Meine Freundinnen – die Klimaanlagen

Ich gebe es zu: Ohne AC (Air conditioning), wie man hier so schön sagt, hätte ich schon längst das Weite gesucht. Mit den tropischen Temperaturen, die hier herrschen, konnte ich mich noch nie richtig anfreunden. So habe ich die Klimaanlagen schon länger zu meinen besten Freundinnen auserkoren. In den ganz heißen Monaten (April, Mai, Juni), die jetzt gottlob hinter uns liegen, werden unsere Freundschaften noch intensiviert und wir rücken noch enger zusammen. Doch meine Freundinnen haben wiederkehrende Macken und auch hier zeigt sich, dass Freundschaften gepflegt werden müssen. So hat mal eine ein Leck und heult lauter Wasser oder eine andere leidet an einer Gemütsverstimmung und läuft nicht mehr ganz richtig.

Alle 6-8 Wochen werden unsere Freundschaften jedoch auf die Probe gestellt. Immer dann, wenn die AC-Service-Männer aufkreuzen, hält sich meine Sympathie arg in Grenzen. Der viele Staub, der sich in den Filtern angesammelt hat, verteilt sich durchs Putzen im ganzen Raum und durchs Wegrücken der Möbel kommen plötzlich Stellen und Kabel zum Vorschein, die auch schon länger keinen Besen oder Staubtuch mehr gesehen haben.

So bescheren mir meine Freundinnen jeweils einen halben Frühjahrsputz, der mich mindestens drei Stunden beschäftigt. Wenn die Arbeit vollbracht ist, so wie heute,  bin ich ihnen jedoch wieder wohlgesinnt und manchmal sogar richtig dankbar.

Sweet Palmhörnchen Memories

Immer wieder werde ich auf meine Palmhörnchen angesprochen, die ich vor über einem Jahr in meinem Dampfabzug gefunden und von Hand grossgezogen habe. Die vielen süssen Bilder der zwei sind wohl in den Köpfen hängen geblieben.

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Mein Speedy scheint nicht überlebt zu haben. Ich vermute, dass er von einer Katze erwischt wurde. Rosa hingegen kommt täglich zum Fressen vorbei. Wenn mich die Blase drückt, dann treffen wir uns manchmal zufällig im Badezimmer. Sie ist sehr scheu geworden und klettert sofort zum Fenster raus, wenn sie mich sieht. In Sicherheit wartet sie auf dem Fenstersims bis die Luft wieder rein ist. Manchmal, wenn ich Glück habe, holt sie sich noch eine Litschi aus meiner Hand. Leider ergibt sich auch keine Gelegenheit mehr ein gutes Foto zu schiessen.

Rosa heute
Ein Schnappschuss in schlechter Qualität.

Madame Rosa ist jedoch sehr wählerisch geworden. Gurken, Karotten, Mangos, Nüsse und Samen lässt sie unberührt stehen. Sie steht auf Haferflocken und Litschis. So kaufe ich für die verwöhnte Palmhörnchen-Dame natürlich teure Litschis!

Rosas Lieblingsessen
Rosa liebt Haferflocken und Litschis.

Süsse Erinnerungen!

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Hilfe! Krank in Indien

Indien hält für Touristen, aber auch für Einheimische ein umfangreiches Angebot an Viren und Bakterien bereit. Während sich das Immunsystem der Inder in der Regel an die Lebensbedingungen angepasst hat, so werden die Abwehrkräfte von Touristen doch arg auf die Probe gestellt.

Was kann ich vor der Reise tun?

Aus diesem Grund lohnt es sich meiner Meinung nach 2-3 Monate vor der geplanten Reise das eigene Immunsystem etwas aufzupeppen. Ich habe mit Echinacea-Tropfen von Dr. Vogel gute Erfahrungen gemacht, aber es gibt sicherlich eine Fülle an guten Produkten. Am besten man lässt sich in einer guten Apotheke oder Drogerie beraten. Auch Impfungen sollten möglichst früh geplant werden, denn auch sie können unser Immunsystem erheblich schwächen.

Auf das Impfen gehe ich hier nicht weiter ein. Bei Impffragen gehen die Meinungen weit auseinander. Das Beste ist, wenn man sich von einem erfahrenen Tropenmediziner persönlich beraten lässt. Man kann keine pauschalen Empfehlungen abgeben, denn es kommt sehr darauf an wo, wann und wie man unterwegs sein wird.

Wenn man in Indien zum Arzt oder in die Apotheke geht, bekommt man die Medikamente in der Regel genau abgezählt und ohne Verpackung und Beschreibung. Wenn man das Medikament nicht kennt, sollte man daher nachfragen und den Namen notieren. Dies könnte bei eventuellen Unverträglichkeiten wichtig sein. Indische Ärzte und Apotheker tendieren oft zu starken Medikamenten, die schnelle Besserung versprechen. Auch werden gerne großzügig Antibiotika verabreicht. Will man dies nicht, sollte man gezielt nach ayurvedischen, pflanzlichen Medikamenten fragen.

Obwohl die Medikamentenpreise in Indien um ein Vielfaches günstiger sind, lohnt es sich vor der Reise, eine persönliche Reiseapotheke zusammenzustellen. Da man nie genau weiß, wie man auf neue Medikamente reagiert, ist es immer besser, auf Altbewährtes zurückzugreifen. In Indien gibt es zwar viele Medical Shops, wie die Apotheken oft genannt werden, aber durch die engen Platzverhältnisse ist das Angebot begrenzt und man kann auch nie ganz sicher sein, wie genau Verfallsdaten eingehalten werden.

