Ämtern und Universitäten Quoten für untere Kasten und Dalits einführte. So sind für untere Kasten (Shudras), Scheduled Castes (Dalits), Scheduled Tribes (Stämme Eingeborener), aber auch für andere religiöse Minderheiten in Tamil Nadu insgesamt 69 % der Plätze reserviert. Heute gilt eine Quotenregelung von 50 Prozent in allen andern Bundesstaaten. Dass die Brahmanen (rund 4.3 % der Bevölkerung) darüber nicht erfreut sind und sich benachteiligt fühlen, ist klar. Um seine Brahmanen-Wählerschaft wohlwollend zu stimmen, hat Premierminister Modi nun kürzlich eine spezielle Quote für höhere Kasten, die im Jahr weniger als 8 Lakhs (800‘000 Rupees/10‘000 Euro) verdienen, eingeführt.

Einflüsse des Kastenwesens im heutigen Alltag

Auch heute noch beeinflusst das Kastenwesen das Leben der Menschen in hohem Masse. Die Kasten oder Jatis, wie sie in Indien genannt werden, trennen die Gesellschaft in hierarchisch angeordnete Gruppen. Man schätzt, dass es in Indien über 2000 verschiedene Jatis gibt, die wiederum in Subkasten unterteilt sind. In eine Jati wird man hineingeboren und sie bleibt bis zum Tod unveränderbar bestehen.

Die Kastenzugehörigkeit muss heutzutage jedoch nicht mehr zwingend mit dem sozialen Status und den finanziellen Möglichkeiten übereinstimmen. So gibt es durchaus arme Brahmanen-Familien, aber auch reiche Shudras oder sogar Dalits. Durch die Quotenregelung haben es einige Dalits sogar in hohe Ämter geschafft. Ram Nath Kovind, der Staatspräsident Indiens stammt beispielsweise aus einer Dalit-Familie. Die Mehrzahl der unteren Kasten und die Dalits gehören jedoch immer noch den unteren, benachteiligen sozialen Schichten an.

Während in den Großstädten das Kastensystem langsam aufbricht, bleibt es in den Dörfern jedoch hartnäckig bestehen. In Indien werden 90 Prozent der Ehen arrangiert. Ob in der Stadt oder auf dem Land, es wird in der Regel in der gleichen Kaste geheiratet.

Unberührbare, die auf dem Land leben, haben ihre Hütten stets am Rande des Dorfes und sind nach wie vor riesigen Diskriminierungen ausgesetzt. Es schockiert mich immer wieder von Neuem, wenn ich über solche Vorfälle lese.

Verliebt sich beispielsweise ein Mädchen aus einer höheren Kaste in einen Jungen aus einer tieferen Kaste oder sogar in einen Dalit oder einen Andersgläubigen sind große Probleme vorprogrammiert. Dies findet in der Familie kaum Zustimmung und auf dem Land ist dies ein absolutes NO GO! Immer wieder hört und liest man in diesem Zusammenhang von schrecklichen Ehrenmorden. Auch wenn es dem Paar gelingen sollte zu fliehen, muss es alle familiären Kontakte abbrechen und in ständiger Angst leben, entdeckt zu werden.

In manchen Dörfern Indiens ist es den Unberührbaren immer noch verwehrt, den Dorftempel zu betreten. Prabhu hat mir erzählt, dass es in Tamil Nadu und sicherlich auch in anderen Bundesstaaten noch Dörfer gibt, in denen der Teeladen zwei separate Becher hat. Der Dalit-Becher darf mit keinem aus einer höheren Kaste in Berührung kommen und muss selbst gespült werden. Dalits dürfen beispielsweise auch keine Rüden besitzen. Ein Dalit-Rüde könnte ja eine Hündin eines Hundebesitzers begatten, der einer höheren Kaste angehört.

Erst neulich passierte es in Tamil Nadu, dass einem Trauerzug der Dalits der kürzeste Weg zur Verbrennungsanlage, der durch ein Quartier einer höheren Kaste führte, verwehrt wurde. Sie mussten schließlich einen Umweg von vielen Kilometern in Kauf nehmen, um den Leichnam zur Verbrennungsstätte zu bringen.

