Rosenblatt – Gewinne eine Buddha-Tasche

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Einige von euch haben sicher schon mitbekommen, dass ich hier in Chennai seit drei Jahren ein kleines soziales Nähprojekt führe. Mein Ziel ist es bedürftige Frauen mit einer festen Anstellung und einem fairen Lohn zu unterstützen.

Seit Beginn meines Projekts näht Sundari für mich. Mit ihrem guten Gehalt ernährt sie ihre ganze Familie. Leider habe ich im Moment zu wenig Arbeit um weitere Frauen zu unterstützen.

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Wir nähen verschiedene Glückwunschkarten, Taschen, Täschchen, Haargummis, Augenkissen, …

Bei Interesse findet man unser ganzes Sortiment auf unserer Webseite www.rosenblatt-india.com.

Mir ist es wichtig, dass unsere Produkte mit viel Sorgfalt und Achtsamkeit entstehen. Beim Drucken der Karten habe ich darauf geachtet ökologische, hochwertige Papiere zu verwenden. Alle verwendeten Papiere sind FSC (Forest Stewardship Counsil) zertifiziert.

Da wir in kleinen Auflagen produzieren, sind unsere Produkte einzigartig und besonders.

Zum Wettbewerb

Zum Start in den Herbst verlose ich diese schöne Buddha-Tasche.

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Wer Lust hat mitzumachen, muss diesen Blogartikel bei Worldpress einfach liken und einen netten Kommentar schreiben. Teilnahme berechtigt sind alle Erdenbürgerinnen und Erdenbürger 😉!

Das Gewinnspiel läuft bis zum 30. September 2018.

Die Gewinnerin oder der Gewinner wird nach dem Zufallsprinzip ermittelt und per Mail benachrichtigt.

Ich wünsche allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern viel Glück 🍀!

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Mutter Ganga – der heilige Fluss

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Oh Mutter Ganga,

Du bist der Halsschmuck auf dem Kleid der Erde.

Du bist es, durch die man den Himmel erreicht.

Oh Bhagirathi, ich bitte dich, möge mein Körper vergehen, nachdem er an Deinen Ufern gelebt und Dein reines Wasser getrunken hat;

Nachdem ihn Deine Wellen geschaukelt und er Deinen Namen gedacht hat.

aus der Ramayana

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Der Ganges ist mit über 2600 km der zweitlängste Fluss Indiens. Er entspringt im Himalaya im Bundesstaat Uttarakhand, durchfliesst die grosse Ebene Nordindiens und mündet schliesslich in Bangladesch in die Bengalische See.

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Je länger er durch Indien fliesst, desto schmutziger wird er. Abwässer und Schadstofffe werden unbedacht in Indiens Flüsse geleitet. Mutter Ganga, wie der heiligste Fluss Indiens genannt und verehrt wird, ist davon nicht ausgeschlossen. Trotz der extremen Verschmutzung ist die Bedeutung des heiligen Wassers ungebrochen. Scheinbar hat man in Untersuchungen festgestellt, dass der Ganges im Vergleich zu anderen Flüssen Indiens über eine dreimal höhere Selbstreinigungskraft verfügt. Vielleicht wird der Fluss durch die vielen Gebete tatsächlich etwas gereinigt, wer weiss …

Der Ganges ist ein Strom des Lebens und für die Agrarwirtschaft sehr wichtig.

Doch warum ist der Ganges der heiligste Fluss Indiens und warum wird er so verehrt?

Über den Ganges finden sich zahlreichen Mythen und Legenden. Die wohl bekannteste erzählt von der Herabkunft der Ganga (Gangadhara-Murti).

Die Söhne des Königs Sagara waren sehr boshaft und unehrenhaft. Rishi Kapila, ein Weiser und Erleuchteter setzte dem schliesslich ein Ende. Mit seinem Feuerblick verbrannte er die Prinzen zu Asche. Der König war untröstlich, dass er für seine Söhne nicht die nötigen Totenrituale durchführen konnte und so ihre Seelen unerlöst blieben. Rishi Kapila meinte, dass die Prinzen nur durch die Hilfe der als Milchstrasse fliessenden Ganga Erlösung finden würden.

Doch erst ganze drei Generationen später wurde jemand geboren, der dazu imstande sein sollte Ganga vom Himmel zu holen.