Auch ist man im Falle einer Erkrankung froh, wenn man schnell etwas zu Hand hat und nicht noch groß organisieren muss. Dies wird noch wichtiger, wenn man alleine oder mit Kindern unterwegs ist.

Erkältungs- und Durchfallerkrankungen

Die häufigsten Erkrankungen, die man in Indien bekommt, sind Erkältungs- und Durchfallerkrankungen.

Die Klimaanlagen und auch die Zugluft von Ventilatoren führen gerne dazu, dass man sich auch bei sommerlichen Temperaturen erkältet. Ich beispielsweise bin recht anfällig für Halsschmerzen. So empfiehlt es sich, immer einen Schal griffbereit zu haben.

Durchfall kann man nur vorbeugen, indem man beim Essen und Trinken gewisse Vorsicht walten lässt. So hat die alte Regel “boil it, cook it, peel it – or forget it” durchaus seine Berechtigung. Bei Streetfood, auch wenn es noch so lecker aussieht, würde ich mich persönlich zurückhalten.

Am besten man isst in Restaurants, die gut besetzt sind, so kann man sicher sein, dass die Speisen nicht lange rumstehen und alles frisch zubereitet wurde. Vorsicht ist bei allem geboten, das gekühlt werden muss. Längere Stromausfälle, die die Kühlkette unterbrechen, gehören immer noch zum indischen Alltag. Ich bin Vegetarierin und esse auswärts meistens nur in Pure Veg Restaurants. Viele entscheiden sich, in Indien auf Fleisch zu verzichten.

Von Eiswürfeln, Fruchtsäften, Eiscreme, bereits geschnittenen Früchten und Salat besser die Finger lassen! (Ausser man weilt in einem 5 Sternhotel.)

Wasser steht in den meisten Restaurants immer auf dem Tisch. Meistens wird dieses Wasser in einem Water Purifier aufbereitet. Da man jedoch grade in billigeren Lokalen nicht sicher sein kann, wie diese gewartet werden, würde ich als Tourist Flaschenwasser oder selbst gereinigtes Wasser bevorzugen. Bei gekauften Flaschen sollte man immer schnell checken, ob der Verschluss in Ordnung ist. Viele brauchen auch zum Zähneputzen Trinkwasser.

Auch bei aller Vorsicht kann es einfach passieren, dass man an Durchfall oder/und Erbrechen erkrankt. In diesem Fall ist man fast gezwungen, eine Reisepause einzulegen und in der Nähe einer sauberen Toilette zu verweilen. Das Beste ist, auch wenn es sehr unangenehm ist, mal alles aus dem Körper rauszulassen. Starker Durchfall und Erbrechen können schnell schwächen. Größte Vorsicht ist bei Kindern geboten. Es kann unglaublich schnell zu einer gefährlichen Dehydration kommen. Ich habe dies mit unserem Sohn erlebt. Er hatte zwar immer wieder getrunken, aber kurz darauf alles erbrochen. Bereits nach einigen Stunden war er dehydriert. Viel zu trinken ist das Wichtigste. Da man viele körpereigene Salze verliert, empfiehlt es sich, eine Elektrolyt-Lösung einzunehmen. Gute Dienste erweisen hier auch Aktivkohle-Tabletten und Schonkost. Zwieback (Rusk), Bananen, weisser Reis, Bouillon und gesüßter Schwarztee ohne Milch sind zu empfehlen.

Für den Notfall sollte man auch ein stärkeres Durchfallmedikament dabei haben. Falls man einen gebuchten Flug oder eine längere Zugreise wahrnehmen muss, bleibt einem fast nichts anderes übrig als darmhemmende Medikamente wie Imodium einzunehmen. Sicher für die Gesundheit nicht die idealste Lösung, da die Bakterien so im Körper verbleiben, aber manchmal geht es einfach nicht anders. Um die Darmflora nach der Erkrankung wieder etwas aufzubauen, empfehlen sich Probiotika-Kapseln. Hält der Durchfall über mehrere Tage an oder wenn Blut im Stuhl ist, sollte man dringend einen Arzt aufsuchen. Oft sind Antibiotika dann unerlässlich und durchaus berechtigt.

Was gehört in die Reiseapotheke?

Natürlich kann man sich bei der Zusammenstellung vom Arzt oder in der Apotheke beraten lassen. Meist läuft man dann Gefahr, dass man mit verschiedenen Medikamenten überhäuft wird.

Ich würde mich vor allem auf folgende Medikamente beschränken:

  • Persönliche Medikamente

Wenn man auf Medikamente angewiesen ist, sollte man genügend davon mitnehmen und für Notfälle auch eine Reserve einplanen. Je nach Medikamenten vom Arzt eine Bestätigung schreiben lassen, damit man beim Zoll keine Probleme bekommt.

  • ev. Pille

Wer die Pille einnimmt, sollte auch eine Reserve einplanen.

  • Einfaches Schmerz- und Fiebermittel

z. B. Dafalgan oder Aspirin (Für Kleinkinder Zäpfchen für das entsprechende Gewicht)

  • Aktivkohle Tabletten

Da gibt es ganz verschiedene Präparate wie Carbolevure oder Carbovit

  • Stärkeres Durchfallmittel für den Notfall

(Imodium oder andere Produkte) Bei Kindern unbedingt nachfragen oder nachlesen, ob Kinder diese einnehmen dürfen und wenn ja in welcher Dosierung.

