Navaratri – neun Nächte für die Göttinnen

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Navaratri sind wichtige Feiertage im hinduistischen Jahreslauf. Das Fest dauert neun Nächte und wird nach dem Hindukalender im Monat Ashwin gefeiert. Das Fest richtet sich nach dem Mond und findet in der hellen Mondphase statt.

In Indien wird Navaratri sehr unterschiedlich gefeiert. Doch ein gemeinsames Thema zeigt sich überall: Der Sieg des Guten über das Böse.

In Tamil Nadu stehen die drei Göttinnen Durga, Lakshmi und Saraswati im Zentrum.

Es gibt viele Inkarnationen der Göttin Durga. Mit mindestens 108 Namen wird sie aufgerufen. Die wichtigste Funktion der Göttin ist es, das Böse zu zerstören und das Gute zu wahren. Sie gilt als Mutter des Universums. Sie ist die Kraft hinter der Erschaffung, Erhaltung und Zerstörung des Universums. Sie wird mit acht oder sogar zehn Armen dargestellt, trägt Waffen und reitet auf einem Löwen oder Tiger. In Tamil Nadu wird sie Amman genannt.

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Lakshmi ist die Göttin des Wohlstandes, des Glücks und der Schönheit. Sie ist die Frau Vishnus und eine gütige und gnädige Göttin.

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Saraswati ist die Göttin der Künste, des Wissens und der Weisheit. Sie ist die Frau von Brahma und wird mit vier Armen dargestellt. Sie hält die heiligen Schriften, eine Lotusblüte und mit zwei Händen spielt sie das indische Saiteninstrument Veena. Sie schliesst das zehntägige Navaratri-Fest am letzten Tag ab. An Vijayadashami legen die Schüler und Studenten ihre Bücher vor ihr nieder und bitten sie um ihren Segen.

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Während des Navaratri-Festivals bekomme ich immer wieder Einladungen. Viele Familien, vor allem Brahmanen, stellen während Navaratri in ihren Häusern Golus auf. Dabei handelt es sich um eine schöne Tradition in Tamil Nadu. Auf Treppenstufen werden farbige Figuren aufgestellt. Die Stufen symbolisieren quasi die Entwicklungsstufen. Auf den untersten Stufen stehen Steine, Pflanzen, Tiere und danach wird oft das ländliche Alltagsleben der Menschen dargestellt. Wieder eine Stufe höher stehen dann die Gurus, die Lehrer und die obersten Stufen sind für die Götter und Göttinnen.

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Ein Golu bleibt während der ganzen Navaratri-Zeit stehen. Man lädt Familie, Freunde und Bekannte ein. Meistens wird den Gästen Sundal (Hülsenfrüchte) und eine Süssigkeit angeboten. Verabschiedet wird man dann mit Sandelholzpaste, Kumkumpulver und Vibhuti, die man sich auf der Stirn aufträgt und immer gibt es auch noch ein kleines Geschenk.

An Suriyan’s Schule findet während Navaratri auch immer die Garba-Night statt. Dies ist ein Brauch aus dem Norden. Man tanzt gemeinsam, viele bringen Dandiya-Stöcke mit, die zum traditionellen nordindischen Garba-Tanz gehören.

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Munnar – Tee soweit das Auge reicht

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Umringt von den höchsten Bergen Südindiens auf etwas mehr als 1500m ü. M. liegt das Städtchen Munnar. Die Hillstation, die zum Bundesstaat Kerala gehört, ist für viele Inder und inzwischen auch für Touristen aus aller Welt ein beliebtes Ausflugs- und Urlaubsziel. Die wunderschöne Aussicht und die scheinbar unendlichen Teeplantagen erfrischen die Augen mit ihrem leuchtenden Grün.

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Die indische Firma TATA, die inzwischen an der Spitze des indischen Teemarktes steht, betreibt hier grosse Teeplantagen und eine Teefabrik. Immer wieder entdeckt man an den Hängen Teepflückerinnen, die frischgewachsene, junge Teeblätter pflücken und die gesammelten Blätter in riesigen Bündeln auf dem Kopf tragen. Nach vielen gewerkschaftlich-organisierten Streiks und Verhandlungen für bessere Arbeitsbedingungen verdienen die Plückerinnen nun ungefähr 500 Rupien pro Tag. Die Arbeit ist hart, anstrengend und nicht ganz ungefährlich in dem oft auch sehr steilen Gelände.

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Auch die Kühe pflücken Tee 😉

Wenn man in Munnar weilt, sollte man sich unbedingt eine der vielen Teefabriken anschauen.

