Vedanthangal – Vogelnaturschutzgebiet in Tamil Nadu

p1050184.jpg

Seit ich hier in Chennai lebe, besuche ich eigentlich jedes Jahr einmal die Bird Sanctuary in Vedanthangal.

Ich beobachte unglaublich gerne Vögel und Tiere. Am liebsten würde ich im Niligris, in den blauen Bergen leben, aber leider ist mein Liebster geschäftlich an Chennai gebunden und wahrscheinlich wäre dies auf Dauer auch nicht sein Ding. Bedauerlicherweise bin ich mit den indischen Vögeln noch lange nicht so vertraut wie mit den schweizerischen Piepmatzen. Es erstaunt mich immer wieder, dass die Inder die Vogel- und Pflanzenwelt ihrer Heimat so schlecht kennen. So habe ich eigentlich aufgegeben zu fragen. Die Antwort ist leider immer die Gleiche: „I don’t know!“ Eigentlich sollte ich mich schon lange den Hobby-Ornithologen oder Botanikern in Chennai anschliessen, aber eben…

Während ich stundenlang mit dem Feldstecher in Vedanthangal Vögel beobachten könnte, finden meine Männer dies schon nach kurzer Zeit langweilig.

Trotzdem kann ich einen Besuch in der Bird Sanctuary Vedanthangal empfehlen. Während den Wintermonaten November bis Februar kommen viele Zugvögel in das Vogelnaturschutzgebiet um zu brüten. Kolonien von Buntstörchen aus Sibirien, Graue Pelikane aus Australien, Löffler aus Burma, Ibisse aus Sri Lanka. Es ist wirklich eindrücklich wie Tausende von Vögel aus allen Herren Ländern jedes Jahr nach Vedanthangal finden. Man kann so viele Reiher- und Enten- und andere Vogelarten entdecken.

P1050260

2013-12-30 063

2013-12-30 059
Graue Pelikane und Buntstörche
OLYMPUS DIGITAL CAMERA
Open billed Stork
OLYMPUS DIGITAL CAMERA
Buntstörche

Die Bird Sanctuary ist in rund zwei Autostunden (75 km) von Chennai aus zu erreichen. Die beste Zeit die Vögel zu beobachten ist frühmorgens (6-8 Uhr) oder am späten Nachmittag (16-18 Uhr). Ich bevorzuge den frühen Morgen, da der Sonnenaufgang über dem See wunderschön ist.

P1050247

P1050232

Die Öffnungszeiten sind von 6:00-18:00 Uhr und der Eintrittspreis ist bescheiden. Wenn ich mich richtig erinnere, bezahlten wir für Erwachsene 5 Rupees und für den Gebrauch einer Kamera 25 Rupees. Man sollte unbedingt gute Feldstecher mitbringen. Wenn es möglich ist, würde ich Sonn- und Feiertage meiden, ansonsten sieht man mehr Inder und Inderinnen als Vögel! Dieses kann ja durchaus auch reizvoll und interessant sein, aber wer den Vögeln zugetan ist und in Ruhe beobachten, den Aussichtsturm ohne Gedränge geniessen und das unglaubliche Gezwitscher der Zugvögel hören möchte, der geht besser an einem Wochentag.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA
Der Beobachtungsturm an einem Sonntag

Meistens hat es auch immer Affenbanden in der Nähe, die sich inzwischen sehr an Menschen gewöhnt haben. Essbares wird oft geklaut! Einmal hatte ich im Aussenfach meines Rucksacks eine Trinkflasche dabei. Die Affen hatten es regelrecht darauf abgesehen diese zu stibitzen. Es gab erst Ruhe als ich diese im Rucksack verstaut hatte.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Vedanthangal liegt in einem fruchtbaren Gebiet, wo rundum Landwirtschaft betrieben wird. Die Bauern haben sich schon immer für die Vögel eingesetzt, da sie wussten, dass der viele Vogelkot die Böden nährstoffreich und fruchtbar macht. Auch diese Szenerie hat durchaus Schönes zu bieten.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA
Auf der Anfahrt frühmorgens
OLYMPUS DIGITAL CAMERA
Reisfeld bei Sonnenuntergang

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Die Sanctuary wird je nach Monsun und Wasserstand des Sees von den Zugvögeln besser oder schlechter besucht. 2006 hatte es kaum Wasser und dadurch auch wenige Vögel. Natürlich hat es auch immer Jahresvögel, die man beobachten kann. Bienenfresser, der indische Roller, der knallgelbe Pirol, auch eine Eule habe ich das letzte Mal entdeckt.