  • Elektrolyt-Lösung

Diese kann gut am Anfang der Reise in Indien gekauft werden.

  • Halswehtabletten

  • Ev. Augentropfen / Ohrentropfen / Nasenspray

Ich decke mich in der Schweiz immer mit Similasan Augentropfen ein. Durch den vielen Staub und die Zugluft kann es auch mal zu Augenreizungen kommen. Reisen Kinder mit, dann ist es auch sinnvoll, etwas gegen Ohrenschmerzen zur Hand zu haben. Die hat man ja meistens ohnehin zu Hause und sie brauchen auch nicht viel Platz. Bei Kindern ist auch ein sanfter Nasenspray zu empfehlen, vor allem wenn Flüge geplant sind. Bei verstopfter Nase kann man nämlich den Luftdruck schlecht ausgleichen, was für Kinder sehr schmerzhaft werden kann.

  • Ev. in Absprache mit dem Hausarzt ein Breitband-Antibiotikum

Dies würde ich nur mitnehmen, wenn gewisse Antibiotika nicht vertragen werden oder Allergien vorliegen. Da empfiehlt es sich, auf bewährte Medikamente zu vertrauen.

  • Ev. Probiotische Kapseln zum Wiederaufbau der Darmflora

  • Ev. ein Fieberthermometer

Wenn Kinder dabei sind, würde ich dies unbedingt mitnehmen. Achtung in Indien wird Fieber in Fahrenheit gemessen. 37. 8 Grad Celsius entspricht 100 Grad Fahrenheit. Wenn der Arzt konsultiert werden muss, vorher bereits umrechnen, damit der Arzt mit den Angaben etwas anfangen kann.

  • Pflaster

  • Desinfektionsmittel / ev. Wundsalbe

Wunden können sich in Indien schnell entzünden. Daher auch kleinste Verletzungen immer desinfizieren und wenn nötig mit einem Pflaster abdecken.

  • Verbandsmaterial für den Notfall

  • Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor / ev. etwas gegen Sonnenbrand

  • Mückenspray

Diesen würde ich preisgünstig in Indien kaufen. Odomos ist als Spray oder Lotion fast überall erhältlich, wirkt gut und ist sehr hautverträglich. Guter Mückenschutz ist das A und O. Viele gefährliche Krankheiten Dengue, Chikungunya und Malaria werden durch Moskitos übertragen.

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Mehr Informationen dazu findest du hier:

https://meinlebeninindiendotblog.wordpress.com/2018/07/09/klein-laestig-und-gefaehrlich/

  • Ev. etwas gegen Mückenstiche

z. B. Fenipic plus (sehr hilfreich bei Kindern)

Wenn man ernsthaft erkrankt

Leider gibt es in Indien auch Krankheiten, die einen Arztbesuch oder sogar einen Spitalaufenthalt zur Folge haben. Hat man über mehrere Tage hohes Fieber und Gliederschmerzen, sollte man dringend zum Arzt. Meistens macht es Sinn grade ein gutes, größeres Spital aufzusuchen, denn dort sind meistens alle nötigen Geräte vorhanden. Apollo verfügt inzwischen fast in ganz Indien über Spitäler und Apotheken.

Diese Spitäler kommen dem westlichen Standard am nächsten. Kleine Spitäler und Arztpraxen verfügen oft über keine speziellen Geräte, wie Röntgen, Computertomografie, Ultraschall, …. Auch die Blutuntersuchungen werden oft außerhalb in speziellen Instituten gemacht.

Wenn es nicht grade um Leben und Tod geht, lohnt es sich, mit dem Taxi auch eine längere Strecke in ein gutes Spital zu fahren.

Natürlich sind die Gesundheitskosten in Indien um ein vieles geringer als in Deutschland oder der Schweiz. Trotzdem kommen im Notfall eben doch hohe Kosten auf einem zu. So kostet beispielsweise nur das Bett auf der Intensivstation in der Apollo-Klinik zur Zeit 9500 Rupees (rund 119 Euro). So kommen in recht kurzer Zeit eben doch hohe Beträge zusammen.

Auch ein Rücktransport nach Deutschland oder in die Schweiz kostet schnell mal ein kleines Vermögen.

Eine gute Reise- und Krankenversicherung ist ein Muss! Auch sollte man immer einen größeren Betrag für Notfälle zurücklegen. In Indien ist es üblich, dass man erst mal bezahlt. Die Notfallnummer der Krankenversicherung unbedingt auf dem Handy speichern, damit man diese sofort informieren kann. Für die Abrechnung mit der Krankenkasse alle Rechnungen und Belege sorgfältig aufbewahren und gemeinsam mit Kopien der Flugtickets und dem Visums einreichen.

Alleinreisende haben es in solchen Fällen besonders schwer. Denn in indischen Spitälern sind die Angehörigen stark gefragt. So muss man Medikamente kaufen gehen, Verbands- und Verbrauchsmaterial ersetzen, sich immer wieder um Versicherungsfragen kümmern.