Wir hatten es damals gewagt mit dem Jeep zum Kottagudi Tea Estate (über 2000m) zu fahren. Auf der abenteuerlichen, holprigen und stark abfallenden Naturstrasse bin ich vor Angst zwar fast gestorben, aber der Ausblick hat sich alleweil gelohnt.

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Wer gerne sehen möchte, wie unsere gängigen Gewürze in Natur aussehen, der sollte einen der vielen Gewürzgärten besuchen. Nach der Führung wird man geschäftstüchtig noch in den eigenen Laden gebracht, wo man sich mit Gewürzmischungen und Honig eindecken könnte, die natürlich als hausgemacht und biologisch angepriesen werden. Hier empfiehlt sich eher Zurückhaltung, da oft hohe Preise verlangt werden.

Kardamon
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Zimt
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Kaffee
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Vanille

 

Ausser Natur und Ruhe hat Munnar eigentlich keine Sehenswürdigkeiten zu bieten. Es lohnt sich jedoch die Umgebung zu erkunden. Auch geführte Trekkingtouren sind möglich.

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Rund 13 km von Munnar liegt der Mettupetty Stausee. Wenn man Glück hat, kommen hier frühmorgens oder am späten Nachmittag manchmal Elefanten vorbei um Wasser zu trinken. Leider ist Mettupetty inzwischen sehr kommerzialisiert. Zu horrenden Preisen werden Speedboat-Fahrten, Elefanten- und Pferdereiten, … angeboten. Auf das Elefantenreiten sollte man als Respekt zu diesen sensiblen Tieren unbedingt verzichten.

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Mehr über die grauen Riesen Indiens: https://meinlebeninindiendotblog.wordpress.com/2018/06/07/die-grauen-riesen/

Der Eravikulam National Park (15 km von Munnar entfernt) ist das Zuhause von der berühmten Niligri Thar Ziege. Leider wollte sich uns keine zeigen.

Wer sich vom indischen Alltagsstress erholen möchte und sich gerne in der Natur aufhält, für den ist Munnar und Umgebung genau das richtige Reiseziel. Ich fand es wunderschön!

 

 

 

 

Kanyakumari – die südlichste Stadt Indiens

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Dröhnend erschallten harsche, unfreundliche Parkanweisungen über Lautsprecher als wir die Kleinstadt Kanyakumari erreichten. Eine Heerschar von geparkten Bussen und Autos liessen mich schon Böses ahnen. Jährlich zieht es Millionen von Pilgern und Touristen nach Kanyakumari. Hässliche Neubauten reihten sich ohne Charme aneinander und der bedeckte Himmel, der bereits am Nachmittag für düstere Stimmung sorgte, machte es auch nicht wirklich besser.

Das soll dieser besondere Ort sein, wo man Sonnenaufgang und –untergang vom gleichen Platz beobachten kann?

Hier sollen sich die Bengalische See, der Indische Ozean und das Arabische Meer vereinen?

Meine Vorstellungen und Erwartungen waren eindeutig zu romantisch!

Die Lautsprecher dröhnten nervend weiter und wir suchten unser Hotel, das im Stadtzentrum lag, natürlich in einem dieser hässlichen Gebäudekomplexe. Wenigstens hatte Prabhu die Zimmer im obersten Stock gebucht und auf der riesigen Dachterrasse bot sich eine wunderschöne Aussicht auf das Meer. Auf den zwei Felsen, die nicht weit von der Küste liegen, sahen wir das Vivekananda Memorial. Hier soll der berühmte indische Philosoph Vivekananda 1893 drei Tage lang meditiert haben. Auf dem anderen Felsen steht die über 40m hohe Statue des tamilischen Dichters Tiruvallur. Beide Inseln kann man mit dem Boot besuchen. Auch entdeckten wir das Gandhi Mandapam, eine Gedenkstätte für den grossen Mahatma Gandhi, dessen Asche nach seinem Tod 1948 an dieser Stelle dem Meer übergeben wurde.

Insgeheim stellte ich mir den Sonnenuntergang und –aufgang schon in allen orange-roten Farbstufen vor. Das würde sicherlich tolle Fotos geben. Zuversichtlich hoffte ich, dass der Himmel gegen Abend aufklären würde.

Etwas später machten wir uns auf den Weg zum berühmten Kumari Amman Tempel. Kumari Amman ist die jungfräuliche Göttin, die viele zum Weinen bringt, wenn man zu ihr betet. Man glaubt, dass sie die Starrheit in unserem Geist auflösen kann. Dargestellt wird sie mit einer Gebetskette, einer Japamala und ihr Reittier ist ein Löwe oder ein Tiger.

