Tomaten-Biryani am vierten Tag des Lockdowns

Heute ist der 4. Tag des großen Lockdowns. Ich bin nun schon seit 2 Wochen zu Hause. Kurz raus gehe ich nur abends, um den Müll zu entsorgen und mit unseren Hunden eine kleine Runde zu machen. Die Einkäufe der nötigsten Sachen übernimmt mein Mann. Vor allen Geschäften sind jetzt Kreise aufgezeichnet. So wird „social distancing“ auch beim Anstehen umgesetzt. In die Läden dürfen meistens nur 4 Personen aufs Mal.

Wenn ich in den Nachrichten sehe, wie viele arme Menschen unter dieser außergewöhnlichen Situation leiden, dann will ich mich nicht beklagen und bin einfach nur dankbar.

Wir haben nun Zeit zum Kochen und Neues auszuprobieren. Sogar mein Mann wird nun aktiv, sucht Rezepte und versucht sich im Kochen. Heute haben wir Thakkali-Biryani (Tomatenreis) mit Raita (Joghurtsauce) gekocht, und es schmeckte uns allen sehr gut. Gottlob konnte uns mein Schwiegervater mit den fehlenden Fenchelsamen aushelfen. Gerne teile ich das Rezept mit euch.

Zutaten:

  • 1 Stück Sternanis
  • 1 Stück Zimtrinde oder etwas Zimtpulver
  • 4-6 Gewürznelken
  • 2-3 Lorbeerblätter
  • 1 EL Fenchelsamen
  • 2-3 grüne Kardamom-Schoten
  • 8-10 Knoblauchzehen
  • 1 fingergrosses Stück Ingwer
  • 4-6 EL Ghee oder Öl
  • 3 klein geschnittene Zwiebeln
  • 8 klein geschnittene Tomaten
  • 1-2 EL Chilipulver
  • 1 TL Kurkuma (Gelbwurz)
  • 2-4 grüne Chilis klein geschnitten
  • 1 Becher grüne Erbsen (frisch oder gefroren)
  • 3-5 Zweige Curryblätter
  • 1 Handvoll klein geschnittener Koriander
  • 2 Tassen Reis (optimal: Basmatireis)
  • 2-3 TL Salz

Zubereitung:

1. 2 Tassen Reis waschen und rund ½ Stunde in Wasser einweichen.

2. 4 Tassen Wasser kochen und auf die Seite stellen

3. Ingwer (ein fingergrosses Stück) und Knoblauch (8-10 Zehen) rüsten und zu einer Paste mixen. Man kann natürlich auch bereits fertige Paste brauchen. Ich bevorzuge es frisch.

4. 4-6 EL Ghee (geklärte Butter) oder Öl im Dampfkochtopf auf mittlerer Hitze heiß werden lassen und die Gewürze (Sternanis 1, Kardamom 2-3, 1 Stück Zimtrinde, 4-6 Gewürznelken, 2-3 Lorbeerblätter, 1 EL Fenchelsamen) dazugeben und kurz andünsten.

5. 2- 4 grüne Chilis kleingeschnitten dazugeben und kurz andünsten.

6. 2 EL der Ingwer-Knoblauch-Paste dazugeben.

7. 3 klein geschnittene Zwiebeln dazugeben und andünsten, bis sie leicht bräunlich werden.

8. 8 klein geschnittene Tomaten dazugeben und auf kleiner Stufe weichkochen.

9. 1 Becher grüne Erbsen dazugeben.

10. 1-2 EL Chilipulver und 1 TL Kurkuma (Gelbwurz) dazugeben und kurz mitkochen.

11. Die Curry- und Korianderblätter dazugeben.

12. Den eingeweichten Reis (2 Tassen) abschütten und dazu geben. Das Ganze sehr gut mischen.

13. 4 Tassen heisses Wasser dazugeben und mit 2-3 TL Salz abschmecken.

14. Den Dampfkochtopf schließen. Nach einem Pfiff die Temperatur auf die kleinste Stufe zurückstellen und 10 Minuten weiterkochen.

15. Wenn das Ventil runtergekommen ist, den Reis umrühren und mit Raita (Joghurt-Sauce) servieren.

Einen guten Appetit!

Ausnahmezustand in Indien – Tag 2 des Lockdowns

Das Sehen der Nachrichten ist zur täglichen Routine geworden.