Als Tourist wird man meistens sehr zuvorkommend behandelt und man bekommt auch Unterstützung. Wenn man einen Arzttermin braucht, muss man sich erst etwas umständlich anmelden und ein Formular ausfüllen. Indische Spitäler sind praktisch zu jeder Tageszeit gut besetzt und man muss mit längeren Wartezeiten rechnen. Daher unbedingt Wasser und eventuell einen Snack mitnehmen. Ich weiß nicht genau wie viele Konsultationen ein indischer Arzt pro Tag abfertigt, aber es sind sehr viele. Daher gehen die Besuche in der Regel auch sehr schnell. Da wird kurz gefragt, untersucht und sofort Medikamente verschrieben, die man später selbst organisieren und kaufen muss. Die Ärzte sind sich Rückfragen von Patienten nicht gewöhnt. Lasst euch aber ja nicht einschüchtern und fragt nach. Will der Arzt ein Antibiotikum verschreiben, fragt nach, ob dies auch zwingend nötig sei.

Bei hohem Fieber wird meistens eine Blutprobe angeordnet. Bevor man sein Blut abgeben kann, muss man wieder zuerst die Untersuchung bezahlen. Alleine bei hohem Fieber und einem schlechten Allgemeinzustand kann man dies nicht alleine bewältigen und ihr müsst ganz klar Unterstützung verlangen. Das Spital wird schon einen Angestellten auftreiben, der euch hilft.

Als ich und unser Sohn am Dengue-Fieber erkrankten, lagen wir rund eine Woche im Spital. Natürlich ist dies nie eine tolle Erfahrung, vor allem wenn man auf Reisen und vielleicht alleine unterwegs ist. Doch wenn man ein gutes Spital ausgewählt hat und eine gute Krankenversicherung hat, ist die Versorgung durchaus mit den Standards der Schweiz oder Deutschland zu vergleichen.

Ich wünsche euch immer gute Gesundheit und wunderschöne Momente in Incredible India!

 

 

 

Karotten Poriyal – indisches Karotten-Gemüse

Zutaten:

    4-5 Karotten in Stäbchen geschnitten
    Etwas Öl
    2 Zwiebeln klein geschnitten
    1 Stück Ingwer klein geschnitten
    1-3 grüne Chilis
    einige Curryblätter
    Frische Korianderblätter
    1/2 TL Senfsamen
    1/2 TL Kumin (Kreuzkümmel)
    1/2 TL gesplitterter Urad-Dal
    Salz nach Belieben
    1 TL Kurkuma (Gelbwurz)
    2 -3 EL gerösteter Gram-Dal (im Mixer zu Pulver gemahlt) oder geriebene Kokosraspel

Zubereitung:

1. Etwas Öl in einer Pfanne erhitzen und 1/2 TL Senfsamen, 1/2 TL Kumin und 1/2 TL gesplitterter Urad-Dal frittieren bis die Senfsamen springen.

2. Die Zwiebeln, die grünen Chilis, den Ingwer und einige Curryblätter dazugeben und mitdämpfen.

3. Die Karotten zugeben und kurz mitdämpfen. Salz und rund 1 TL Kurkuma dazugeben.

4. Wenig Wasser beifügen und die Karotten rund 10 – 15 Minuten köcheln lassen bis das Wasser verdunstet ist.

5. 2 – 3 EL Gram-Dal-Pulver oder geriebene Kokosraspel dazugeben.

Mit frischem Koriander servieren.

Guten Appetit!

Strassenhunde in Indien

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Meine persönliche Einschätzung:

Ich habe ein grosses Herz für die Strassenhunde Indiens. Zwei haben das Glückslos gezogen und dürfen nun als Familienmitglieder bei uns leben. Unsere Simba haben wir aus einem Strassenhund-Projekt adoptiert. Ihre Mutter wurde von einem Auto überfahren. Bei unseren Runden durchs Quartier spielte sie immer mit einer süßen Hündin, die einen kleinen schwarzen Welpen hatte. Als die Mutter vergiftet wurde, nahmen wir den Welpen auf. Züttu und Simba sind ein tolles Team und eine enge Freundschaft verbindet die beiden.

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Unsere Hundemädels Simba und Züttu

In unserem Quartier kenne ich praktisch jeden Strassenhund. Ich habe mir auf den Spaziergängen mit Simba und Züttu auch für alle passende Namen ausgedacht.

Alle 6 Monate kommen einige Welpen dazu und andere verschwinden. Doch viele kenne ich schon über mehrere Jahre. Auf unserer Runde, die ein Kilometer lang ist, treffe ich ungefähr auf 18-25 Hunde. Ich lebe jetzt über 10 Jahre in diesem Land und ich habe noch nie einen wirklich aggressiven Hund erlebt. Klar gibt es Kläffer, die lautstark bellen, wenn ich mit unseren Ladies vorbeikomme, aber nach 5 Metern ist dann wieder gut. Viele Anwohner sind den Hunden wohlgesinnt und versorgen sie mit Essensresten. Manche Hunde werden quasi adoptiert, das heißt, sie bekommen ein Halsband und werden mehr oder weniger mit Essen versorgt. Auch die schlechte Abfallentsorgung bietet den Hunden Nahrung.

Die 3 Schlappohren
Die drei Schlappohren sind inzwischen junge Teenager und leben in unserer Strasse. Sie sind sehr zutraulich.

Die meisten Inderinnen und Inder haben Angst vor Hunden. Es gibt zwar viele, die sich in den Städten als Prestige oder aus Sicherheitsgründen Rassetiere kaufen, aber leider haben die wenigsten eine Ahnung von Hunden, geschweige denn von Hundeerziehung. Über Schläge werden die reinrassigen Tiere dann von „ausgebildeten“ Hundetrainern erzogen oder eben auch nicht.