König Bhagiratha versank viele Jahre in Askese und Meditation bis er genug Kraft gesammelt hatte, um die Göttin Ganga zu rufen. Tatsächlich erschien ihm die Göttin und war bereit zu helfen. Sie warnte jedoch König Bhagiratha vor den alles zerstörenden Wassermassen. Nur Gott Shiva wäre in der Lage die riesigen Wassermassen sanft aufzufangen.

1000 Jahre versank Bhagiratha auf dem heiligen Berg Kailash im Gebet zu Lord Shiva bis dieser endlich seine Hilfe zusagte. Mit seinem Haaren fing er die Wassermassen auf und teilte sie in sieben Ströme. Indien besitzt seither sieben heilige Flüsse, wobei der Ganges der heiligste ist.

Der Ganges ist die personifizierte Muttergöttin Ganga, sie ist lebendige Wasserform.

Die Mutter Ganga ist die Göttin der Reinheit, der Fruchtbarkeit, der Erlösung und der Gesundheit.

Dem heiligen Wasser werden heilende, erlösende Kräfte zugesprochen. Gangeswasser dient in vielen religiösen Riten zur spirituellen Reinigung. Von Pilgerreisen an den Ganges bringen die Pilger für die Daheimgebliebenen immer Gangeswasser mit. Oft wird es auch in die Tempelteiche gegossen, damit alle daran teilhaben. Mindestens einmal im Leben sollte jeder Hindu in die heiligen Fluten tauchen. Überall wird im Ganges gebadet. Man bittet Ganga um Schutz und Befreiung. Zur Lobpreisung und zum Dank werden dem Ganges oft Lichter und Blumen übergeben.

Auch im Tod hat der Fluss eine zentrale Bedeutung. Varanasi ist wohl die bekannteste Stadt am Ganges. Hier wird der Leichnam vor dem Verbrennen ins heilige Wasser getaucht und die Asche danach Mutter Ganga übergeben und in den Fluss gestreut.

Viele alte, kranke und sterbende pilgern als letzte Reise dorthin. In Sterbenshospizen warten sie auf den Tod und die Erlösung. Man sagt, wer in Varanasi stirbt, sei befreit von Karma und Wiedergeburt.

Mein Schwiegervater erzählte mir, dass in früheren Zeiten viele die letzte Reise nach Varanasi angetreten hätten. Doch diese Pilgerreisen waren anstrengend, man war zu Fuss unterwegs und oft dauerte die Reise, wenn man Varanasi überhaupt erreichte, viele Jahre.  Hab, Gut und familiäre Beziehungen wurden loslassen, das eigene Ego aufgegeben. So kamen scheinbar viele bereits geläutert in Varanasi an. Heutzutage ist dies natürlich ganz anders und ich kann mir kaum vorstellen, dass es die Erlösung, das Nirvana einfach so durch eine Verbrennung in Varanasi gibt.

Mutter Ganga wird als attraktive junge Frau dargestellt. Ihr Reittier ist ein krokodilähnliches Wesen. Darstellungen von Ganga findet man oft zusammen mit der anderen Flussgöttin Yamuna bei Tempelportalen. Sie soll Glück verheissen, Segen spenden, von Sünden befreien und Unheil abwenden.

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Haridwar – Baden im heiligen Ganges

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Von einer Reise nach Haridwar, einer wichtigen Pilgerstadt am heiligen Ganges, träumt jeder gläubige Hindu. In dieser Stadt dreht sich alles um Religion, Tempel, Poojas und natürlich um das rituelle Bad im heiligen Fluss.

Wir besuchten Haridwar während eines Tagesausfluges von Mussoorie aus. Nach den relaxten Tagen auf der Hillstation kam mir Haridwar wie ein riesiger Ameisenhaufen aus Menschen vor. Was für ein Gewusel und Gewimmel von Menschen! Ich konnte einfach nur staunen. Dabei waren während der Mittagszeit wohl verhältnismässig wenige Menschen hier.