Bereits seit dem 15. März ist unser alltägliches Leben in Chennai durch das Coronavirus auf den Kopf gestellt worden. Obwohl die Fallzahlen in Indien noch recht tief waren, hat Tamil Nadu schon recht früh Maßnahmen beschlossen. Schulen, Malls, Kinos, Restaurants, Tempel, … wurden geschlossen. So wird unser Sohn nun schon die zweite Woche online unterrichtet. Ich bin positiv überrascht, wie gut dies gelingt und wie viel Einsatz und Kreativität die Lehrkräfte an den Tag legen, um diese schwierige Zeit zu überbrücken. Per Google Meet werden Klassen gehalten, Aufgaben werden geschickt oder Erklärungsvideos geteilt.

Um Panik zu vermeiden, bereitete man uns langsam auf den großen Lockdown vor. In einem ersten Schritt verkündete Premierminister Modi in einer Fernsehansprache letzten Donnerstag eine freiwillige Ausgangssperre für Sonntag, den 22. März. Er bezeichnete die ganze Aktion als Übung für die indische Nation. Es gäbe keinen Grund für Hamsterkäufe und Panik, für die Grundversorgung sei gesorgt. Auch bat er die Leute, um 17 Uhr für 5 Minuten zu klatschen, trommeln oder mit einer Glocke zu bimmeln. Damit solle man seine Wertschätzung und seinen Dank für diejenigen ausdrücken, die tagtäglich dem Land dienen. Ärzte, Pflegepersonal, Polizisten, Reinigungskräfte … In unserem Quartier verlief die sonntägliche Ausgangssperre ruhig, so ruhig, dass es schon fast unheimlich war. Um 17 Uhr standen wir natürlich alle auf der Terrasse und trommelten mit Küchenkellen rhythmisch auf unsere Metallteller und viele in der Nachbarschaft taten es uns gleich. Dass diese Danksagung mancherorts als Anlass zum gemeinsamen Tanzen und Party machen (natürlich ohne social distancing) verstanden wurde, war sich Modi wohl kaum bewusst. Auch das Ende der sonntäglichen Sperre wurde teilweise mit Knallkörper gefeiert, als ob Indien den World Cup im Cricket gewonnen hätte.

Die Geschwindigkeit mit der die weiteren Maßnahmen folgten, haben viele unterschätzt.

  • 22. 3.:alle internationalen Flüge eingestellt
  • 23. 3.: 80 Städte, viele Bezirke und teilweise sogar ganze Bundesstaaten sind im Lockdown und haben ihre Grenzen geschlossen. Darunter auch Tamil Nadu. Öffentliche Verkehrsmittel fahren in den betroffenen Bundesstaaten kaum noch.
  • Am Abend des 24. 3. erfolgte die zweite Ansprache von Premierminister Modi. Alle Inlandsflüge werden eingestellt und er ruft einen landesweiten Lockdown für 21 Tage aus. Das Gesetz „National Disaster Management Act“ tritt in Kraft, d. h. nun übernimmt die Zentralregierung das Zepter und alle Bundesstaaten müssen den Anweisungen und Maßnahmen Folge leisten.

Bereits am folgenden Tag kommt es zu Hamsterkäufen bei Lebensmitteln und Medikamenten. Ich bin froh, dass ich mich voraussehend bereits vorher etwas eingedeckt habe.

Heute ist der 2. Tag des landesweiten Lockdowns. Im Planen scheint die indische Regierung ihre Sache gut zu machen, aber wenn es zur praktischen Umsetzung kommt, hapert es an vielen Orten.

Die Bilder, die in den News gezeigt werden, erschüttern. Die Shelter, die für arme Tagelöhner eingerichtet wurden, sind absolut überfüllt und reichen bei Weitem nicht aus. Ein Porträt einer armen Familie, die sich mit Baby und Kleinkindern von Delhi zu Fuß auf den Weg in ihr Dorf machen, erschüttert mich. Keine Arbeit, kein Essen, kein Geld – die Armen trifft es wie immer am schlimmsten.

Shelter in Delhi, wo Arme gratis essen können. Von social distancing keine Spur!

 

Modi ruft dazu auf: „Show Karuna (Mitgefühl) to defeat Corona – Help poor people during the 21 days!“ Doch wie soll dies gelingen, wenn man doch zu Hause bleiben soll?