Kinder und Frauen schreien oft in hoher Tonlage und rennen weg, wenn ein Hund zu nahe kommt. Dass solche Reaktionen den Jagdtrieb im Hund anspricht, wissen die wenigsten. Oft werden die Hunde auch mit Steinen beworfen oder mit Stöcken geschlagen. Mit gezielter Aufklärung könnten viele Hundebisse vermieden werden.

Zahlen und Fakten:

Wer eine Reise nach Indien macht, wird viele Strassenhunde antreffen. Rund 35 Millionen Streuner leben auf dem Subkontinent.

Milchtrinkende Welpen

Auf den ersten Blick wirkt diese Zahl enorm hoch, aber wenn man ihnen 1.339 Milliarden Menschen (2017) gegenüberstellt, relativiert sich dies sehr.

Immer wieder liest man von schrecklichen Hundeattacken, denen vor allem Kinder zum Opfer fallen. Auch werden jährlich rund 1.75 Millionen Menschen gebissen. Trotz staatlichen Impf- und Sterilisationskampagnen ist in Indien die Tollwut immer noch aktiv. Pro Jahr gibt es ungefähr 18‘000 – 20‘000 Fälle von Tollwut. Auch Affen können Tollwut übertragen. Allein in Delhi wurden 2015 in den ersten 11 Monaten 1800 Affenbisse verzeichnet.

Affen und Hunde
Hunde und Affen spielen zusammen auf der Insel Elephanta

Pariah Dogs:

Die Strassenhunde Indiens, auch Pariah Dogs genannt, sind ursprünglich verwandt mit dem australischen Dingo, dem israelischen Cannan-Hund, dem singenden Hund aus New Guinea und auch der zentral-afrikanische Dorfhund gehört zu seinen Vorfahren. Der Pariah Hund hat sich durch natürliche Auslese und ohne menschliche Intervention entwickelt. Das Ergebnis ist ein sehr robuster, wachsamer, eigenständiger Hund, der sich sehr an seine Umgebung und das Klima angepasst hat. Die Hunde gelten als intelligent und sie sind gute Wachhunde.

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Die Versäumnisse der Regierung und oft traurige Realitäten:

Der Staat hat in seinen Animal Birth Control-Programm strikte Regeln festgelegt, wie und welche Hunde gefangen werden dürfen, um sie zu sterilisieren und zu impfen.

Hunde unter 6 Monaten, trächtige Hündinnen und Tiere, die unter ansteckenden Krankheiten leiden, dürfen nicht gefangen werden. Nach dem Eingriff müssen die Tiere wieder dort freigelassen werden, wo sie gefangen wurden.

In den meisten Städten nimmt man es mit diesen Regeln jedoch nicht genau und die Regierung tut zu wenig, um die Hundepopulation zu kontrollieren und zu impfen. Oft werden gefangene Hunde umgesiedelt und in anderen Stadtteilen freigelassen. Für die Hunde eine schwierige Situation. Sie verlieren ihr Rudel und müssen sich geschwächt von der Operation in einem neuen Rudel zurechtfinden und behaupten. Auch die Futterquellen, die ein Hund vorher genau kannte, sind plötzlich weg. Es drohen Hunger und Krankheit.

Die Angst vor Bissen und Tollwut führt leider immer wieder dazu, dass Anwohner das Recht in die eigenen Hände nehmen. Manche stören sich auch am nächtlichen Gebell und fühlen sich lärmgeplagt. So verschwinden viele Tiere und man weiß nicht, was mit ihnen passiert ist.

Nach Angaben von Tierschützern verschwanden 2018 Hunderte von Hunden und nur wenige konnten wiedergefunden werden. Viele Anwohner kennen „ihre“ Hunde genau. Manchmal bekommen sie auch ein Halsband, damit der Hundefänger sie nicht mitnimmt. So haben auch Streuner durchaus ihre Menschen, die sie mit Essensresten versorgen.

Verschwinden Hunde einfach so, dann kann man davon ausgehen, dass Anwohner die Initiative ergriffen haben, die Hunde zu entfernen.

Oft sind die Tiere nicht krank und sie haben auch niemanden gebissen. Illegale Hundefänger, die rein gar nichts mit den offiziellen Behörden zu tun haben, werden beauftragt und die Hunde sind weg. In Bangalore wurden illegale Hundefänger erwischt. Mit einem falschen Logo der offizellen Stellen getarnt, haben sie Hunde eingefangen, geschlachtet und das Fleisch an Lokale außerhalb der Stadt verhökert.

Auch werden Tiere einfach eigenmächtig vergiftet. So wurden beispielsweise im Oktober 2018 in einem Stadtteil von Hyderabad 50 Hunde vergiftet. Die Hunde sind qualvoll gestorben und hatten alle Schaum vor dem Mund.

Tierschutz:

In den Städten werden Tierschützer immer aktiver. Hier in Chennai ist Blue Cross am bekanntesten.

Sie nehmen kranke und verletzte Tiere auf und eilen auch zu Hilfe, wenn ein Tier in Not geraten ist. Suriyan und ich haben dort längere Zeit freiwillig mitgeholfen. Während der großen Chennai-Flut 2015 haben sie viele Tiere vor dem Ertrinken gerettet. Hunde und Katzen können adoptiert werden.