Wo es viele Pilger hinzieht, sind natürlich auch die Bettler und Geschäftemacher nicht weit entfernt. Natürlich fiel ich zwischen all den indischen Pilgern auf wie ein bunter Hund und dementsprechend oft wurden wir auch angebettelt. Normalerweise sind wir eigentlich grosszügig und geben einen 5er oder 10er, wenn alte Menschen betteln. Hätten wir jedoch angefangen unser weniges Kleingeld zu verteilen, hätte es kein Ende gegeben. So beschlossen wir 20 Bettlern ein Mittagessen zu bezahlen. Das Menu war bereits gekocht und die Bettler schnell zu Stelle, so dass Prabhu nochmals für 10 nachzahlte.

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Auch die Grösse und Breite des Ganges hat mich sehr beeindruckt. Ich glaube kaum, dass ich je zuvor so einen breiten Fluss gesehen habe.

Das Har-ki-Pauri Ghat war voller Menschen. Während wir nur unsere Füsse im heiligen Fluss wuschen, nahmen die meisten Pilger ein rituelles Vollbad. Doch der Ganges ist nicht einfach so ein nettes Flüsschen zum kurz Reinspringen, starke Strömungen machen dieses Unterfangen gar nicht so einfach. Daher hat es überall Metalketten, wo sich die Pilger festhalten können. Als ich genauer hinsah, entdeckte ich unter der Brücke etwas flussabwärts überall Ketten zum Festhalten, scheinbar ist der eine oder andere Pilger auch schon von der Strömung mitgerissen worden. Da die meisten Inder nicht schwimmen können, scheint es mir gar nicht so ungefährlich.

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Doch nicht nur die Muttergöttin Ganga, wie der Ganges in Indien genannt wird, macht Haridwar für Pilger so bedeutsam. Man glaubt auch, dass in Haridwar ein Tropfen Amrit, Nektar der Unsterblichkeit auf die Erde fiel.

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Der Legende nach rührten die Devas (Götter) und die Asuras (Dämonen) mit Hilfe der Schlange Vasuki den Milchozean auf, um den Nektar der Unsterblichkeit zu gewinnen. Dhanvantari, eine Inkarnation von Lord Vishnu, trug den Nektar in einem runden Krug aus dem Milchozean. Doch die Götter und die Dämonen gerieten darauf in einen heftigen Streit und so fielen vier Tropfen des Amrits auf die Erde. Allahabad, Haridwar, Ujjain und Nashik sind aus diesem Grund ganz besondere Pilgerstädte. Zu ganz bestimmten astrologischen Zeiten und Konstellationen, die schon vor langer Zeit berechnet wurden, sollen sich die Tropfen des Amrits manifestieren. Die Pilger glauben, dass an diesen Tagen die Auflösung der Sünden und des Karmas möglich ist.

Diese wichtigen Festtage finden an der Kumbh Mela, dem Krug-Fest statt. Die Kumbh Mela gilt als das grösste religiöse Fest im Hinduismus und auf der ganzen Welt. Die vier Städte wechseln sich bei der Ausrichtung des Festes ab. Es gibt 5 verschiedene Arten der Kumbh Mela und sie finden in einem 3-, 6-, und 12-Jahresrhythmus statt.

Viele Sadhus, die sonst in Abgeschiedenheit leben, reisen nur für diese Festlichkeiten von weit her an. Neben den rituellen Waschungen sind die oranggekleideten Bettelmönche oder die halb- oder ganz nackten Babas die Hauptattraktion der Kumbh Mela. Doch bei über 3 Millionen Besuchern möchte ich da ehrlich gesagt lieber nicht dabei sein.

Hat man Zeit in Haridwar etwas länger zu bleiben, sollte man unbedingt am Ganga Aarti teilnehmen. Nach Sonnenuntergang kommen viele Priester von allen Tempeln in Haridwar zusammen und lobpreisen die Götter mit Feuer und Blumen. Tausende von Öllichtern erhellen die Nacht und die Priester schwenken und kreisen mit ihren Öllampen. Auch die religiösen Gesänge, die Bhajans erklingen und viele legen als Dank und Ehrerbietung Blumen in den heiligen Fluss.

Mehr Informationen über den heiligen Ganges findest du hier:

https://meinlebeninindiendotblog.wordpress.com/2018/08/30/mutter-ganga-der-heilige-fluss/

Mussoorie – Hillstation in Uttarakhand

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Egal ob im Süden oder Norden Indiens, wenn es in die Höhe geht, fühle ich mich einfach wohl. Wahrscheinlich hat mich das schweizerische Klima doch mehr geprägt als ich vermutet hätte.