Im Punjab kam es zu Angriffen gegen die Polizei. Die Leute sind bereits jetzt unzufrieden. Vielerorts klappt es nicht mit der Versorgung des täglichen Bedarfs. Die Bauern können ihr Gemüse nicht liefern und die Waren verderben. Dass dies zu Unmut und Wut führt, ist nachzuvollziehen. Nun will Punjab auch online Lieferungen zulassen.

Die Maßnahmen sollen strikt umgesetzt werden. So zögern auch die Polizisten nicht, ihre Schlagstöcke einzusetzen. Erwachsene Männer, werden wie Schulkinder zu früheren Zeiten gemaßregelt. Schläge, Kniebeugen, am Boden rollen, … erniedrigende Maßnahmen, die mich immer wieder aufs Neue schockieren.

Auch viele Touristen wurden vom schnellen Lockdown überrascht und sitzen jetzt fest. Plötzlich ist man als weisser Tourist nicht mehr beliebt. Die Leute haben Angst und rufen teilweise „Corona, Corona!“, wenn sie Weiße erblicken. Schließlich waren es doch die bösen Ausländer, die das ganze Übel nach Indien gebracht haben. Auch ich spüre plötzlich zurückhaltende, ängstliche Blicke. Viele Touristen werden von Hotels nicht mehr aufgenommen, können die Bundesstaatsgrenzen nicht mehr passieren und sind unsäglich schwierigen Situationen ausgesetzt. Die Botschaften stehen vor einer Herkulesaufgabe ihre Leute aus Indien zu evakuieren.

Nur der Bundesstaat Kerala prescht wieder einmal positiv aus der Masse heraus. 20.000 Crore werden für finanzielle Hilfen ausgesprochen und alle bekommen für einen Monat gratis Reis.

Nun will Indien auch versuchen, dem Modell von Südkorea zu folgen. Man will die Rapid Covid-19-Tests zulassen, die schnellere Resultate liefern und preisgünstiger sind.

Heute Morgen hatten wir 606 registrierte Fälle und 10 Todesfälle.

Da die Regierung mit den Tests bisher eher zurückhaltend war, wird eine recht große Dunkelziffer befürchtet, v. a. da es jetzt auch zu Fällen kam, die mit keiner „Travel History“ in Verbindung gebracht werden konnten.

Es ist leider zu befürchten, dass Indien nicht nur eine Pandemie zu bekämpfen hat, sondern auch auf eine große humanitäre Krise zugeht.

Palak Paneer – Indischer Frischkäse mit Spinat

Seit dieser Woche wurde der ganze Bundesstaat Tamil Nadu dichtgemacht. Alle Schulen, Malls, Kinos, Restaurants, Bars, … sind bis am 31. März geschlossen. Zu Hause bleiben, ist nun auch hier angesagt.

So habe ein neues Palak Paneer Rezept ausprobiert.

Zutaten:

  • Spinat 200-300 g gewaschen (wer keinen frischen Spinat zur Verfügung hat kann auch tiefgefrorenen Spinat verwenden)
  • 1 Stück Ingwer ca. 3-4 cm klein geschnitten
  • Knoblauch 5-7 Zehen klein geschnitten
  • 2-3 grüne Chili klein geschnitten
  • ½ TL Kumin (Kreuzkümmel)
  • 1 Lorbeerblatt
  • 1 Zwiebel fein geschnitten
  • 1 Tomate fein geschnitten
  • ¼ bis ½ TL Kurkuma
  • ½ bis 1 TL Chilipulver
  • 1 Prise Hing (Asafoetida)
  • ½ TL Garam Masala
  • Etwas Öl oder Butter
  • 200-300 g Paneer in Würfel geschnitten (indischer Frischkäse)

Zubereitung:

1. In einer Pfanne Wasser zum Kochen bringen und den Spinat kurz blanchieren, d. h. kurz ins heiße Wasser geben. Wasser in einen Topf abschütten und zur Seite stellen. Einen Teil des Wassers kann später gebraucht werden. Den Spinat in Eiswasser kurz abschrecken. (So wird er eine schöne grüne Farbe behalten.)