Umgang mit Strassenhunden als Tourist:

Sofort stellt sich natürlich die Frage der Tollwut-Impfung. Ich persönlich bin nicht gegen Tollwut geimpft. Da ich in einer Großstadt mit einer guten medizinischen Versorgung lebe, ist dies auch nicht zwingend nötig. Bei einem Hunde- oder Affenbiss muss man mit und ohne Impfung sowieso zum Arzt. Der einzige Unterschied ist, dass man mit einer Impfung etwas mehr Zeit hat.

Dies zu wissen, gibt vielen etwas Sicherheit, vor allem wenn man plant abseits der großen Städte zu reisen. Wer Hunden und Affen gegenüber ängstlich ist, dem würde ich eine Impfung ans Herz legen. Menschen, die Angst haben, verhalten sich oft falsch und haben leider die höhere Wahrscheinlichkeit gebissen zu werden.

Wie verhalte ich mich bei aggressiven Tieren?

Wenn Hunde oder auch Affen aggressiv werden, sollte man den Blickkontakt meiden, ruhig bleiben und weitergehen. Hektische Bewegungen, weglaufen und schreien, wecken den Jagdtrieb und sollten auf jeden Fall vermieden werden.

Viele Hunde haben mit Menschen schlechte Erfahrungen gemacht und sind daher im Umgang sehr ängstlich und scheu.

Fühlt man sich extrem bedroht, kann man auch so tun, als ob man einen Stein vom Boden aufnimmt und diesen wirft.

Vorsicht ist in der Nacht geboten. Die Rudel verteidigen ihre Reviere und Schlafplätze in der Nacht. Da kann es als Fußgänger oder auch als Motorradfahrer sehr ungemütlich werden. Solche Situationen sollte man vermeiden und sich ein Taxi oder eine Riksha leisten. Wenn es gar nicht anders geht, unbedingt einen Stock mitnehmen.

Strassenhund mit Schlange
Strassenhunde sind durchaus auch gute Jäger. Hier habe ich nicht schlecht gestaunt, als ich die Beute sah.

 

Masala Dosai – ich liebe es!

 

Ich glaube, bei einer Schweizerin kann man mit Kartoffeln nichts falsch machen. So ist es auf jeden Fall bei mir. Kartoffeln in jeder Form sind immer willkommen. Sind sie zusätzlich mit einem leckeren Dosai umhüllt, schwebe ich auf Wolke 7! Masala Dosai gehört eindeutig zu meinen Favoriten in der südindischen Küche.

Gerne teile ich mit euch mein Rezept:

Zutaten:

3-4 gekochte Kartoffeln in Stücke geschnitten
2-3 Zwiebeln längs geschnitten
1-2 grüne Chilis klein geschnitten
1 kleines Stück Ingwer klein geschnitten
1-3 rote getrocknete Chilis in Stücke
Einige Curryblätter
¼ TL Senfsamen
¼ TL Kumin (Kreuzkümmel)
¼ gesplitteter Urad-Dhal
Einige Prisen Asafötida (Hing)
½ TL Kurkuma
Salz
Rund 1 TL Urad-Dhal ganz
Rund 1 TL Bengal-Dhal
Eventuell grüne Erbsen
Eventuell frischer Koriander zum Abschmecken
Eventuell etwas Butter oder Ghee (geklärte Butter)

Zubereitung:

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1. 3-4 Kartoffeln kochen und auf die Seite stellen.

2. Etwas Öl in die Pfanne geben. Wenn es heiß ist, ¼ TL Senfsamen, ¼ TL Kumin und ¼ TL gesplitteter Urad-Dhal zugeben und frittieren bis die Senfsamen springen.

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3. Die roten Chilis 1TL Bengal-Dhal und 1 TL Urad-Dhal zugeben.

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4. Den Ingwer, die grünen Chilis und die Curryblätter dazugeben.

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5. Die geschnittenen Zwiebeln und eventuell die grünen Erbsen dazugeben.

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6. Wenn die Zwiebeln weich geworden sind, die Kartoffeln dazugeben. Mit Salz, Kurkuma und eventuell etwas Hing würzen, mischen und danach die Kartoffeln mit einer Gabel leicht zerdrücken. Ein wenig Wasser dazugeben und das Ganze kurz köcheln lassen. Manche geben am Schluss noch ein Stück Butter oder Ghee hinzu.

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Die Kartoffel-Füllung in die Mitte vom Dosai geben, zuklappen und servieren.
Dazu passen diverse Chutneys oder Sambar.

Einen guten Appetit!

Masala Dosai

Das Rezept für Sambar findest du hier:

https://meinlebeninindiendotblog.wordpress.com/2019/01/10/sambar-die-gemuese-sauce-in-der-tamilischen-kueche/

Rezepte für Chutneys:

https://meinlebeninindiendotblog.wordpress.com/2018/11/21/erdnuss-chutney/

https://meinlebeninindiendotblog.wordpress.com/2019/07/08/tomaten-chutney/

https://meinlebeninindiendotblog.wordpress.com/2019/01/19/kokosnuss-chutney/

Dosai- Teig selber machen:

https://meinlebeninindiendotblog.wordpress.com/2019/03/29/homemade-idly-oder-dosai-teig/

Bohnen-Gemüse – Beans Poriyal

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Grüne Bohnen mag ich, egal wie sie gekocht sind, eigentlich immer. Nur mit den Dörrbohnen, die meine Mutter manchmal im Winter gekocht hatte, konnte ich mich nie anfreunden. Auch hier in Indien mag ich Bohnen-Gemüse sehr.