In den Köpfen vieler Inderinnen und Indier existiert das Kastensystem weiter, da ändert auch eine moderne Gesetzgebung nichts daran. Das Allerschlimmste ist, dass sogar Angehörige von unteren Kasten und Dalits die gleiche Diskriminierung weiterführen, unter der sie selbst so leiden.

So wird es noch sehr viel Zeit, Aufklärung und Bildung brauchen, bis sich dies verändern kann.

 

Meine Freundinnen – die Klimaanlagen

Ich gebe es zu: Ohne AC (Air conditioning), wie man hier so schön sagt, hätte ich schon längst das Weite gesucht. Mit den subtropischen Temperaturen, die hier herrschen, konnte ich mich noch nie richtig anfreunden. So habe ich die Klimaanlagen schon länger zu meinen besten Freundinnen auserkoren. In den ganz heißen Monaten (April, Mai, Juni), die jetzt gottlob hinter uns liegen, werden unsere Freundschaften noch intensiviert und wir rücken noch enger zusammen. Doch meine Freundinnen haben wiederkehrende Macken und auch hier zeigt sich, dass Freundschaften gepflegt werden müssen. So hat mal eine ein Leck und heult lauter Wasser oder eine andere leidet an einer Gemütsverstimmung und läuft nicht mehr ganz richtig.

Alle 6-8 Wochen werden unsere Freundschaften jedoch auf die Probe gestellt. Immer dann, wenn die AC-Service-Männer aufkreuzen, hält sich meine Sympathie arg in Grenzen. Der viele Staub, der sich in den Filtern angesammelt hat, verteilt sich durchs Putzen im ganzen Raum und durchs Wegrücken der Möbel kommen plötzlich Stellen und Kabel zum Vorschein, die auch schon länger keinen Besen oder Staubtuch mehr gesehen haben.

So bescheren mir meine Freundinnen jeweils einen halben Frühjahrsputz, der mich mindestens drei Stunden beschäftigt. Wenn die Arbeit vollbracht ist, so wie heute,  bin ich ihnen jedoch wieder wohlgesinnt und manchmal sogar richtig dankbar.

Sweet Palmhörnchen Memories

Immer wieder werde ich auf meine Palmhörnchen angesprochen, die ich vor über einem Jahr in meinem Dampfabzug gefunden und von Hand grossgezogen habe. Die vielen süssen Bilder der zwei sind wohl in den Köpfen hängen geblieben.

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Mein Speedy scheint nicht überlebt zu haben. Ich vermute, dass er von einer Katze erwischt wurde. Rosa hingegen kommt täglich zum Fressen vorbei. Wenn mich die Blase drückt, dann treffen wir uns manchmal zufällig im Badezimmer. Sie ist sehr scheu geworden und klettert sofort zum Fenster raus, wenn sie mich sieht. In Sicherheit wartet sie auf dem Fenstersims bis die Luft wieder rein ist. Manchmal, wenn ich Glück habe, holt sie sich noch eine Litschi aus meiner Hand. Leider ergibt sich auch keine Gelegenheit mehr ein gutes Foto zu schiessen.

Rosa heute
Ein Schnappschuss in schlechter Qualität.

Madame Rosa ist jedoch sehr wählerisch geworden. Gurken, Karotten, Mangos, Nüsse und Samen lässt sie unberührt stehen. Sie steht auf Haferflocken und Litschis. So kaufe ich für die verwöhnte Palmhörnchen-Dame natürlich teure Litschis!

Rosas Lieblingsessen
Rosa liebt Haferflocken und Litschis.

Süsse Erinnerungen!

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Hilfe! Krank in Indien

Krank in Indien

Indien hält für Touristen, aber auch für Einheimische ein umfangreiches Angebot an Viren und Bakterien bereit. Während sich das Immunsystem der Inder in der Regel an die Lebensbedingungen angepasst hat, so werden die Abwehrkräfte von Touristen doch arg auf die Probe gestellt.