2. Den Spinat, den Ingwer, die grünen Chilis und 2 Knoblauchzehen in einem Mixer pürieren.

3. 2 TL Öl oder Butter in einer Pfanne erhitzen und ½ TL Kumin (Kreuzkümmel) und ein Lorbeerblatt andünsten.

4. Die fein geschnittenen Zwiebeln zugeben und andünsten, bis sie bräunlich werden. Den fein geschnittenen Knoblauch dazugeben und mitdünsten.

5. Die fein geschnittenen Tomaten dazugeben und alles weich kochen. Danach ¼ – ½ Kurkuma (Gelbwurz), ½ -1 TL Chilipulver (je nach gewünschter Schärfe) und eine Prise Asafoetida dazugeben und gut mischen.

6. Den pürierten Spinat dazugeben und mit Salz abschmecken. Bei Bedarf noch etwas Wasser dazugeben, das zur Seite gestellt wurde und die Spinatsauce für 5-8 Minuten auf kleiner Stufe köcheln lassen.

7. ½ TL Garam Masala dazugeben und gut umrühren.

8. 200-300 g Paneer dazugeben und rund 5 Minuten köcheln lassen. Ich persönlich brate den Paneer in einer Bratpfanne an bis er leicht bräunlich wird und gebe ihn erst dann in die Spinatsauce. Ein weiteres Kochen erübrigt sich in diesem Fall.

9. Wer hat, kann jetzt noch einen TL Kasuri Methi (getrocknete Blätter des Bockhornklees) dazugeben und die Sauce mit 2-3 EL Rahm verfeineren.

10. Palak Paneer kann mit indischen Broten oder Reis serviert werden.

Einen guten Appetit!

Paneer selbst herzustellen ist kein Hexenwerk. Hier findest du die Anleitung:

https://meinlebeninindiendotblog.wordpress.com/2019/11/19/paneer-indischer-kaese-selbst-gemacht/

Du magst keinen Spinat, aber isst gerne Paneer? Dann ist Paneer Butter Masala oder Dahi Matar Paneer vielleicht das Richtige für dich:

https://meinlebeninindiendotblog.wordpress.com/2020/03/10/paneer-butter-masala/

https://meinlebeninindiendotblog.wordpress.com/2019/12/04/gastbeitrag-von-katoori-indisches-rezept-dahi-matar-paneer/

Paneer Butter Masala

Ein sehr bekanntes vegetarisches Gericht aus Nordindien ist Paneer Butter Masala. Mein Sohn und ich lieben es. Da es uns im Restaurant häufig zu ölig ist, habe ich selbst nach einem Rezept gesucht, das uns zusagt.

Zutaten:

  • 1 EL Öl
  • 4 grüne Kardamom-Schoten
  • 3 mittelgroße Zwiebeln klein geschnitten
  • 3-5 Tomaten klein geschnitten
  • 1 TL Salz
  • 1 TL Zucker
  • 12 Cashew-Nüsse
  • 1-1 ½ TL Kashmir Chilipulver
  • 1 TL Garam Masala Pulver
  • 1 TL Koriander-Pulver
  • 1 Blatt Lorbeer
  • Ein Stück Zimtrinde oder etwas Zimtpulver
  • 3 Gewürznelken
  • 1-2 EL Butter
  • ein Stück feingeriebener Ingwer
  • 4-5 Knoblauchzehen gepresst
  • 200-300 g Paneer
  • 1 TL Kasuri Methi (Bockshornklee-Kräuter)
  • 3-4 EL Rahm
  • Frische Korianderblätter

Zubereitung

1. Ein EL Öl in einer Pfanne erhitzen und 2 grüne Kardamom-Kapseln darin kurz frittieren.

2. Die klein geschnittenen Zwiebeln dazugeben und darin anbraten, bis sie glasig werden.

3. Die klein geschnittenen Tomaten und 1 TL Salz zugeben und mitdämpfen. Das Ganze zugedeckt für rund 3 Minuten köcheln lassen, bis die Tomaten weich gekocht sind.

4. 1 TL Garam Masala, 1 TL Koriander-Pulver, 12 Cashew-Nüsse, ½-1 TL rotes Chilipulver und 1 TL Zucker dazugeben. Die Gewürze kurz mitkochen, damit sie ihr Aroma entfalten können. Danach abkühlen lassen und mit einer Tasse Wasser zu einer sämigen Sauce pürieren.

