Badezimmer besetzt – Neues von meinen Palmhörnchen

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Den Hörnchen geht es ausgezeichnet. Sie legen eifrig an Gewicht zu, sind flink und munter. Da der Schreiner immer noch keine Zeit hatte mir eine Voliere auf der Dachterrasse zu bauen, leben die beiden nun in meinem Badezimmer. Ich versuche den beiden immer wieder neue Kletter- und Beschäftigungsangebote anzubieten. Tücher, ein grosser Kletterast, Haushaltpapierrollen und neuerdings auch Baumwollfäden sorgen für Abwechslung.

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Ich hätte nie gedacht, dass man mit Hörnchen so eine enge Beziehung aufbauen kann. Die beiden sind sehr anhänglich und wenn ich das Bad betrete, kommen sie sofort, lassen sich kraulen und springen und klettern auf mir herum. Vor allem Speedy ist ein richtiges Mamahörnchen! Ich habe so Freude an den beiden. Prabhu und Suriyan gegenüber sind sie sehr zurückhaltend und gar nicht zutraulich. Suriyan ist zwar jeweils etwas enttäuscht darüber, dass die Hörnchen nur mich als Kletterburg erobern, aber mit dem Gedanken an die Auswilderung finde ich dies eigentlich sehr beruhigend. Oft bringe ich ihnen einen kleinen Leckerbissen mit. Gerne fressen sie allerhand Früchte und Gemüse, wobei Litschis und Trauben wohl am beliebtesten sind. Mit Kernen und Nüssen haben sie den Dreh irgendwie noch nicht raus, obwohl ich es ihnen ständig anbiete. Den Kletterast, den ich unter erstaunten Blicken fast durchs ganze Quartier getragen hatte, habe ich mit Schnur an den Wasserhahn festgebunden. Doch es ging nicht lange da hatten die Süssen die Schnur zerfetzt und damit angefangen in einem Tuch ein Nest zu bauen. So haben die beiden jetzt Baumwollfäden als Nistmaterial bekommen und innert kürzester Zeit ist ein gemütliches Nest entstanden, wo die beiden nun schlafen.

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Doch wie zwei kleine Wesen es fertig bringen täglich so eine Sauerei zu hinterlassen, ist mir immer noch rätselhaft. Ich bin dann doch froh, wenn das Bad wieder frei ist und man wiedermal richtig gründlich durchputzen kann.

Ich hoffe, dass wir nächste Woche endlich die Voliere bauen können – ein erster Schritt Richtung Freiheit.

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Herbstdepressionen einer Auslandschweizerin

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Jetzt geht es wieder los! Auf Instagram und Facebook beginnt die Herbstsaison. Rote Hagebutten, selbstgemachte Zwetschgenkonfitüre, Steinpilze und orange-gelbe Kürbisse wurden bereits gepostet. Ich weiss genau, wie es in den nächsten Wochen weitergeht.

Bald folgen Bilder von den schönsten Herbstblättern, die sich rein zufällig makellos und fröhlich bunt vor die Kameras gelegt haben, Fotos von Pilzen, die schön arrangiert im grünen Moos stehen, Posts von Kastanien, die aus ihren stacheligen Schalen hervorgucken, … und natürlich immer wieder wunderschöne Aufnahmen von Herbstlandschaften.

Ich kenne alle diese herrlichen Herbstimpressionen. Ich habe sie früher selbst fotografiert.

Für mich, ständig im subtropischen Sommer zu Hause, beginnt mit dem Herbstanfang eine schwierige Zeit. Oft frage ich mich dann, warum ich um Himmels willen meinem Liebsten nach Indien gefolgt bin. Gefühle von Heimweh und Nostalgie machen sich breit und breiter und diese so wunderbar perfekten Herbstbilder machen es nicht wirklich besser, lassen mich aber doch in Erinnerungen schwelgen.

Eine kleine Herbstdepression, nicht weil es mir an Sonnenlicht fehlen würde, sondern weil ich diese Jahreszeit so sehr vermisse!

Ich bin und war eigentlich nie ein Sommerkind. Meine liebste Jahreszeit war immer der Herbst. Ich freute mich immer sehr an der riesigen Fülle und am Überfluss von Farben, Früchten, Blättern und Pilzen.