Was kann ich vor der Reise tun?

Aus diesem Grund lohnt es sich meiner Meinung nach 2-3 Monate vor der geplanten Reise das eigene Immunsystem etwas aufzupeppen. Ich habe mit Echinacea-Tropfen von Dr. Vogel gute Erfahrungen gemacht, aber es gibt sicherlich eine Fülle an guten Produkten. Am besten man lässt sich in einer guten Apotheke oder Drogerie beraten. Auch Impfungen sollten möglichst früh geplant werden, denn auch sie können unser Immunsystem erheblich schwächen.

Auf das Impfen gehe ich hier nicht weiter ein. Bei Impffragen gehen die Meinungen weit auseinander. Das Beste ist, wenn man sich von einem erfahrenen Tropenmediziner persönlich beraten lässt. Man kann keine pauschalen Empfehlungen abgeben, denn es kommt sehr darauf an wo, wann und wie man unterwegs sein wird.

Wenn man in Indien zum Arzt oder in die Apotheke geht, bekommt man die Medikamente in der Regel genau abgezählt und ohne Verpackung und Beschreibung. Wenn man das Medikament nicht kennt, sollte man daher nachfragen und den Namen notieren. Dies könnte bei eventuellen Unverträglichkeiten wichtig sein. Indische Ärzte und Apotheker tendieren oft zu starken Medikamenten, die schnelle Besserung versprechen. Auch werden gerne großzügig Antibiotika verabreicht. Will man dies nicht, sollte man gezielt nach ayurvedischen, pflanzlichen Medikamenten fragen.

Obwohl die Medikamentenpreise in Indien um ein Vielfaches günstiger sind, lohnt es sich vor der Reise, eine persönliche Reiseapotheke zusammenzustellen. Da man nie genau weiß, wie man auf neue Medikamente reagiert, ist es immer besser, auf Altbewährtes zurückzugreifen. In Indien gibt es zwar viele Medical Shops, wie die Apotheken oft genannt werden, aber durch die engen Platzverhältnisse ist das Angebot begrenzt und man kann auch nie ganz sicher sein, wie genau Verfallsdaten eingehalten werden.

Auch ist man im Falle einer Erkrankung froh, wenn man schnell etwas zu Hand hat und nicht noch groß organisieren muss. Dies wird noch wichtiger, wenn man alleine oder mit Kindern unterwegs ist.

Erkältungs- und Durchfallerkrankungen

Die häufigsten Erkrankungen, die man in Indien bekommt, sind Erkältungs- und Durchfallerkrankungen.

Die Klimaanlagen und auch die Zugluft von Ventilatoren führen gerne dazu, dass man sich auch bei sommerlichen Temperaturen erkältet. Ich beispielsweise bin recht anfällig für Halsschmerzen. So empfiehlt es sich, immer einen Schal griffbereit zu haben.

Durchfall kann man nur vorbeugen, indem man beim Essen und Trinken gewisse Vorsicht walten lässt. So hat die alte Regel “boil it, cook it, peel it – or forget it” durchaus seine Berechtigung. Bei Streetfood, auch wenn es noch so lecker aussieht, würde ich mich persönlich zurückhalten.

Am besten man isst in Restaurants, die gut besetzt sind, so kann man sicher sein, dass die Speisen nicht lange rumstehen und alles frisch zubereitet wurde. Vorsicht ist bei allem geboten, das gekühlt werden muss. Längere Stromausfälle, die die Kühlkette unterbrechen, gehören immer noch zum indischen Alltag. Ich bin Vegetarierin und esse auswärts meistens nur in Pure Veg Restaurants. Viele entscheiden sich, in Indien auf Fleisch zu verzichten.

Von Eiswürfeln, Fruchtsäften, Eiscreme, bereits geschnittenen Früchten und Salat besser die Finger lassen! (Ausser man weilt in einem 5 Sternhotel.)