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Eigentlich sollte die junge Prinzessin mit Lord Shiva vermählt werden. Der Hochzeitstag und die Uhrzeit, die man genau einhalten musste, waren schon ausgemacht und Shiva bereits auf dem Weg zu seiner Braut. Doch die Devas baten den Götterboten Narada inständig die Hochzeit zu verhindern, da nur eine Jungfrau den mächtigen Dämon Banasura vernichten könnte. So täuschte Narada in der Form eines Hahnes eine falsche Uhrzeit vor. Shiva, der dachte, dass er nicht pünktlich zur Hochzeit eintreffen würde, kehrte traurig um und die Hochzeit fand nicht statt. Kumari wurde sehr wütend, beschloss aber jungfräulich zu bleiben und weiterhin Lord Shiva die Treue zu halten. Ihr Zorn verlieh ihr ungeahnte Kräfte und später gelang es ihr den mächtigen Dämon Banasura zu töten.

Auf dem Weg zum Tempel säumten sich viele Marktstände. Aufdringliche Händler und Verkäufer boten lautstark ihre Waren feil. Die Menschenmassen nahmen immer mehr zu und der Tempel erschien eng und klein. Während unsere Gäste sich mit unserem Fahrer in den Tempel wagten, warteten wir geduldig bei den Ghats. Keiner von uns hatte Lust sich in diese Menschenmenge zu stürzen. Auch der Abend brachte uns kein Glück. Vom Sonnenuntergang war nichts zusehen und auch der Sonnenaufgang am nächsten Morgen wurde hinter einer dichten Wolkendecke versteckt.

Obwohl man Kanyakumari eine gewisse spirituelle Atmosphäre nicht absprechen kann, wurde ich nicht warm mit diesem Ort. Vielleicht müsste ich Kanyakumari nochmals bei schönem Wetter und in der Nebensaison eine Chance geben. Mit solchen Bildern könnte Kanyakumari dann auftrumpfen.

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Badezimmer besetzt – Neues von meinen Palmhörnchen

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Den Hörnchen geht es ausgezeichnet. Sie legen eifrig an Gewicht zu, sind flink und munter. Da der Schreiner immer noch keine Zeit hatte mir eine Voliere auf der Dachterrasse zu bauen, leben die beiden nun in meinem Badezimmer. Ich versuche den beiden immer wieder neue Kletter- und Beschäftigungsangebote anzubieten. Tücher, ein grosser Kletterast, Haushaltpapierrollen und neuerdings auch Baumwollfäden sorgen für Abwechslung.

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Ich hätte nie gedacht, dass man mit Hörnchen so eine enge Beziehung aufbauen kann. Die beiden sind sehr anhänglich und wenn ich das Bad betrete, kommen sie sofort, lassen sich kraulen und springen und klettern auf mir herum. Vor allem Speedy ist ein richtiges Mamahörnchen! Ich habe so Freude an den beiden. Prabhu und Suriyan gegenüber sind sie sehr zurückhaltend und gar nicht zutraulich. Suriyan ist zwar jeweils etwas enttäuscht darüber, dass die Hörnchen nur mich als Kletterburg erobern, aber mit dem Gedanken an die Auswilderung finde ich dies eigentlich sehr beruhigend. Oft bringe ich ihnen einen kleinen Leckerbissen mit. Gerne fressen sie allerhand Früchte und Gemüse, wobei Litschis und Trauben wohl am beliebtesten sind. Mit Kernen und Nüssen haben sie den Dreh irgendwie noch nicht raus, obwohl ich es ihnen ständig anbiete. Der Kletterast, den ich unter erstaunten Blicken fast durchs ganze Quartier getragen hatte, habe ich mit Schnur an den Wasserhahn festgebunden. Doch es ging nicht lange da hatten die Süssen die Schnur zerfetzt und damit angefangen in einem Tuch ein Nest zu bauen. So haben die beiden jetzt Baumwollfäden als Nistmaterial bekommen und innert kürzester Zeit ist ein gemütliches Nest entstanden, wo die beiden nun schlafen.

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Doch wie zwei kleine Wesen es fertig bringen täglich so eine Sauerei zu hinterlassen, ist mir immer noch rätselhaft. Ich bin dann doch froh, wenn das Bad wieder frei ist und man wiedermal richtig gründlich durchputzen kann.

Ich hoffe, dass wir nächste Woche endlich die Voliere bauen können – ein erster Schritt Richtung Freiheit.

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Herbstdepressionen einer Auslandschweizerin

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Jetzt geht es wieder los! Auf Instagram und Facebook beginnt die Herbstsaison. Rote Hagebutten, selbstgemachte Zwetschgenkonfitüre, Steinpilze und orange-gelbe Kürbisse wurden bereits gepostet. Ich weiss genau, wie es in den nächsten Wochen weitergeht.