Ich liebte Waldspaziergänge im Herbstwald, wenn die Blätter unter meinem Füssen raschelten.

Ich liebte es herunterfallende Herbstblätter aufzufangen und mir etwas zu wünschen.

Ich liebte es mit einem Körbchen im Wald Pilze zu suchen.

Ich liebte es mit Suriyan und meinen ehemaligen Schülerinnen und Schülern Herbstgirlanden und Kastanienmännchen zu basteln.

Ich liebte es Zwetschgenkuchen mit Sahne zu essen.

Ich liebte den Duft von frisch gerösteten Maroni.

Ach, ich liebte den Herbst so sehr!

Hier in Chennai gibt es keinen Herbst. Der ewige heisse Sommer regiert in meiner neuen Heimat. Einen Sommer, den ich eigentlich nicht mag und noch nie mochte. Schwül und heiss sind die Tage und ich bin froh, dass wir eine Klimaanlage haben. Über mir dreht der Ventilator seine unendlichen Runden und beschert mir die Illusion einer frischen Brise. Die 31 Grad am frühen Morgen werden so erträglicher.

Geniesst die kommende Herbstzeit mit ihrer Fülle und Pracht in vollen Zügen! Postet eure schönen Bilder und lasst mich teilhaben. Falls ihr eine schöne Kastanie, eine Eichel oder auch nur ein Buchnüsschen findet, so werft es doch mal so weit es geht gegen Osten und denkt an mich. DANKE!

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Dieser Artikel ist Teil einer Blogger Parade zum Thema Herbstmomente. Vielleicht habt ihr Lust bei anderen Mitschreiberinnen und -schreiber reinzulesen. Unter folgendem Link findet ihr die anderen Texte.

http://bloggerparade.de/bloggerparade-herbstmomente/

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Happy Vinayaka Chaturthi

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Heute feiern wir Vinayaka Chaturthi, Lord Ganeshas Geburtstag. Es ist ein wichtiger Feiertag im Hinduismus und die Schulen haben geschlossen. Ganesha, der elefantenköpfige Gott, ist mein Lieblingsgott in der hinduistischen Götterwelt. Für mich strahlt er Ruhe, Gemütlichkeit, Weisheit und unendliche Geduld aus. Scheinbar wird er niemals zornig und für alles, was neu beginnt und für die Bewältigung von Hindernissen ist er der ideale Begleiter. Besucht man einen Tempel, dann ist Ganesha meistens auf der linken Seite zu finden und die ersten Gebete gehören immer ihm.

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Über seine Geburt ranken sich viele Legenden. Eine erzählt davon, dass Parvati, Shivas Frau, Ganesha aus Lehm erschaffen hat. In der Abwesenheit von Shiva formte sie einen schönen Jungen und erweckte ihn mit Gangeswasser zum Leben. Sie nannte das reine Wesen Ganesha und beauftragte ihn ihr Badehaus zu bewachen. Als Lord Shiva nach Hause kam und Einlass verlangte, verwehrte ihm Ganesha diesen. Shiva wurde so zornig, dass er Ganesha den Kopf abschlug. Parvati war untröstlich über den Verlust und so befahl Shiva seinen Dienern den Kopf des ersten Lebewesens zu bringen auf welches sie treffen würden. Kurz darauf brachten diese den Kopf eines Elefanten. Shiva setzte den Kopf auf den enthaupteten Rumpf und brachte Ganesha ins Leben zurück.

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In der Küche wird heute einiges los sein. Modak, in Tamil Kozhukattai, Ganeshas Lieblingssüss-Speise wird zubereitet, eine Art Dumplin mit einer Nussfüllung. Schon gestern haben wir die Nussfüllung zubereitet.

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An den Strassenrändern werden schon seit Tagen Ganesha-Figuren aus ungebranntem Ton verkauft. Diese werden nach einer Pooja-Zeremonie einige Tage später dem Wasser, oft dem Meer, übergeben. Leider sind die Ganesha-Figuren oft auch bemalt oder es werden billigere Gipsfiguren verwendet. Die Leute werfen die Figuren dann mitsamt Dekorationen ins Meer- die immense Verschmutzung, die daraus resultiert kann man sich vorstellen.