Wasser steht in den meisten Restaurants immer auf dem Tisch. Meistens wird dieses Wasser in einem Water Purifier aufbereitet. Da man jedoch grade in billigeren Lokalen nicht sicher sein kann, wie diese gewartet werden, würde ich als Tourist Flaschenwasser oder selbst gereinigtes Wasser bevorzugen. Bei gekauften Flaschen sollte man immer schnell checken, ob der Verschluss in Ordnung ist. Viele brauchen auch zum Zähneputzen Trinkwasser.

Auch bei aller Vorsicht kann es einfach passieren, dass man an Durchfall oder/und Erbrechen erkrankt. In diesem Fall ist man fast gezwungen, eine Reisepause einzulegen und in der Nähe einer sauberen Toilette zu verweilen. Das Beste ist, auch wenn es sehr unangenehm ist, mal alles aus dem Körper rauszulassen. Starker Durchfall und Erbrechen können schnell schwächen. Größte Vorsicht ist bei Kindern geboten. Es kann unglaublich schnell zu einer gefährlichen Dehydration kommen. Ich habe dies mit unserem Sohn erlebt. Er hatte zwar immer wieder getrunken, aber kurz darauf alles erbrochen. Bereits nach einigen Stunden war er dehydriert. Viel zu trinken ist das Wichtigste. Da man viele körpereigene Salze verliert, empfiehlt es sich, eine Elektrolyt-Lösung einzunehmen. Gute Dienste erweisen hier auch Aktivkohle-Tabletten und Schonkost. Zwieback (Rusk), Bananen, weisser Reis, Bouillon und gesüßter Schwarztee ohne Milch sind zu empfehlen.

Für den Notfall sollte man auch ein stärkeres Durchfallmedikament dabei haben. Falls man einen gebuchten Flug oder eine längere Zugreise wahrnehmen muss, bleibt einem fast nichts anderes übrig als darmhemmende Medikamente wie Imodium einzunehmen. Sicher für die Gesundheit nicht die idealste Lösung, da die Bakterien so im Körper verbleiben, aber manchmal geht es einfach nicht anders. Um die Darmflora nach der Erkrankung wieder etwas aufzubauen, empfehlen sich Probiotika-Kapseln. Hält der Durchfall über mehrere Tage an oder wenn Blut im Stuhl ist, sollte man dringend einen Arzt aufsuchen. Oft sind Antibiotika dann unerlässlich und durchaus berechtigt.

Was gehört in die Reiseapotheke?

Natürlich kann man sich bei der Zusammenstellung vom Arzt oder in der Apotheke beraten lassen. Meist läuft man dann Gefahr, dass man mit verschiedenen Medikamenten überhäuft wird.

Ich würde mich vor allem auf folgende Medikamente beschränken:

  • Persönliche Medikamente

Wenn man auf Medikamente angewiesen ist, sollte man genügend davon mitnehmen und für Notfälle auch eine Reserve einplanen. Je nach Medikamenten vom Arzt eine Bestätigung schreiben lassen, damit man beim Zoll keine Probleme bekommt.

  • ev. Pille

Wer die Pille einnimmt, sollte auch eine Reserve einplanen.

  • Einfaches Schmerz- und Fiebermittel

z. B. Dafalgan oder Aspirin (Für Kleinkinder Zäpfchen für das entsprechende Gewicht)

  • Aktivkohle Tabletten

Da gibt es ganz verschiedene Präparate wie Carbolevure oder Carbovit

  • Stärkeres Durchfallmittel für den Notfall

(Imodium oder andere Produkte) Bei Kindern unbedingt nachfragen oder nachlesen, ob Kinder diese einnehmen dürfen und wenn ja in welcher Dosierung.

  • Elektrolyt-Lösung

Diese kann gut am Anfang der Reise in Indien gekauft werden.