Die Hillstations in Indien erinnern mich immer an meine alte Heimat. Plötzlich kenne ich wieder viele Pflanzen und natürlich schwelge ich auf Wolke 7 bei den vielen Shades of Green :-)!

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Lebt man in Chennai, weiss man durchaus auch Regenwetter zu schätzen. Die oft regnerischen und bewölkten Tage, die wir in Mussoorie erlebten, verhinderten zwar die Sicht auf die hohen, schneebedeckten Berge des Himalayas, aber wir haben unsere Zeit trotzdem sehr genossen.

Mussoorie gehört zum Bundesstaat Uttarakhand und ist 34 km von Dehradun entfernt. Die kleine touristische Stadt liegt rund 1920 Meter über Meer und es kann schon mal recht kühl werden. Die Strassenhunde sind einiges grösser und haben ein viel dichteres Fell als bei uns in Chennai. Wunderschöne Hunde! Diesen süssen Spatz hätte ich am liebsten mit nach Hause genommen.

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Der berühmte Schriftsteller Ruskin Bond lebt in Musoorie. Sein Buch „Roads to Musoorie“ ist eigentlich ein Muss, wenn man in der Stadt weilt und ich fand es durchaus lesenswert. Mit viel Liebe, Humor und Tiefgang erzählt Bond von seinen langen Jahren in Musoorie.

Anita Nair, eine indische Autorin,  beschreibt es auf dem hinteren Buchdeckel folgendermassen:

„With a chuckle built into every line, Ruskin Bond’s Roads to Mussoorie is both droll and wicked, thoughtful and tender: A little gem of a looking-over-the -shoulder account of  a lifetime…“

In der kleinen, netten Buchhandlung gibt es natürlich alle Bücher von ihm zu kaufen und ab und an ist der berühmte Autor selbst dort anzutreffen und signiert seine Bücher. Obwohl wir immer wieder in die Buchhandlung gingen, um Lese-Nachschub für Suriyan zu besorgen (er war damals ein eifriger Leser der Geronimo Stilton Bücher), haben wir Ruskin Bond leider nicht angetroffen.

Wir waren in der Stadt nur zu Fuss unterwegs. Es geht schon etwas rauf und runter, aber das Tolle ist, das die Flaniermeile autofrei ist. Ohne Gehupe und Strassenlärm kann man durch die Strassen schlendern und in gemütlichen Cafés verweilen. Unser Lieblingscafé wurde das Chick Chocolate. Dort verbrachten wir während es draussen regnete viele angenehme Stunden mit leckerem Essen und unseren Büchern.

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Da mein Liebster aus Chennai kommt, ist für ihn die südindische Küche nicht zu übertreffen. Wer gerne Idly, Dosai, Puri, Vadai, Sambar und Rasam mag, der ist im Restaurant Udupi bestens aufgehoben.

Viele Fahrradrikschas bieten in Mussoorie ihre Dienste an. Als wir die armen Männer mit Gepäck und ganzen indischen Familien die Steigung raufstrampeln sahen, da beschlossen wir sofort einstimmig, auf diese Dienstleistung zu verzichten.

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Mit einer Seilbahn kann man auf den Gun Hill fahren, scheinbar hätte man von dort aus eine ganz tolle Aussicht auf die schneebedeckten Gipfel des Himalayas. Da es jedoch bewölkt war und ich die Technik und Wartung der Seilbahn in Frage stellte, liessen wir es bleiben. Der Wunsch nach schweizerischer Perfektion lässt wieder mal grüssen!

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Fährt man mit einem Auto etwas raus aus der Stadt und erkundet die Umgebung, dann hat man schnell Natur pur. Kiefern, Tannen und Zedern säumen die Strassen und man hat fast das Gefühl als wäre man in der Schweiz.

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Von Schwester zu Bruder – Rakhi-Purmina

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Heute ist Rakhi-Purnima oder auch Raksha Bandhan, ein hinduistischer Feiertag, der vor allem im Norden Indiens bekannt ist. Das Fest richtet sich nach dem Mond und findet immer im Monat Shravana, dem fünften Monat des hinduistischen Jahres, bei Vollmond statt. Es ist das Fest der geschwisterlichen Verbindung. Als Zeichen ihrer Liebe bindet die Schwester ein Rakhi-Band, das zuvor vor dem Hausaltar gesegnet wurde, ums Handgelenk des Bruders. Er dagegen überreicht daraufhin ein kleines Geschenk oder Geld und verspricht seinen Beistand und Hilfe.