5. In einer Pfanne 1-2 TL Butter erhitzen. 2 Kardamom-Kapseln, 3 Gewürznelken, ein Lorbeerblatt und ein Stück Zimtrinde oder etwas Zimtpulver dazugeben und andünsten.

6. Die Hitze reduzieren und den feingeriebenen Ingwer und den gepressten Knoblauch dazugeben und kurz andünsten.

7. Die gemixte Zwiebeln-Tomaten-Masse und ½ Tasse Wasser dazugeben und gut umrühren. Ev. mit Salz und rotem Chilipulver abschmecken.

8. Die Sauce auf niedriger Stufe köcheln lassen, bis sie leicht eindickt.

9.Den Paneer und die Kasuri Methi Kräuter (Bockshornklee-Kräuter) dazugeben und auf niedriger Stufe zugedeckt für 3 Minuten köcheln lassen.

10. Mit Rahm verfeinern und mit frischem Koriander servieren. Am besten schmeckt Paneer Butter Masala mit indischen Broten oder mit Reis.

Guten Appetit!

Wie du den indischen Frischkäse Paneer einfach selbst herstellen kannst, erfährst du hier:

https://meinlebeninindiendotblog.wordpress.com/2019/11/19/paneer-indischer-kaese-selbst-gemacht/

Hochzeitseinladung

Gestern wurden wir offiziell zur Hochzeit eingeladen. Dhanush, unser Angestellter heiratet Mitte März.

Mit seiner Mutter und mit Periamma und Periappa kam er zu uns nach Hause, um die Einladung persönlich zu überreichen. In Tamil und vielen andern indischen Sprachen gibt es viel genauere und differenzierte Bezeichnungen für die Verwandtschaftsgrade. Periappa bedeutet auf Tamil „grosser Vater“, er ist der ältere Bruder des Vaters. Periamma ist die Frau von Periappa.

Mit einer Metallplatte gefüllt mit verschiedenen Früchten, Blumen und Süßigkeiten überreichten sie uns förmlich die Einladung. Auch ein kleines Töpfchen mit dem roten Kumkum-Pulver darf nicht fehlen. Dies wird nur der verheirateten Hausherrin dargeboten, die mit der Fingerspitze etwas aus dem Töpfchen nimmt und sich einen Punkt auf die Stirn setzt. Es ist eine Segnung, die den Hausherrn immer einschließt und ihm ein langes und gesundes Leben bescheren soll.

Auf der Hochzeitseinladung ist immer ein Bild von Lord Ganesha. Er ist der Überwinder aller Hindernisse und wird daher bei jedem Neubeginn um Hilfe gebeten.

Für die Eltern von Braut und Bräutigam ist die Ausrichtung einer Hochzeit purer Stress. Neben der Organisation des Festes müssen Verwandte und wichtige Bezugspersonen persönlich eingeladen werden. Näheren Verwandten sollte man auch noch neue Kleider kaufen oder das Geld dafür übergeben. Dazu kommen immer Früchte und Süßigkeiten. Da man auf den ersten Blick erkennt, wie viel die Einladenden ungefähr ausgegeben haben, ist dies grade bei schwierigen familiären Situationen immer eine Gratwanderung. Fühlt sich ein Verwandter durch die Gaben nicht richtig wertgeschätzt, kann dies schon zu Spannungen führen. Solche Einladungen belasten den Geldbeutel zusätzlich und brauchen natürlich auch viel Zeit, muss man doch überall etwas trinken und kurze Zeit verweilen.

Normalerweise trägt die Seite der Braut die Kosten für die Hochzeit. In diesem Fall hat man jedoch beschlossen, sich die Kosten zu teilen, was ich nur richtig finde. Obwohl die Mitgift eigentlich offiziell verboten wurde, ist es immer noch Brauch. Oft wird eine Mitgift von mehreren Jahresgehältern erwartet und so werden leider oft teure Kredite aufgenommen. Doch auch auf der Seite des Bräutigams wird genau hingeschaut und die Vermögensverhältnisse abgeklärt. Mein Mann bekam auch einen Anruf von der Gegenseite, um genauere Auskünfte über D. zu erhalten.

Ich freue mich für Dhanush, dass schließlich alles nach seinen Wünschen geklappt hat und wünsche dem Brautpaar alles Gute.