Ich freue mich schon auf meinen nächsten Besuch!

P1050271

Aberglauben im indischen Alltag

Ganapathi, Prabhus Freund, hat uns heute wohl vor der Armut bewahrt. Prabhu vergass nämlich sein Portemonnaie und Ganapathi holte es bei uns ab. Ich öffnete die Tür und streckte ihm das Geld entgegen, aber seltsamerweise nahm er es nicht an sich. Leicht verwirrt schaute ich zu, wie er einen Schritt über unsere Türschwelle machte und erst dann die Geldbörse an sich nahm. Jetzt dämmerte es mir langsam. Geld sollte man nie über die Türschwelle übergeben! Viele glauben, dass dies die eigenen Vermögenswerte schmälert und man auf diese Art sozusagen das eigene Geld zum Fenster rausschmeißt. So wird dies von den meisten im Alltag beherzigt.

Aberglaube ist in Indien sehr präsent und allgegenwärtig. Es gibt viele Alltagsrituale, die das Böse, das Unglück abwenden sollen. Die Fülle an abergläubischen Praktiken ist schier unendlich und früher erstaunte es mich, dass auch gebildete Menschen immer noch an diesen Ritualen festhalten. Erklärung fand ich bei meinem Göttergatten. Seit Kindheit ist er auf einige Sachen getrimmt worden und so wurde das abergläubische Ritual zur Gewohnheit. So beispielsweise seine Art die Füsse zu waschen. Am Schluss lässt er das Wasser auch immer noch von hinten über die Ferse laufen. Wenn man dies nicht tut, bringt es Unglück.

Um das Geld und den Wohlstand zu erhalten, gibt es im indischen Alltag kleine Dinge zu beachten.

Am Freitag, am Tag der Göttin Lakshmi, zahlen die meisten Inder keine Rechnungen. Damit der Wohlstand erhalten bleibt oder sich die finanzielle Situation verbessert, sollte das Geld an diesem Tag Zuhause ruhen. Aus diesem Grund begleicht Prabhu seine Rechnungen und die Lohnzahlungen seiner Arbeiter immer am Samstag.

Bevor es ganz dunkel wird, gehen in Indien die Lichter an und die Haustüren werden weit geöffnet. Man will die Göttin Lakshmi ins Haus einladen und willkommen heissen. Lakshmi bringt Wohlstand und Glück ins Haus.

Nachdem es dunkel geworden ist, sollte man das Haus nicht mehr reinigen oder die Böden wischen, denn mit dem Schmutz würde man auch den Wohlstand zum Haus heraustragen.

Bei Geldgeschenken sollte man immer darauf achten, dass man eine Rupie als Glücksbringer dazu gibt. Auf manchen Geschenkumschlägen sind die Münzen bereits aufgeklebt.

F3604B2D-3085-43BC-86E6-37B20952593D

In Indien glaubt man an das evil Eye – das böse Auge. Man geht davon aus, dass negative Gedanken, wie Hass und Neid, Einfluss auf unser Leben haben. Um sich davor zu schützen, gibt es viele Rituale und Schutzsymbole. Dämonenfratzen draussen vor dem Gate oder am Haus, soll das böse Auge ablenken. Auch ein aufgehängter Stein vor dem Hauseingang hat diese Schutzfunktion. Kolams oder Rangoli heissen nicht nur die Besucher willkommen, sondern halten auch negative Energien fern. Auch unser Haus ist mehrfach vor dem evil Eye geschützt.