  • Halswehtabletten

  • Ev. Augentropfen / Ohrentropfen / Nasenspray

Ich decke mich in der Schweiz immer mit Similasan Augentropfen ein. Durch den vielen Staub und die Zugluft kann es auch mal zu Augenreizungen kommen. Reisen Kinder mit, dann ist es auch sinnvoll, etwas gegen Ohrenschmerzen zur Hand zu haben. Die hat man ja meistens ohnehin zu Hause und sie brauchen auch nicht viel Platz. Bei Kindern ist auch ein sanfter Nasenspray zu empfehlen, vor allem wenn Flüge geplant sind. Bei verstopfter Nase kann man nämlich den Luftdruck schlecht ausgleichen, was für Kinder sehr schmerzhaft werden kann.

  • Ev. in Absprache mit dem Hausarzt ein Breitband-Antibiotikum

Dies würde ich nur mitnehmen, wenn gewisse Antibiotika nicht vertragen werden oder Allergien vorliegen. Da empfiehlt es sich, auf bewährte Medikamente zu vertrauen.

  • Ev. Probiotische Kapseln zum Wiederaufbau der Darmflora

  • Ev. ein Fieberthermometer

Wenn Kinder dabei sind, würde ich dies unbedingt mitnehmen. Achtung in Indien wird Fieber in Fahrenheit gemessen. 37. 8 Grad Celsius entspricht 100 Grad Fahrenheit. Wenn der Arzt konsultiert werden muss, vorher bereits umrechnen, damit der Arzt mit den Angaben etwas anfangen kann.

  • Pflaster

  • Desinfektionsmittel / ev. Wundsalbe

Wunden können sich in Indien schnell entzünden. Daher auch kleinste Verletzungen immer desinfizieren und wenn nötig mit einem Pflaster abdecken.

  • Verbandsmaterial für den Notfall

  • Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor / ev. etwas gegen Sonnenbrand

  • Mückenspray

Diesen würde ich preisgünstig in Indien kaufen. Odomos ist als Spray oder Lotion fast überall erhältlich, wirkt gut und ist sehr hautverträglich. Guter Mückenschutz ist das A und O. Viele gefährliche Krankheiten Dengue, Chikungunya und Malaria werden durch Moskitos übertragen.

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Mehr Informationen dazu findest du hier:

https://meinlebeninindiendotblog.wordpress.com/2018/07/09/klein-laestig-und-gefaehrlich/

  • Ev. etwas gegen Mückenstiche

z. B. Fenipic plus (sehr hilfreich bei Kindern)

Wenn man ernsthaft erkrankt

Leider gibt es in Indien auch Krankheiten, die einen Arztbesuch oder sogar einen Spitalaufenthalt zur Folge haben. Hat man über mehrere Tage hohes Fieber und Gliederschmerzen, sollte man dringend zum Arzt. Meistens macht es Sinn grade ein gutes, größeres Spital aufzusuchen, denn dort sind meistens alle nötigen Geräte vorhanden. Apollo verfügt inzwischen fast in ganz Indien über Spitäler und Apotheken.

Diese Spitäler kommen dem westlichen Standard am nächsten. Kleine Spitäler und Arztpraxen verfügen oft über keine speziellen Geräte, wie Röntgen, Computertomografie, Ultraschall, …. Auch die Blutuntersuchungen werden oft außerhalb in speziellen Instituten gemacht.

Wenn es nicht grade um Leben und Tod geht, lohnt es sich, mit dem Taxi auch eine längere Strecke in ein gutes Spital zu fahren.

Natürlich sind die Gesundheitskosten in Indien um ein vieles geringer als in Deutschland oder der Schweiz. Trotzdem kommen im Notfall eben doch hohe Kosten auf einem zu. So kostet beispielsweise nur das Bett auf der Intensivstation in der Apollo-Klinik zur Zeit 9500 Rupees (rund 119 Euro). So kommen in recht kurzer Zeit eben doch hohe Beträge zusammen.

Auch ein Rücktransport nach Deutschland oder in die Schweiz kostet schnell mal ein kleines Vermögen.