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Der Tempel in unserer Nähe wird am Abend Lord Ganesha ausführen. Auf einem wunderschön mit Blumen geschmückten Götterwagen dreht er eine Runde durch unser Quartier. Hören die Leute die Trommler, die voran gehen, strömen sie aus ihren Häusern, bringen Opfergaben und beten zu Lord Ganesha.

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Urundai Kuzhambu – Dhal-Bällchen in Chili-Tamarind-Sauce

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Heute freue ich mich auf das Mittagessen. Wir kochen Urundai Kuzhambu, Dhal-Bällchen in einer scharfen Chili-Tamarind-Sauce und Weisskohl-Gemüse. Ich liebe diese Dhalbällchen! Als Vegetarier ist es wichtig die Proteine mit verschiedenen Dhal-Sorten abzudecken.

Gerne lasse ich euch am Rezept teilhaben. Wir essen sehr scharf, daher würde ich euch dringend raten die Chilis und das Chilipulver zu reduzieren.

200g       Bengal-Dhal

50g         Toor-Dhal

5g            Reis

Alles zusammen in heissem Wasser für rund 2 Stunden einweichen.

Nun die Chili-Tamarind-Sauce vorbereiten.

Tamarindwasser (Tamarind in Wasser einweichen und mit der Hand auspressen)

2-3 EL Chilipulver

1 TL Kurkuma (Gelbwurz)

rund 1 TL Salz

Einige Curryblätter dazugeben, anrühren und mit Wasser aufkochen. Es sollte genügend Flüssigkeit vorhanden sein, dass die Bällchen darin kochen können.

Folgende Zutaten kleinschneiden:

3 grosse Zwiebeln

1 mittelgrosses Stück Ingwer

5-6 grüne Chilis

7-9 Curryblätter

Nun die eingeweichten Zutaten (Bengal-Dhal, Toor-Dhal und Reis) und 1 – 1.5 TL Salz im Mixer zu einer Paste mixen. Die kleingeschnittenen Zutaten (Zwiebeln, Ingwer, Chilis, Curryblätter) zugeben und mit einer Kelle gut mischen. Von der Paste nun mit der Hand kleine Bällchen rollen und in die kochende Chili-Tamarind-Sauce geben.

Die Bällchen rund 20-30 Minuten köcheln lassen.

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Zum Schluss

½ EL Öl erhitzen

1 TL Senfsamen zugeben

1TL Kumin (Kreuzkümmel) zugeben

1 TL Urad-Dhal zugeben

Fritieren bis die Senfsamen aufspringen und alles der Sauce beigeben. Nach Möglichkeit mit frischem Koriander abschmecken und mit weissem Reis servieren.

Übrigens kann man diese Dhal-Paste mit Zwiebeln, Chili, Ingwer und Curryblättern auch als Vadai-Teig brauchen.

Man formt flache Küchlein und fritiert sie in heissem Öl. Sehr lecker mit Kokosnuss-Chutney!

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Aus 1001 Nacht – Mysore Palace 

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Den Prunk und den Reichtum von Palästen zu besichtigen, scheint die Menschen zu faszinieren. Aufgewachsen mit Märchen über Prinzessinnen und Prinzen haben wir uns sicherlich alle eigene Bilder und Vorstellungen von Schlössern und dem Leben darin gemacht.

Ich habe schon viele kleine und grosse Schlösser und Paläste besichtigt, doch wirklich beeindruckt war ich von der verschwenderischen, üppigen Pracht des Amba-Vilas-Palastes in Mysore. Der eindrückliche Maharaja-Palast im indischen Bundesstaat Karnataka ist auf jeden Fall einen Besuch wert und gehört zu den berühmtesten Palastbauten Indiens.

1897-1912 wurde der dreistöckige Palast nach den Plänen des britischen Star-Architekten Henry Irwin gebaut. Irwin orientierte sich am Grundriss des Buckingham Palace. Von Aussen wirkt der Palast zusammengewürfelt und nicht einheitlich. In der Architektur versuchte man europäische, indisch-islamische, rajputische (aus dem Bundesstaat Rajasthan) und hinduistische Elemente zusammenzubringen und zu vereinen.