Babies und Kleinkinder muss man besonders vor dem bösen Auge schützen. Aus diesem Grund werden ihnen hässliche, schwarze Flecken ins Gesicht gemalt. Diese sollen den bösen Blick ablenken und vom Kind fernhalten.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

An Autos und Lastwagen entdeckt man zum Schutz oft einen Kinderschuh oder schwarzen Schnüre. Natürlich stehen die Autos meistens auch unter göttlichem Schutz. Die kleinen Altäre, die viele in ihren Autos pflegen und mitfahren lassen, finde ich immer sehr berührend. Gehen Inder auf eine längere Reise wird in der Regel auch eine „spirituelle Reiseversicherung“ im Tempel abgeschlossen. Ohne Pooja, die Segnung der Götter, geht in Indien fast gar nichts.

Vor Geschäften sieht man oft die Chilli-Limetten Abwehr (Nimbu-Mirchi). Auch dies ein Symbol gegen das Böse. Es soll vor allem die unglücksbringende Göttin Alakshmi fernhalten. Da sie scheinbar eine Vorliebe für Scharfes und Saures hat, nimmt sie ihr Lieblingsessen bereits draussen ein und kommt so nicht ins Haus herein. Nimbu-Mirchi ist übrigens auch eine gute Abwehr gegen Moskitos.

Nimbu Mirchi

Auch Tiere werden als Glücks- oder Unglückssymbole gesehen. Auch hier in Indien kommt die Katze, insbesondere die schwarze Katze, schlecht weg. Überquert eine Katze die Strasse wird dies als schlechtes Omen gedeutet. Elefanten hingegen bringen Glück, da sie mit Lord Ganesha, dem Elefantengott, in Verbindung gebracht werden.

Auch um die Geckos, die hier in Südindien in jedem Haus leben, weben sich viele abergläubische Geschichten. Wenn jemand beispielsweise am Sprechen ist und ein Gecko seine Schnalzgeräusche macht, dann kann man sicher sein, dass dieser die Wahrheit spricht. Manchmal kommt es vor, dass Geckos sich nicht mehr halten können und auf Menschen herunterfallen. Je nach dem, wo der Gecko hinfällt, bringt es Glück oder Unglück.

Mehr über Geckos findest du hier:

https://meinlebeninindiendotblog.wordpress.com/2018/05/22/geckos/

Krähen sind meistens Glücksboten und werden in Indien als Boten zwischen dem Jenseits und dem Diesseits gesehen. Kräht eine Krähe, so darf man Besuch von der Familie erwarten.

Mehr über Krähen findest du hier:

https://meinlebeninindiendotblog.wordpress.com/2018/06/23/kraehen-verbindung-zwischen-leben-und-tod/

Sehr lustig finde ich das Ritual von Ganapathi, das ich eben neu entdeckt habe. Schreibt er etwas auf ein neues Blatt Papier, macht er, bevor er startet, immer ein kleines Ganesha-Symbol. Ganeshas Ohren und der angedeutete Rüssel sollen die Hindernisse überwinden und Glück bringen.

GaneshaSymbol

Eine Sonnen- oder Mondfinsternis ist ein sehr schlechtes Omen und man sollte zu diesen Zeiten vermeiden nach draussen zu gehen. Insbesondere schwangere Frauen sollten zu Hause bleiben, da sie ansonsten ihr ungeborenes Kind gefährden. Manche Familien kochen und essen an diesen Tagen nichts.

Ein trauriges Thema ist der Aberglaube, der sich um den Monatszyklus der Frau dreht. Die erste Menstruation eines Mädchens wird gross gefeiert und es bekommt viele Geschenke und Aufmerksamkeit. Doch der Glaube, dass eine Frau während ihrer Tage unrein ist, hält sich hartnäckig in vielen Köpfen fest. Frauen dürfen während der Tage keinen Tempel besuchen und manche, vor allem auf dem Land-Lebende, dürfen nicht mal das Haus oder die Küche betreten. Viele glauben, dass Esswaren und Wasser durch eine menstruierende Frau schlecht werden. So wird die Menstruation für viele Frauen zum Albtraum.