Hier unser Rezept für Bohnen-Poriyal:

Zutaten:

  • 1-2 Zwiebeln klein geschnitten
  • 1-2 grüne Chilis klein geschnitten und halbiert
  • 1 fingergrosses Stück Ingwer klein geschnitten
  • ¼ kg grüne Bohnen klein geschnitten
  • ½ Tasse Bengal-Dhal gekocht oder frische Kokosraspeln
  • Salz
  • ½ TL Kurkuma (Gelbwurz)
  • ½ TL Senfsamen
  • ½ TL Kumin (Kreuzkümmel)
  • ½ TL kleiner gesplitteter Urad-Dhal
  • Etwas Öl
  • Einige Curryblätter
  • Ev. Frische Korianderblätter

 

Zubereitung:

1. Im Dampfkochtopf 1/2 Tasse Bengal-Dhal kochen und auf die Seite stellen.

2. Etwas Öl in einer Pfanne erhitzen und ½ TL Senfsamen, ½ TL Kumin und ½ TL kleiner gesplitteter Urad-Dhal frittieren bis die Senfsamen springen.

Senfsamen, Kumin und kleiner Dhal zugeben

3. Die Zwiebeln, die grünen Chilis, den Ingwer und einige Curryblätter dazugeben und andämpfen.

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4. Die Bohnen kurz mitdämpfen, genügend Salz und rund ½ TL Kurkuma dazugeben.

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5. Wenig Wasser dazugeben und die Bohnen rund 10-15 Minuten köcheln lassen bis das Wasser verdunstet ist.

6. Den gekochten Bengal-Dhal dazugeben und mit frischen Korianderblättern garnieren. Anstelle des Bengal-Dhals können auch frische Kokosraspel verwendet werden.

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Einen guten Appetit!

 

Der große Ärger als Auslandschweizerin

Schweizerflagge

Am Montag habe ich wieder mal per Online-Banking meine Konten bei der Postfinance gecheckt. Da ist mir plötzlich aufgefallen, dass da pro Monat neu 5 Franken abgezogen werden. „Was soll das jetzt?“, frage ich mich.

Die Schweizer Banken und Finanzinstitute sind am Geld von Auslandschweizer schon lange nicht mehr interessiert. Da werden so horrende monatliche Gebühren verrechnet, dass die meisten ihre Konten sofort aufgelöst haben. So ist es auch mir ergangen. Für das Jugendsparkonto unseres Sohnes bei der Raiffeisenbank hätte ich pro Monat 40 Franken Spesen bezahlen sollen. Die Postfinance war für die Auslandschweizer die beste Alternative. Ein Konto in der Schweiz wollte ich unbedingt behalten. Erstens ist es praktisch, wenn man auf Heimatbesuch ist und zweitens gibt es doch eine gewisse Sicherheit.

Anfangs verzichtete die Postfinance auf zusätzliche Gebühren, aber das ist nun schon länger vorbei. Da ich im Ausland lebe, bezahle ich monatlich 25 Franken Kontogebühren. Für die maximal 2-4 Briefe, die mir die Postfinance jährlich zuschickt, ein absolut überrissener Betrag. Da ich schon so hohe Spesen bezahle, ging ich zuerst von einem Fehler aus und rief gestern bei der Postfinance an, um Gewissheit zu bekommen. „Nein, das ist korrekt. Die 5 Franken sind für die Kontoführung!“ Neu also 30 Franken pro Monat – als ich aufs Jahr aufrechne, trifft mich fast der Schlag. 360 Franken! Nein, das bin ich echt nicht bereit zu bezahlen.

Da kann man meinen Ersparnissen ja beim Schrumpfen zusehen. Das Depositokonto mit eingeschränkten Bezugsmöglichkeiten ist spesenfrei und so werde ich darauf ausweichen und mein Konto auflösen.

Doch nicht nur die Schweizer Banken machen mich ärgerlich. Nein, auch die Schweizer Regierung! Ich bekam mein Abstimmungsmaterial oft zu spät, um es pünktlich zur Zählung zurückschicken zu können. Wie erfreut war ich, als ich plötzlich online wählen und meine Schweizerbürgerpflicht wieder richtig wahrnehmen konnte. Doch auch damit ist wieder Schluss und nur noch die briefliche Abstimmung zulässig.

Anfangs Juli hat Suriyan das neunte Schuljahr angefangen und langsam geht es darum, sich Gedanken um die berufliche Zukunft zu machen. Da es sehr wahrscheinlich ist, dass er nach der 12. Klasse in der Schweiz studieren wird, wollte ich bei der Berufsberatung nachfragen, ob sie auch Auslandschweizer beraten. Die Antwort per Mail kam prompt: „Ja, wir beraten auch Auslandschweizer im Alter von 15 bis 25 Jahren. Die Beratung ist kostenpflichtig.“ Ich weiß noch nicht, wie viel ich da bezahlen darf, aber ich kann mir die 100er Note pro Stunde schon bildlich vorstellen.

Das alles fühlt sich nicht gut an und Ärger macht sich in mir breit. Ich habe zwar den beliebten roten Schweizerpass, aber behandelt werde ich zunehmend wie eine Ausländerin.