Auch Cousins und Freunde können auf diese Weise beehrt werden. Durch das Ritual werden sie zu Rakhi-Bruder und Schwester und sind zu gegenseitiger Hilfe und Unterstützung verpflichtet. Das Rakhi-Band ist ein Symbol der Reinheit und schliesst eine Liebesbeziehung aus. Manche Frauen und junge Mädchen setzen das Band auch als Zeichen ein, wenn sie eine Freundschaft bewahren und erhalten, aber keine Liebesbeziehung eingehen möchten.

In Tamil Nadu merkt man kaum etwas von diesem Fest. Wenn unser Sohn Suriyan nicht jedes Jahr von seiner „Schwester“ oder „Sis“, wie er zu sagen pflegt mit einem Rakhi-Band beehrt würde, dann würde dieser Feiertag sang und klanglos an mir vorbei ziehen. Die beiden gehen in die gleiche Klasse und es verbindet sie tatsächlich mehr als Freundschaft. Sie sind eben Sis und Bro ;-)!

Als Suriyan das Rakhi-Band zum ersten Mal erhielt, sprach Prabhu lange mit ihm darüber, was dies bedeutet und dass er mit der Annahme des Rakhi-Bandes auch Pflichten eingeht. Es ist nicht einfach ein Freundschaftsband, sondern eben ein Band, das zu gegenseitiger Liebe, Schutz und Unterstützung verpflichtet.

Flinke Teenies machen Party – Hörnchen News

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Als ob ein Teenager im Haus nicht genug wäre! Jetzt beginnen auch meine süssen Palmhörnchen zu pubertieren. Während sie früher, d.h. vor etwa 2 Wochen, noch schön brav bei mir auf der Hand gesessen sind und mich putzig angeschaut haben, geht es jetzt ab. Seit Tagen versuche ich einige süsse Fotos von den beiden zu knipsen und was habe ich auf der Kamera? Der hintere Teil eines buschigen Schwanzes oder ein verwackeltes Ohr. Diese Teenies haben es echt drauf und sie lachen sich wahrscheinlich kaputt über ihre plumpe Ziehmutter, die scheinbar im Zeitlupentempo versucht sie wieder einzufangen.

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Die Hörnchen haben im Moment einen enormen Bewegungsdrang und wollen jetzt immer aus dem Käfig. So verfrachte ich unsere Hunde ab und zu nach draussen und lasse sie in der Wohnstube gewähren. Erst erkundschafteten sie neugierig, aber doch noch behutsam den Esstisch und kletterten mit Vorliebe an mir herum. Doch inzwischen geht jeweils die Party ab. In Zeitraffer springen, klettern und rennen die beiden Hörnchen auf mir und dem Tisch herum und Rosa hat sich schon aufgemacht neue Gefilde zu erforschen. Die Milchspritze ist inzwischen Selfservice, d.h. die beiden kommen und trinken wie es ihnen grade passt. Ganz nach dem Motto: „Nur den Ausgang in die Disco nicht verpassen!“ Sehr amüsant scheinen sie auch das Fangspiel mit ihrer Ziehmutter zu finden. Rund herum um den Käfig rennen, schnell auf den Käfig springen, dann ein Sprung auf meine Schulter- immer so, dass ich sie bestimmt nicht erwische!

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Wie machen dies wohl die Palmhörnchen-Mütter? Irgendwie bin ich von diesem Tempo und diesem Hörnchen-Drive überfordert. Ich habe mich jetzt entschlossen im Badezimmer einfach ein Gittertürchen offen zu lassen, so haben sie mehr Platz und können auch dort herumwirbeln.

Wie schnell diese zwei kleinen Tierchen eine Sauerei hinterlassen können, erstaunt mich immer wieder. Doch Hotel-Mama bringt ja alles wieder fein in Ordnung! Sie putzt täglich und bringt ständig neues Essen. Blaue Trauben sind im Moment der absolute Renner! So kauft Mama natürlich die besten Trauben, wäscht sie liebevoll mit Trinkwasser, halbiert und entkernt sie. So schön kann das Leben sein!