Eine gute Reise- und Krankenversicherung ist ein Muss! Auch sollte man immer einen größeren Betrag für Notfälle zurücklegen. In Indien ist es üblich, dass man erst mal bezahlt. Die Notfallnummer der Krankenversicherung unbedingt auf dem Handy speichern, damit man diese sofort informieren kann. Für die Abrechnung mit der Krankenkasse alle Rechnungen und Belege sorgfältig aufbewahren und gemeinsam mit Kopien der Flugtickets und dem Visums einreichen.

Alleinreisende haben es in solchen Fällen besonders schwer. Denn in indischen Spitälern sind die Angehörigen stark gefragt. So muss man Medikamente kaufen gehen, Verbands- und Verbrauchsmaterial ersetzen, sich immer wieder um Versicherungsfragen kümmern.

Als Tourist wird man meistens sehr zuvorkommend behandelt und man bekommt auch Unterstützung. Wenn man einen Arzttermin braucht, muss man sich erst etwas umständlich anmelden und ein Formular ausfüllen. Indische Spitäler sind praktisch zu jeder Tageszeit gut besetzt und man muss mit längeren Wartezeiten rechnen. Daher unbedingt Wasser und eventuell einen Snack mitnehmen. Ich weiß nicht genau wie viele Konsultationen ein indischer Arzt pro Tag abfertigt, aber es sind sehr viele. Daher gehen die Besuche in der Regel auch sehr schnell. Da wird kurz gefragt, untersucht und sofort Medikamente verschrieben, die man später selbst organisieren und kaufen muss. Die Ärzte sind sich Rückfragen von Patienten nicht gewöhnt. Lasst euch aber ja nicht einschüchtern und fragt nach. Will der Arzt ein Antibiotikum verschreiben, fragt nach, ob dies auch zwingend nötig sei.

Bei hohem Fieber wird meistens eine Blutprobe angeordnet. Bevor man sein Blut abgeben kann, muss man wieder zuerst die Untersuchung bezahlen. Alleine bei hohem Fieber und einem schlechten Allgemeinzustand kann man dies nicht alleine bewältigen und ihr müsst ganz klar Unterstützung verlangen. Das Spital wird schon einen Angestellten auftreiben, der euch hilft.

Als ich und unser Sohn am Dengue-Fieber erkrankten, lagen wir rund eine Woche im Spital. Natürlich ist dies nie eine tolle Erfahrung, vor allem wenn man auf Reisen und vielleicht alleine unterwegs ist. Doch wenn man ein gutes Spital ausgewählt hat und eine gute Krankenversicherung hat, ist die Versorgung durchaus mit den Standards der Schweiz oder Deutschland zu vergleichen.

Ich wünsche euch immer gute Gesundheit und wunderschöne Momente in Incredible India!

 

 

 

Karotten Poriyal – indisches Karotten-Gemüse

Zutaten:

4-5 Karotten in Stäbchen geschnittenEtwas Öl2 Zwiebeln klein geschnitten 1 Stück Ingwer klein geschnitten 1-3 grüne ChilisEinige CurryblätterFrischer Koriander 1/4 – 1/2 TL Senfsamen 1/4 – 1/2 TL Kumin (Kreuzkümmel)1/4 – 1/2 TL geschlitterten Urad-DalSalz1/2 TL Kurkuma (Gelbwurz)2 -3 EL gerösteter Gram-Dal (im Mixer zu Pulver gemahlt) oder geriebene Kokosraspel

Zubereitung:

Etwas Öl in einer Pfanne erhitzen und 1/4 -1/2 TL Senfsamen, 1/4 -1/2 TL Kumin und 1/4 -1/2 TL gesplitterter Urad-Dal frittieren bis die Senfsamen springen.

Die Zwiebeln, die grünen Chilis, den Ingwer und einige Curryblätter dazugeben und abdämpfen.

Die Karotten zugeben und kurz mitdämpfen. Genügend Salz und rund 1/2 TL Kurkuma dazugeben.

Wenig Wasser beifügen und die Karotten rund 10 – 15 Minuten köcheln lassen bis das Wasser verdunstet ist.

2 – 3 EL Gram-Dal-Pulver oder geriebene Kokosraspel dazugeben.

Mit frischem Koriander servieren.

Guten Appetit!