Aberglaube ist im indischen Alltag täglich zu beobachten. Man könnte als Außenstehende, aufgeklärte Frau aus dem Westen, leicht darüber lächeln und es als Unsinn, als Aberglaube abstempeln. Doch das wird den Indern in ihrer Frömmigkeit und ihrem Glauben einfach nicht gerecht. Irgendwie berühren mich diese kleinen Dinge, die niemandem schaden und bei uns schon längst aus dem Alltagsleben verschwunden sind. Es hat mich gerührt, dass es Ganapathi wichtig ist, dass ich unser Geld nicht einfach so über die Türschwelle herausgebe, dass er sich um uns sorgt. Ich glaube zwar nicht an solche Dinge, aber solange sie niemanden zu Schaden kommen lassen, respektiere ich sie. Mit dem Aberglauben über die Menstruation sieht dies natürlich wieder ganz anders aus. Doch auch hier findet in den Städten ein Wandel statt und ich hoffe, es ist eine Frage der Zeit bis sich die Situation auch für die Frauen in den Dörfern zum Positiven wandelt.

Chettinad – sehenswerte Gegend in Tamil Nadu

(Microsoft PowerPoint - UNESCO_BOOKLET_10_10_2009_bd [Mode de co

Ich hatte das grosse Glück, dass ich Chettinad mit einer kleinen Frauengruppe bereisen durfte. Eine Freundin, die selbst einer bekannten Chettiar Familie angehört, hat uns mitgenommen und uns die ganze Gegend näher gebracht. So hatten wir Zugang zu wunderschönen Mansions, die einem als gewöhnlicher Tourist verwehrt bleiben und wurden kulinarisch so richtig verwöhnt.

Chettinad ist das Gebiet und die Heimat der Chettiars, die bereits vor der britischen Herrschaft eifrig Geschäfte mit verschiedenen südostasiatischen Ländern trieben. Die Händlerkaste brachte es mit dem Handel von Gewürzen und Salz, aber auch als Geldverleiher zu unermesslichem  Reichtum. Auch unter der britischen Herrschaft konnten die Chettiars ihre Handelsbeziehungen pflegen und bis nach Europa ausdehnen. Die Briten gaben der einflussreichsten Familie sogar den Ehrentitel Raja von Chettinad. Der opulente Palast der „Rajafamilie“ steht in Kanadukathan.

Eigentlich lebten die Chettiars früher an der Ostküste, an der Bengalischen See. Durch einen Tsunami siedelten sie jedoch vor sehr langer Zeit ins Landesinnere um, in ein trockenes Niemandsland. Auch in ihrer neuen Heimat florierten die Geschäfte und es entstanden prächtige Herrschaftshäuser (Mansions), die eigentlich schon fast Palästen gleichkommen. Die Chettiars lebten in grossen Familienverbänden. Da die Männer oft unterwegs waren, lebten vor allem Frauen und Kinder in den riesigen Anwesen.

Die Chettiars vereinten in ihrer Baukunst traditionell tamilische und europäische Elemente. Mit importierten Baumaterialien wie Teakholz aus Burma und italienischem Marmor bauten sie Luxusanwesen. Viele dieser Mansions finden sich in der Kleinstadt Karaikkudi und Umgebung.

P1090581

P1090589

P1090543

P1090520

P1090579

P1090536

P1030799

Die Häuser wurden nach dem Vaastu Shastra gebaut. Das ist eine hinduistische Bauweise, bei der die hinduistische Astrologie zum Tragen kommt. Die Himmelsrichtungen müssen beachtet werden, so sollte beispielsweise die Küche im Südosten liegen. Vaastu Shastra ist sozusagen das hinduistische Feng Shui.

Heutzutage sind leider viele Anwesen am Verfallen. Viele wollen oder können für den enormen Unterhalt und die notwendigen Renovationen nicht aufkommen. Die meisten in Stand gehaltenen Mansions werden nur noch für Familienfeste gebraucht und stehen die meiste Zeit leer. Einige wurden für touristische Zwecke zu wunderschönen Luxushotels umgebaut.

Bekannt ist die Region auch für seine kulinarischen Köstlichkeiten. Die Chettinad Küche ist sehr berühmt und schmackhaft. Viele Gewürze und frischgemalene Masala-Mischungen geben den Gerichten eine ganz besondere Note. In ganz Tamil Nadu findet man immer wieder Chettinad Restaurants. Sehr bekannt ist das Gericht „Chicken Chettinad“, als Vegetarierin bevorzuge ich die vielen vegetarischen Gerichte, die auch sehr lecker schmecken.