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Der Bau verschlang die sagenhafte Summe von 4,2 Millionen Rupien! Eine Rupie hatte damals den Wert von rund 1,5 Dollar und ein gut verdienender Angestellter hatte einen Monatslohn von rund 20 Rupien.

Auch im Innern war dem Maharaja nichts zu teuer. Riesige Säle mit geschwungenen Torbögen in den prächtigsten Farben und wunderschöne Deckenmalereien sättigen die Augen in einer nie zuvor gesehenen Üppigkeit. Eisenpfeiler aus Glasgow, böhmische Kristall-Lüster, italienischer Marmor, kunstvoll verziertes Glas aus Belgien, kostspielige Möbel aus aller Welt, prächtig geschnitzte Türen, farbig bemalte Kacheln, Pfauenmosaike, Elfenbein von Hunderten von Elefanten, ein mit Blattgold überzogener Thron, … die  Maharajas von Mysore pflegten einen luxuriösen Lebensstil!

In den vielen Gemälden, die im Palast ausgestellt sind, posieren die Maharajas und Maharanis in wunderschönen, goldgewirkten Gewändern aus wertvollen Seiden- und Brokatstoffen. Die strengen Blicke lassen einem noch heutzutage etwas zusammenzucken und die Macht der ehemaligen Herrscher erahnen.

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Die Palastbesichtigung ist wie ein Spaziergang durch ein Märchen aus tausendundeiner Nacht. Immer wieder wird man von neuen Eindrücken dieser verschwenderischen Pracht überwältigt. Wie ein kleines Kind kommt man ins Staunen und möchte am liebsten alles berühren, um zu verstehen und zu begreifen.

Bis zur Unabhängigkeit Indiens (1947) bestimmte und herrschte die Maharaja-Familie über den Palast und die Ländereien. Danach wurden die Besitztümer teilweise vom indischen Staat in Besitz genommen. Nach einem 1998 ergangenen Gerichtsurteil gilt heute die Landesregierung von Karnataka als offizieller Besitzer. Die Maharaja-Familie, die noch heute einen Teil des Palastes bewohnt, hat jedoch Berufung eingelegt und der seit Jahrzehnten dauernde Rechtsstreit ist bis zum heutigen Tag noch nicht abgeschlossen.

Wer an einem Sonn- oder Feiertag in Mysore weilt, sollte sich abends zwischen sieben und acht Uhr unbedingt die Beleuchtung des Palastes ansehen. Mit über 80‘000 Lichtern erstrahlt der Palast in seiner vollen Pracht.

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Mit dabei sind diesmal:
03.09. – Elisa ** 04.09. – Annette ** 05.09. – Irène
06.09. – Marco ** 07.09. – Jacky

Hinweis: Die Links funktionieren erst am Erscheinungstag ab 8.00h 😉

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Rishikesh – von Yoga bis Gummiboot

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Umgeben von Wald und Hügeln am Fusse des Himalayas liegt die Pilgerstadt Rishikesh. Die berühmte Yoga-Stadt am Ganges ist Ausgangsort für Pilgerreisen zu den Quellen der Mata Ganga (Mutter Ganges) und zum *Neelakantha Mandir.

Der heilige Fluss fliesst hier noch rein und in seiner ganzen Schönheit vorbei. Zwei schmale Hängebrücken (Lakshman Jhula und Rama Jhula) prägen das Stadtbild. Von der Lakshman Jhula erzählt man sich die Legende, dass an dieser Stelle tatsächlich Lakshman, der jüngere Bruder von Lord Rama mit Seilen den Ganges überquert hätte.

Die beiden Brücken sind nur für Fussgänger und Motorräder zugelassen. Auf den Brücken hat man eine wunderbare Aussicht über den Ganges, aber es herrscht emsiges Treiben. Menschen, Motorräder, Handwagen, Fahrräder und ab und zu sogar eine Kuh machen sich die enge Brücke streitig. Je näher man der Mitte kommt, desto mehr beginnt es unangenehm zu wackeln und zu schaukeln.