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Langsam wird es wohl Zeit, die beiden frei zu lassen und sich zu verabschieden. Im hinteren Teil meiner Dachterrasse plane ich einen Unterstand für den Käfig zu bauen. So kann ich meine Babies, die nun eben keine Babies mehr sind, weiterhin füttern und die beiden haben einen trockenen Schlafplatz.

Ich werde sie vermissen!

Kolams – vergängliche Kunst im Alltag -mit Anleitung zum Selbstversuch!

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Der Alltag einer indischen Hausfrau beginnt in der Regel früh am Morgen. Bereits in der Früh sieht man Hausfrauen und Maids mit Palmreisig-Besen und Wasser den Hauseingang reinigen. Danach wird mit weissem Kalkpulver ein neues Kolam oder ein einfaches Rangoli vor den Eingang gestreut.

Die Muster sollen Besucher willkommen heissen und schlechte Energien fernhalten.

Früher streute man Reismehl um die Ameisen und Vögel zu füttern. Man glaubte an ein harmonisches Zusammenleben, an ein Geben und Nehmen mit allen Kreaturen.

Kolams zu streuen ist eine Kunstfertigkeit, die ich sehr bewundere. In Tamil Nadu sind es Muster, die nach einem systematisch angelegten Punktmuster entstehen. In der Regel wird jeder Punkt umflochten, d.h. umstreut. So entstehen wunderschöne Kunstwerke. Wer sich einmal selbst in dieser Kunst versucht hat, weiss wie schwierig es ist. Bereits für die Versuche auf dem Papier braucht man plötzlich Hirnwindungen, die man zuvor selten gebraucht hat.

Bei uns in der Stadt sind die Kolams des Alltags eher bescheiden und oft flüchtig, lieblos hingestreut. In vielen Haushalten übernimmt die Maid diese Aufgabe, denn viele Frauen sind heutzutage berufstätig und haben keine Zeit. Es hat jedoch einige wenige Häuser, wo ich auf meinem Morgenspaziergang immer kurz verweile und die Muster bewundere. Speziell eine alte Frau bei uns in der Nähe gibt sich täglich so viel Mühe. Wenn ich sie sehe, mache ich ihr oft ein Kompliment und sage: „*Rombe nallarke!“ Da freut sie sich immer sehr.

Viel einfacher finde in der Regel die Rangolis, auch die werden nach Punktmustern gestreut, aber man hat viel mehr gerade Linien, wo man absetzen kann und die Muster sind unseren oder wenigstens meinen Hirnwindungen viel vertrauter.

Wenn ich denke, dass ich ein neues Kolam wirklich verinnerlicht und auswendig gelernt habe, dann beginnt bei mir die Phase der Ernüchterung, wenn ich das Kolam streuen will.

Der Boden ist plötzlich uneben, die Verhältnisse viel grösser und die Orientierung viel schwieriger. Schon die Punkte in genauen und geraden Abständen hinzustreuen ist eine Herausforderung. Ist das Punktnetz nicht genau, dann ist bereits alles zum Scheitern verurteilt.

Auch hier gilt Übung macht den Meister!

Manche Frauen sind darin unglaublich geschickt und sie streuen sogar Doppellinien flüssig und ohne Unterbrüche. Prabhus Schwester kennt  viele Kolams und Rangolis auswendig. An Fest- und Feiertagen beteiligen sich meist alle Frauen des Hauses an riesigen und zeitaufwändigen Mustern bei denen dann oft auch andere Farben eingesetzt werden.

*Rombe nallarke – auf Tamil: sehr schön

Doch versuch es doch einfach selbst! Viel Spass beim Ausprobieren!

Hier eine kleine Anleitung:

  1. Lege ein 9er Punktgitter an6409ACAA-F2FA-4328-A9BD-78737A3EEFC3

Beginne das Muster vom Zentrum aus.

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Die übrigen fünf Punkte an jeder Ecke umkreist du folgendermassen:

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Beim freien Punkt, der am nächsten zum Zentrum liegt, musst du aufpassen! Hier werden zwei Punkte auf einmal umkreist.

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