AA7C0AF1-B3D8-44AE-8263-0C114CD633EA

Auch die Aathangudi Tiles, benannt nach dem Herstellungsort, kommen aus dieser Region. Man sagt, dass Böden, die mit diesen Kacheln gefliest wurden besonders kühl bleiben. Bei dem heissen Klima ist dies natürlich sehr angenehm. Die von Hand hergestellten Kacheln sind auch Zeugnis der reichen Kultur Chettinads. Ich liebe diese Kacheln! Vor einigen Jahren haben wir unsere Terrasse mit Aathangudi Tiles fliesen lassen, leider haben die Fliesenleger gepfuscht und das Resultat überzeugt nicht ganz.

Da die Herstellungskosten relativ hoch sind und lange Wartezeiten in Kauf genommen werden müssen, ist die Nachfrage nach den berühmten Kacheln leider zurückgegangen. Ist man vor Ort sollte man unbedingt in einer Aathangudi Tiles Werkstatt Halt machen. Die Arbeiter zeigen ihr Handwerk gerne und freuen sich danach über einen kleinen Batzen. In unserer Reisegruppe durften einige sogar eine Kachel nach Anweisung selbst herstellen.

P1090511

P1090504

P1090506

Chettinad ist auf jeden Fall ein lohnendes Reiseziel. Man sollte jedoch bereit sein, etwas mehr Geld auszugeben und sich durch die leckere Chettinad Cuisine etwas verwöhnen lassen. Auch die Übernachtung in einer Mansion ist ihr Geld wert.

P1030807

P1030797

Sehr empfehlen kann ich „The Bangala“ in Karaikkudi, das eine Verwandte meiner Freundin führt. Mit viel Liebe und Hingabe zum kulturellen Erbe der Chettiars, insbesondere zur Chettinad Küche, hat sie ein wundervolles Hotel geschaffen. Die Preise liegen im Hochpreissegment, aber ich kann es wirklich sehr empfehlen.

Im Frühjahr und Sommer wird es in der Gegend unerträglich heiss. Die beste Reisezeit ist von Dezember bis März.

Erdnuss-Chutney

D2340A29-1353-4D99-9909-DBFAD0A089E9

Zutaten: Öl, Salz, Curryblätter, Urad Dhal, Kumin (Kreuzkümmel), Senfkörner, Erdnüsse, Knoblauch, Tamarind, Asafoetida (Hing), Chilipulver

_____________________________

  1. 200g Erdnüsse in etwas Öl anrösten

B2EF9D32-8FF1-4278-9A7E-687BFBBEC742

2. 7-9 Knoblauchzehen in etwas Öl anrösten

AF8D2DED-B6CB-4044-A55A-651C60137CC7

3. 200g geröstete Erdnüsse zugeben

4E7504CA-5DD7-4845-97BC-BB3F1FB4648C

4. 1-2 EL Chilipulver beigeben

8a788f80-3a2a-4151-8fcc-d188a551d132.jpeg

5. Ca. 1 dl Tamarindsaft beigeben

A025F8EB-1F76-4A2B-971B-ECB056FB425C

6. Salz zugeben (ca. 1-1,5 TL)

F17B91C1-DDFF-4254-BE4B-2CA6BCC78877

7. Kurz köcheln lassen

970634FC-96AE-4145-B436-912C0ED9345B

8. Alles in einem Mixer pürieren, genügend Wasser beigeben bis die Masse schön sämig wird

F30B1812-E774-4469-8B95-0016083A747A

9. In etwas Öl ca. 1/2 TL Senfsamen und 1/2 TL Kumin frittieren bis die Senfsamen springen

5A11143A-B26E-412A-9943-AF4ECE3D1411

10. 2 EL Urad Dhal beigeben und frittieren

24404DEF-881B-4AD9-BF60-E01246B731BB

11. Einige Prisen Asafoetida zugeben

FA006D69-4515-4622-8DA8-C37855505331

12. Rund 2 Zweige Curryblätter beigeben und kurz frittieren

874035d2-f0cf-4603-9304-cc29d4b25c19.jpeg

13. Alles gemeinsam im Mixer mahlen

4CB04009-E6C1-4D73-8A8C-B971D36433F0

13. Die Curryblätter-Urad Dhal Masse mit der Erdnuss-Chutney mixen, ev. noch Wasser beigeben, um eine sämige Konsistenz zu erhalten