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Rishikesh ist die berühmte Yoga-Stadt. Es hat sehr viele Ashrams und Yogazentren, wo man verschiedene Yogaschulen besuchen kann. Oft trifft man in Orange gekleidete, bärtige Sadhus (Bettelmönche), die hartnäckig und ungeniert um Geld betteln. Prabhu wurde manchmal ganz schön ärgerlich, denn viele überschritten die Grenzen des Anstandes und reagierten frech und ungehobelt, wenn man nichts oder nur einen 5er oder 10er gab. In der Stadt wimmelt es auch von Astrologen und Handlesern. Rishikesh wirkt auf mich wie ein kleines Esoterik-Mekka. Da ich immer etwas neugierig bin, haben wir einen Handleser getestet und nach rund einer Stunde sind wir mit vielen allgemeinen Informationen, die auf jeden mehr oder weniger zutreffen könnten, weiter gezogen. Unser Fazit: Mehr Schein als Sein!

In Rishikesh trifft man unglaublich viele Rucksack-Touristen. In ihren esoterischen Yoga-Outfits konnte ich viele spirituell Suchende erkennen. Ungeniert und locker frönten einige auch in der Öffentlichkeit dem Cannabis-Konsum und ich fragte mich, ob diese jungen Menschen die harten Gesetze Indiens kennen, wenn es um Drogenbesitz und –konsum geht. Doch auch hier lässt die Korruption zu, was eigentlich verboten wäre und viele Polizisten bessern so sicher ihr Gehalt auf.

1968 reisten die Beatles nach Rishikesh. Im Ashram von Maharishi Mahesh Yogi beschäftigten sie sich mit Transzendentale Meditation. Viele berühmte Lieder (Ob-La-Di, Ob-La-Da, Dear Prudence, Mother Nature’s Song, … ) wurden scheinbar in Rishikesh geschrieben. Doch lange hielten es die Pilzköpfe nicht mit ihrem Guru aus. Ringo Star reiste bereits nach 10 Tagen ab, weil er scheinbar das scharfe Essen nicht vertrug und seine Frau schreckliche Angst vor Insekten hatte. Paul Mc Cartney verliess den Ashram nach einem Monat und John Lennon und George Harrison nach sechs Wochen. Es kam zu grossen Unstimmigkeiten mit dem Guru. Zum endgültigen Bruch kam es, als Maharishi Mahesh Yogi 25 Prozent der Einnahmen des nächsten Albums für sich beanspruchte. Einige Jahre nach dem Besuch der Beatles gab Maharishi den Ashram auf. Lange Jahre war das Gelände des Ashrams, das im Tigerreservat Rajaji liegt, für Besucher nicht zugänglich. Dies hielt jedoch einige Musikfans nicht davon ab über die Mauer zu klettern oder den Watchman zu bestechen um das Gelände trotzdem zu besichtigen. Im Inneren haben sich viele Fans mit tollen Graffitis und Liedtexten verewigt. Heute ist das Gelände als eine Art „Beatles-Pilgerstätte“ wieder offiziell geöffnet. Gegen ein Eintrittsgeld von 600 Rupees für Ausländer und 150 Rupees für indische Staatsangehörige kann man das Gelände besuchen.

Viele reiche Inder besitzen in Rishikesh Ferienhäuser und -apartments. Durch die gut zahlende, anspruchsvolle und oft westlich orientierte Kundschaft hat der Adventure-Tourismus einen grossen Schub bekommen. Überall sieht man Angebote für River Rafting, Rock Climbing, Kayaking oder auch für Trekkingtouren in den Himalaya.

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*Erklärung Neelakantha Mandir: der Neelakanth Mahadew Tempel ist Lord Shiva gewidmet. Er liegt rund 32 km von Rishikesh entfernt auf einer Höhe von 1330 m.ü.M. Man erreicht den Tempel nach einer 3-4 stündigen Wanderung durch den Dschungel. In der hinduistischer Mythologie wird erzählt, dass Lord Shiva hier das Gift Halahala getrunken hat, das beim Aufquirlen des Milchozeans entstand. Er schluckte es jedoch nicht ganz herunter und hielt es im Hals zurück. So wird Shiva auch Neelakantha (Blauhals) genannt.