PS: Meine Vorstellung von einem Hunderter pro Stunde für eine Berufsberatung wäre noch preisgünstig gewesen! Es sind 130 Franken!

Upma – schnell gekocht und lecker

Upma setzt sich zusammen aus dem Tamilischen Uppu (Salz) und Maavu (Mehl). Das schnelle Gericht wird als Frühstück oder auch als Nachtessen gekocht. Da es wirklich schnell zubereitet ist, kommt es bei mir oft auf den Tisch.

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Zutaten:

  • 1 Tasse Semolina (Sooji, Rawa, Hartweizegriess)
  • ½ TL Senfkörner
  • ½ TL Kumin (Kreuzkümmel)
  • Etwas Urad-Dhal oder Bengal-Dhal
  • Ev. einige Erdnüsse
  • Ev. Asafötida
  • 1 fingergrosses Stück Ingwer klein geschnitten
  • 1 Zwiebel klein geschnitten
  • 1-3 grüne Chilis klein geschnitten
  • Einige Curryblätter
  • 1 Tomate klein geschnitten
  • Ev. Erbsen

Zubereitung:

  1. Eine Tasse Hartweizengriess in einer Bratpfanne kurz anrösten und zur Seite stellen. (Wenn ich hier in Indien Double roasted Sooji kaufe, fällt dieser Schritt weg)


2. Etwas Öl in die Pfanne geben und ½ TL Senfkörner, ½ TL Kumin und etwas Urad- oder Bengal-Dhal kurz frittieren. Ev. zwei Prisen Asafötida dazugeben. Wer mag, kann auch noch einige Erdnüsse dazugeben.

Senfkoerner und co

3. Den Ingwer, die grünen Chilis, die Zwiebel und die Curryblätter dazugeben und andämpfen.

Ingwer und CO zugeben

4. Die Tomate und ev. einige Erbsen dazugeben und dämpfen.

5. Rund 2 ½ Tassen Wasser dazugeben, salzen und rund 5 Minuten leicht köcheln lassen, sodass die Tomaten und Erbsen gekocht sind.

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6. Den Hartweizengriess langsam einrühren, kurz aufkochen lassen, zudecken und die Temperatur auf die Mittelstufe zurückstellen. Nach rund 3 Minuten abstellen. Kurze Zeit ziehenlassen und servieren.

hartweizengriess-zugeben.jpeg

Upma passt gut zu diversen Chutneys und Sambar. Mein Mann mag es auch mit einer Banane und etwas Zucker.

Guten Appetit!

Upma fertig

Das Sambar Rezept findest du hier:

https://meinlebeninindiendotblog.wordpress.com/2019/01/10/sambar-die-gemuese-sauce-in-der-tamilischen-kueche/

Diverse Chutneys findest du hier:

https://meinlebeninindiendotblog.wordpress.com/2019/07/08/tomaten-chutney/

https://meinlebeninindiendotblog.wordpress.com/2018/11/21/erdnuss-chutney/

https://meinlebeninindiendotblog.wordpress.com/2019/01/19/kokosnuss-chutney/

Kanchipuram – alle wollen Lord Athi Varadar sehen

Menschenmassen

Incredible India – ja, so ist es tatsächlich! Auch nach über zehn Jahren in diesem Land bringt mich Indien immer wieder zum Staunen.

In Kanchipuram durfte Lord Athi Varadar (Avatar Vishnus) nach 40 Jahren im Tempelteich wieder einmal an die frische Luft. Dieses große Ereignis bringt mehrere Hunderttausend Gläubige aus ganz Indien in den Varadaraja Perumal Tempel. Um einen kurzen Blick auf die Gottheit zu werfen, nehmen die Menschen vieles in Kauf. Barfuß stehen sie für viele Stunden fünf Kilometer lang in der heißen Sonne. Ein Carrom-Kollege von Prabhu hat dies tatsächlich auf sich genommen und meinte im Nachhinein, dass dies ein grosser Fehler war. Seine Fußsohlen waren voller Brandblasen und mehr als einen kurzen Blick konnte er nicht erhaschen.

Der Legende nach hatten Gott Brahma und seine Frau Saraswati einen Streit. Scheinbar vergaß Brahma, seine Liebste zu einer wichtigen Feuerzeremonie einzuladen. Darauf wurde die Göttin so wütend, dass die den Fluss anschwellen ließ, um die heiligen Feuer zu löschen. Brahma bat Lord Vishnu um Hilfe und dieser legte sich als Athi Varadar in die Fluten und stoppte das Wasser.

Ursprünglich wurde die Götterstatue wohl im Tempelteich versenkt, um sie vor der Zerstörung durch islamische Eroberer zu bewahren. Die Leute glauben, dass das heilige Wasser vom Varadaraja Perumal Tempel unglaubliche Kräfte besitzt.

Vom 1. Juli bis zum 18. August darf die Gottheit an die Erdoberfläche. Da sie nur alle 40 Jahre für 45 Tage aus den Tempelteich geholt wird, ist ein Darshan von Lord Athi Varadar im Leben eines Menschen ein einmaliges Erlebnis. Nur wer ein hohes Alter erreicht, könnte es theoretisch zweimal schaffen.

Irgendwie wäre es verlockend, dies selbst zu erleben, aber wenn ich an die riesigen Menschenmassen, die brennende Sonne und die Brandblasen an den Fußsohlen denke, da schaue ich mir das Ganze doch lieber im Fernseher an.