00A8864A-0FF9-4109-80D5-20427FAF6EFC

14. Mit Idly oder Dosai servieren – Guten Appetit!

3860F42E-412F-42D4-9AA6-9A0B26657C8F

Das Rezept für Kokosnuss-Chutney findest du hier:

https://meinlebeninindiendotblog.wordpress.com/2019/01/19/kokosnuss-chutney/

The Lunchbox – indischer Film

EA7142BE-3F26-498B-84D5-F5E8F3699F51

Gestern sah ich mir den Hindi-Movie „The Lunchbox“ aus dem Jahr 2013 an.

Mit Irrfan Khan in der Hauptrolle musste ich mir den Film endlich ansehen, denn er gehört definitiv zu meinen Lieblingsschauspielern Indiens.

Wer einen farbigen, kitschigen Bollywoodstreifen erwartet, wird von diesem Film wahrscheinlich enttäuscht werden. Es ist ein stiller, leiser, melancholischer Film, der sich dem Thema Einsamkeit in dem stark übervölkerten Mumbai annimmt.

Die unglücklich verheiratete Ila (Nimrat Kaur) bereitet für ihren Mann jeden Morgen das Mittagessen zu. Beim Kochen gibt sie sich viel Mühe und sendet das Essen in einer Lunchbox in sein Büro. Ein Dabbawala holt die Lunchbox und bringt sie zum Zug. Mumbai hat ein ausgeklügeltes, perfekt funktionierendes Transportsystem entwickelt, um die vielen zu Hause gekochten Mittagessen an die Arbeitsstellen zu bringen. Doch Ilas liebevoll zubereitetes Essen geht andere Wege und landet plötzlich auf dem Bürotisch des Witwers Saajan Fernandez. Der einsame Mann hat sich ganz aus dem Leben zurückgezogen und pflegt keinerlei Kontakte. Seit 35 Jahren arbeitet er zuverlässig in der gleichen Firma und steht kurz vor seiner Pensionierung. Er lässt sich sein Mittagessen von einem Restaurant um die Ecke schicken, das normalerweise eher bescheiden schmeckt. So ist er überrascht über das leckere, feine Essen, das ihn nun täglich erreicht.

d1bd4ba7-6113-435b-aa9f-ca2821853487.jpeg

Auch Ila merkt, dass etwas nicht stimmt und schreibt schliesslich eine Nachricht, die sie mit der Lunchbox mitgibt. So beginnen die beiden miteinander Briefe auszutauschen, die mit der Zeit immer persönlicher werden. Saajan beginnt sich langsam wieder dem Leben zu öffnen. Es entwickelt sich ein Hauch einer Liebesgeschichte, die Hoffnung auf ein gutes Ende macht.

Das hoffnungsvolle Motto des Films, das schon fast einer Affirmation gleich kommt:

„Auch ein falscher Zug fährt manchmal an den richtigen Bahnhof!“

Mir hat der Film gut gefallen. Die Impressionen des hektischen, überbevölkerten Mumbais und die Einsamkeit und Isolation von Ila und Saajan bilden spannende Gegensätze. Der Regisseur Ritesh Batra wagt es Bilder, Emotionen, Stimmungen länger festzuhalten, als man es gewohnt ist.  Trotzdem empfand ich den Film nicht langatmig oder gar langweilig. Eine herzerwärmende Geschichte, die Mut macht Veränderungen zu zulassen.

Pondicherry – französisches Flair in Indien

OLYMPUS DIGITAL CAMERA
Mahatma Gandhi – Statue an der Promenade

In rund drei Autostunden erreicht man von Chennai aus die ehemalige französische Kolonialstadt Pondicherry. Der alte Stadtname Puducherry, der 2006 im Allteration of name Act wieder aufgenommen wurde, hat sich bis jetzt wenig durchgesetzt.

Ich liebe diese Stadt und besuche sie immer wieder gerne. Irgendwie komme ich hier umgehend in Ferienstimmung. Die White City ist gepflegt und lädt mit gemütlichen Cafés, Restaurants und Bars zum Verweilen ein. In Pondicherry sind die Alkoholgesetze viel lockerer und viele junge Menschen aus Chennai kommen aus diesem Grund gerne für Wochenend-Ausflüge her.

