Herbstdepressionen einer Auslandschweizerin

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Jetzt geht es wieder los! Auf Instagram und Facebook beginnt die Herbstsaison. Rote Hagebutten, selbstgemachte Zwetschgenkonfitüre, Steinpilze und orange-gelbe Kürbisse wurden bereits gepostet. Ich weiss genau, wie es in den nächsten Wochen weitergeht.

Bald folgen Bilder von den schönsten Herbstblättern, die sich rein zufällig makellos und fröhlich bunt vor die Kameras gelegt haben, Fotos von Pilzen, die schön arrangiert im grünen Moos stehen, Posts von Kastanien, die aus ihren stacheligen Schalen hervorgucken, … und natürlich immer wieder wunderschöne Aufnahmen von Herbstlandschaften.

Ich kenne alle diese herrlichen Herbstimpressionen. Ich habe sie früher selbst fotografiert.

Für mich, ständig im subtropischen Sommer zu Hause, beginnt mit dem Herbstanfang eine schwierige Zeit. Oft frage ich mich dann, warum ich um Himmels willen meinem Liebsten nach Indien gefolgt bin. Gefühle von Heimweh und Nostalgie machen sich breit und breiter und diese so wunderbar perfekten Herbstbilder machen es nicht wirklich besser, lassen mich aber doch in Erinnerungen schwelgen.

Eine kleine Herbstdepression, nicht weil es mir an Sonnenlicht fehlen würde, sondern weil ich diese Jahreszeit so sehr vermisse!

Ich bin und war eigentlich nie ein Sommerkind. Meine liebste Jahreszeit war immer der Herbst. Ich freute mich immer sehr an der riesigen Fülle und am Überfluss von Farben, Früchten, Blättern und Pilzen.

Ich liebte Waldspaziergänge im Herbstwald, wenn die Blätter unter meinem Füssen raschelten.

Ich liebte es herunterfallende Herbstblätter aufzufangen und mir etwas zu wünschen.

Ich liebte es mit einem Körbchen im Wald Pilze zu suchen.

Ich liebte es mit Suriyan und meinen ehemaligen Schülerinnen und Schüler Herbstgirlanden und Kastanienmännchen zu basteln.

Ich liebte es Zwetschgenkuchen mit Sahne zu essen.

Ich liebte den Duft von frisch gerösteten Maroni.

Ach, ich liebte den Herbst so sehr!

Hier in Chennai gibt es keinen Herbst. Der ewige heisse Sommer regiert in meiner neuen Heimat. Einen Sommer, den ich eigentlich nicht mag und noch nie mochte. Schwül und heiss sind die Tage und ich bin froh, dass wir eine Klimaanlage haben. Über mir dreht der Ventilator seine unendlichen Runden und beschert mir die Illusion einer frischen Brise. Die 31 Grad am frühen Morgen werden so erträglicher.

Geniesst die kommende Herbstzeit mit ihrer Fülle und Pracht in vollen Zügen! Postet eure schönen Bilder und lasst mich teilhaben. Falls ihr eine schöne Kastanie, eine Eichel oder auch nur ein Buchnüsschen findet, so werft es doch mal so weit es geht gegen Osten und denkt an mich. DANKE!

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Dieser Artikel ist Teil einer Blogger Parade zum Thema Herbstmomente. Vielleicht habt ihr Lust bei anderen Mitschreiberinnen und -schreiber reinzulesen. Unter folgendem Link findet ihr die anderen Texte.

http://bloggerparade.de/bloggerparade-herbstmomente/

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Veröffentlicht von

Irène in Indien

Seit über neun Jahren lebe ich nun bereits mit meiner Familie in Chennai, meiner neuen Heimat.

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