Ausgezogen – Neues von meinen Palmhörnchen

rosa mit litschi

Das Interesse an meinen Palmhörnchen ist ungebrochen und immer wieder werde ich nach den beiden gefragt.

Seit meinem letzten Bericht anfangs Dezember hat sich viel verändert. Kurz nach meinem Blogartikel ist Speedy nicht mehr nach Hause gekommen. Leider weiß ich nicht, was passiert ist. Die beiden gingen oft aufs kleine Vordach unserer Nachbarin, um dort Reste zu schmausen. Neulich jedoch entdeckte ich dort eine Katze, die auf der Lauer lag. Ob Speedy nun im Magen der Katze gelandet ist, oder ob er von einem andern Männchen aus dem Revier vertrieben wurde – es wird ein Rätsel bleiben.

Meine kleine Rosa jedoch kehrte zuverlässig, wenn es dunkel wurde, zu ihrem Nest in zurück. Sie schien Speedy zu vermissen, wurde wieder zutraulicher, ließ sich von mir streicheln und natürlich habe ich angefangen, mein Mädchen zu verwöhnen. Da sie Litschis so gerne mag, kaufte ich die teuren Früchte wieder vermehrt. So gab ich ihr abends immer ein kleines *Bettmümpfeli, das sie liebend gern in ihr Nest nahm, um daran zu knabbern. So vergingen die Wochen. Wenn ich am Abend im Badezimmer das Licht anmachte, streckte mein Mädel umgehend ihr Köpfchen raus und wartete auf ihre Litschi oder auf eine Karottenscheibe.

Tja, nun fing das Nest langsam an, einen Geruch zu verbreiten, der meiner Nase zusehends nicht mehr gefiel. Ich hatte grade unsere Betten frisch bezogen und freute mich schon am Nachmittag auf die frischgewaschene Bettwäsche, in der ich wunderbar schlafen würde. So dachte ich, dass sich doch auch Rosa über ein neues, nicht mehr stinkendes Nest freuen würde. Ich hatte das ganze Nest schon zuvor, als Speedy noch da war, problemlos ausgewechselt. Doch dieses Mal war alles anders. Ich glaube, Rosa war stinksauer und empört. Obwohl ich die frischen Baumwollfäden an das alte Nestplätzchen gelegt hatte, kickte sie die Fäden auf den Boden und beschloss auszuziehen. Sie schnappte sich noch eine Litschi, kletterte aus dem Fenster und blieb die ganze Nacht über weg. Tja, ihr könnt euch vorstellen, dass ich mir da natürlich Vorwürfe gemacht habe. Die Kleine wird wohl bald Junge haben und das Risiko, dass ich das ganze Nest plötzlich entsorgen könnte, war ihr sicherlich zu gross. Ich legte die Fäden zurück und arrangierte sie sogar, aber wieder lagen sie auf dem Boden und einen Teil davon schleppte sie zum Fenstergitter raus. Wahrscheinlich ist meine Süße nun definitiv ausgezogen. Sie kommt zwar vorbei, um bei Mama, d. h. von Mamas Teller, zu fressen, aber hat nun irgendwo draußen eine eigene Wohnung.

Einerseits bin ich traurig über den Auszug, andererseits auch etwas erleichtert. Wenn ich mir den Trubel und das Chaos vorstelle, wie 2-4 junge Hörnchen mein Badezimmer erobern, dann bin ich doch froh über Rosas Entscheidung. Wobei die Kleinen wären doch sooo süß….

 

*ein Bettmümpfeli ist eine kleine Süssigkeit, die vor dem Zubettgehen gegessen wird. Die Deutschen sagen dazu Betthupferl, aber das schweizerische Bettmümpfeli gefällt mir viel besser ;-).

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Veröffentlicht von

Irène in Indien

Seit über neun Jahren lebe ich nun bereits mit meiner Familie in Chennai, meiner neuen Heimat.

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