299DD893-CB21-475E-9A1E-DB0582B5EA92
Coromandel Café

19318170-CDDC-4CD9-8C4B-E070DBF830EF

Die Franzosen erreichten Pondicherry 1673 und wollten sich auch ein Stück vom indischen Kuchen abschneiden. Es kam immer wieder zu kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen den französischen und englischen Kolonialmächten. Pondicherry wurde mehrmals zerstört und erst nach den karnatischen Kriegen im 18. Jahrhundert wurde Pondicherry vertraglich Frankreich zugesprochen.

1954 wurde die Stadt mit anderen kleinen Teilgebieten zum Unionsstaat Pondicherry zusammengefasst und dem indischen Bundesstaat einverleibt.

Noch heute spürt man viel vom dem Savoir-vivre der ehemaligen Besetzer. Die Polizisten sehen aus wie französische Flics und in der gepflegten, geordneten White City verbreiten viele Kolonialbauten, die Uferpromenade und die französischen Strassennamen den Charme einer Küstenstadt Frankreichs. Die rund zwei Kilometer lange Uferpromenade mit der Gandhi-Statue, die abends für Autos gesperrt wird, lädt zum gemütlichen Spaziergang ein. Wenn man etwas Abstand von der indischen Hektik sucht, ist man hier genau richtig.

Viele Resorts und Guest Houses an den nördlichen und südlichen Stränden von Pondicherry eignen sich auch hervorragend für Strandurlaub.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA
Strand südlich von Pondicherry

Auch wer nichts mit Spiritualität am Hut hat, kommt in Pondicherry automatisch mit Sri Aurobindo in Berührung. Der Sri Aurobindo Ashram ist nämlich spirituell und ökonomisch das Zentrum der Stadt. Der Ashram ist der grösste Großgrundbesitzer und besitzt über 400 Gebäude, darunter Schulen, Krankenhäuser, Bibliotheken, Galerien und Läden. Ob dies im Sinne des spirituellen Philosophen gewesen wäre, wage ich hier zu bestreiten.

Sri Aurobindo wurde 1872 in Kalkutta geboren. Seine Familie war sehr wohlhabend und er verbrachte den Grossteil seiner Kindheit in England. An der Cambridge Universität studierte er Philosophie und kehrte 1893 nach Indien zurück. Als Lehrer und Sekretär diente er dem Maharaja von Baroda. Die fürstliche Familie war sehr westlich, fortschrittlich orientiert und setzte sich für die finanzielle Ausbildung der Dalits, der Unberührbaren ein. 1906 kehrte er in seine Heimatstadt Kalkutta zurück und engagierte sich für  die Unabhängigkeitsbewegung. Die Briten inhaftierten ihn 1908 und nach seiner Freilassung suchte er im französischen Pondicherry Zuflucht. Zunehmend wich sein politisches Interesse humanistischen-philospohischen Zielen. In seiner Lehrtätigkeit veröffentlichte er verschiedene Schriften. Er propagierte die Synthese von indischen und westlichen Ideen und Werten. Er widmete sich immer mehr der, von ihm entwickelten, Lehre des „Integralen Yoga“. Die Lehre, die sich mit der  Erweiterung des Bewusstseins, beschäftigt, erreichte bald Popularität. Auch viele Anhänger aus Europa reisten nach Pondicherry. Darunter war auch die Französin Mira Alfassa. Sie wurde schnell zur rechten Hand von  Aurobindo und 1929 wurde der Ashram gegründet. Während sich der Meister immer mehr aus der Öffentlichkeit zurückzog, übernahm Mira Alfassa die Führung. Der Ashram wurde schnell bekannt und wohlhabend. Nach dem Tod von Sri Aurobindo (1950) übernahm Mira, die noch heute von allen respektvoll „The mother“ genannt wird, die Leitung. Auch die Gründung der Modellstadt Auroville geht auf ihre Ideen und Visionen zurück.

Im Alter von 95 Jahren (1972) starb sie und die einzelnen Interessengruppen um den Ashram streiteten heftig um Macht, Geld und Privilegien. 1982 wurde vom Obergericht ein siebenköpfiger Rat zusammengestellt um sich diesen Streitigkeiten anzunehmen. Doch noch heute sind scheinbar Unstimmigkeiten zwischen Auroville, dem Ashram und der lokalen Bevölkerung zu spüren.

Viele indische und auch ausländische Touristen besuchen den Ashram, wo die Grabstätte von Sri Aurobindo und der Mutter liegt. Täglich wird die Stätte mit frischen Blumen wundervoll geschmückt. Wer Stille sucht und in Ruhe meditieren möchte, der sollte sich einen Besuch im Ashram nicht entgehen lassen.

Auch die Modellstadt Auroville, die einige Kilometer entfernt von Pondicherry liegt, ist auf jeden Fall einen Besuch wert.

061
Matrimandir in Auroville

Mehr Informationen über Auroville:

https://meinlebeninindiendotblog.wordpress.com/2018/06/13/blueten-aus-auroville/

Wer längere Zeit in Pondicherry verbringt, sollte unbedingt einen Tagesaufflug zu den Mangroven in Pichavaram (Nähe Cuddalore) machen. Sie sind ungefähr in einer Autostunde von Pondicherry zu erreichen.

2C214B2E-D3C0-40DB-B379-638F9F9B56D0
Mangroven in Pichavaram

Die Schattenseiten von Deepavali

2011-08-08 144

Ich freute mich sehr, als ich hörte, dass der Supreme Court of India endlich aktiv wurde und den Gebrauch von Feuerwerk an Deepavali auf zwei Stunden beschränkte.

Die Luftqualität in den Städten wird durch Feuerwerk immens verschlechtert. Die schlechte Qualität des Feuerwerks führt zu einer enormen Rauchentwicklung. Ich kann mich nicht erinnern, dass Feuerwerk in der Schweiz jemals so viel Rauch produzierte. Das meiste Feuerwerk wird scheinbar in Sivakasi (Tamil Nadu) hergestellt. Jedes Jahr spült es jedoch auch immer mehr chinesische Waren auf den Markt. Wie die Arbeitsbedingungen und Menschenrechte in diesen Fabriken aussehen, möchte ich mir nicht einmal vorstellen.

Auch für die Tiere in den Städten ist Deepavali ein Albtraum. Sie können von der Knallerei nicht flüchten und sind den lauten Böllern gnadenlos ausgeliefert. Jedes Jahr sterben viele Tiere durch den unglaublichen Stress und durch Unfälle mit Knallkörpern.

Auch für unsere Hunde ist Deepavali mit viel Stress verbunden, obwohl sie zu Hause in Sicherheit sind.

Was mich auch jedes Jahr aufs Neue ärgert, ist die Tatsache, dass man auf der Straße einfach achtlos alles entsorgt. Im Vorfeld werden die Häuser sorgfältig geputzt und nach Deepawali sehen die Strassen aus wie Müllhalden. Abgebrannte Zuckerstöcke, bengalische Stäbchen, Verpackungsmaterial, Geschenkpapier, … alles bleibt liegen. Irgendjemand wird es in den nächsten Tagen ja schon putzen.

9C256218-3F4E-4600-807B-5FBE9521268D

Aus diesen Gründen haben wir vor zwei Jahren beschlossen, bei diesem Feuerwerks-Spektakel nicht mehr mitzumachen. Lieber geben wir Suriyan dafür einen Batzen und spenden etwas für Bedürftige.

Ich bin sehr erstaunt, dass die Verordnungen des Supreme Courts so gut eingehalten wurden. In Tamil Nadu durfte man von 6 -7 Uhr morgens und von 7- 8 Uhr abends Feuerwerk anzünden. Natürlich gab es auch Knaller vor und nach den offiziellen Zeiten, aber im Vergleich zu anderen Jahren war die ganze Knallerei viel erträglicher. Die Polizei in Tamil Nadu wurde in über 2100 Fällen von unerlaubtem Gebrauch von Feuerwerk aktiv. Es gab Bussen bis zu 200 Rupees und 650 Uneinsichtige wurden sogar festgenommen. Diese Aktionen der Polizei werden wahrgenommen und wirken hoffentlich auch präventiv für das nächste Jahr.