Bald folgen Bilder von den schönsten Herbstblättern, die sich rein zufällig makellos und fröhlich bunt vor die Kameras gelegt haben, Fotos von Pilzen, die schön arrangiert im grünen Moos stehen, Posts von Kastanien, die aus ihren stacheligen Schalen hervorgucken, … und natürlich immer wieder wunderschöne Aufnahmen von Herbstlandschaften.

Ich kenne alle diese herrlichen Herbstimpressionen. Ich habe sie früher selbst fotografiert.

Für mich, ständig im subtropischen Sommer zu Hause, beginnt mit dem Herbstanfang eine schwierige Zeit. Oft frage ich mich dann, warum ich um Himmels willen meinem Liebsten nach Indien gefolgt bin. Gefühle von Heimweh und Nostalgie machen sich breit und breiter und diese so wunderbar perfekten Herbstbilder machen es nicht wirklich besser, lassen mich aber doch in Erinnerungen schwelgen.

Eine kleine Herbstdepression, nicht weil es mir an Sonnenlicht fehlen würde, sondern weil ich diese Jahreszeit so sehr vermisse!

Ich bin und war eigentlich nie ein Sommerkind. Meine liebste Jahreszeit war immer der Herbst. Ich freute mich immer sehr an der riesigen Fülle und am Überfluss von Farben, Früchten, Blättern und Pilzen.

Ich liebte Waldspaziergänge im Herbstwald, wenn die Blätter unter meinem Füssen raschelten.

Ich liebte es herunterfallende Herbstblätter aufzufangen und mir etwas zu wünschen.

Ich liebte es mit einem Körbchen im Wald Pilze zu suchen.

Ich liebte es mit Suriyan und meinen ehemaligen Schülerinnen und Schüler Herbstgirlanden und Kastanienmännchen zu basteln.

Ich liebte es Zwetschgenkuchen mit Sahne zu essen.

Ich liebte den Duft von frisch gerösteten Maroni.

Ach, ich liebte den Herbst so sehr!

Hier in Chennai gibt es keinen Herbst. Der ewige heisse Sommer regiert in meiner neuen Heimat. Einen Sommer, den ich eigentlich nicht mag und noch nie mochte. Schwül und heiss sind die Tage und ich bin froh, dass wir eine Klimaanlage haben. Über mir dreht der Ventilator seine unendlichen Runden und beschert mir die Illusion einer frischen Brise. Die 31 Grad am frühen Morgen werden so erträglicher.

Geniesst die kommende Herbstzeit mit ihrer Fülle und Pracht in vollen Zügen! Postet eure schönen Bilder und lasst mich teilhaben. Falls ihr eine schöne Kastanie, eine Eichel oder auch nur ein Buchnüsschen findet, so werft es doch mal so weit es geht gegen Osten und denkt an mich. DANKE!

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Dieser Artikel ist Teil einer Blogger Parade zum Thema Herbstmomente. Vielleicht habt ihr Lust bei anderen Mitschreiberinnen und -schreiber reinzulesen. Unter folgendem Link findet ihr die anderen Texte.

http://bloggerparade.de/bloggerparade-herbstmomente/

BloggerParade.de - Wir haben Blog-Paraden zu jedem Thema

Happy Vinayaka Chaturthi

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Heute feiern wir Vinayaka Chaturthi, Lord Ganeshas Geburtstag. Es ist ein wichtiger Feiertag im Hinduismus und die Schulen haben geschlossen. Ganesha, der elefantenköpfige Gott, ist mein Lieblingsgott in der hinduistischen Götterwelt. Für mich strahlt er Ruhe, Gemütlichkeit, Weisheit und unendliche Geduld aus. Scheinbar wird er niemals zornig und für alles, was neu beginnt und für die Bewältigung von Hindernissen ist er der ideale Begleiter. Besucht man einen Tempel, dann ist Ganesha meistens auf der linken Seite zu finden und die ersten Gebete gehören immer ihm.

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Über seine Geburt ranken sich viele Legenden. Eine erzählt davon, dass Parvati, Shivas Frau, Ganesha aus Lehm erschaffen hat. In der Abwesenheit von Shiva formte sie einen schönen Jungen und erweckte ihn mit Gangeswasser zum Leben. Sie nannte das reine Wesen Ganesha und beauftragte ihn ihr Badehaus zu bewachen. Als Lord Shiva nach Hause kam und Einlass verlangte, verwehrte ihm Ganesha diesen. Shiva wurde so zornig, dass er Ganesha den Kopf abschlug. Parvati war untröstlich über den Verlust und so befahl Shiva seinen Dienern den Kopf des ersten Lebewesens zu bringen auf welches sie treffen würden. Kurz darauf brachten diese den Kopf eines Elefanten. Shiva setzte den Kopf auf den enthaupteten Rumpf und brachte Ganesha ins Leben zurück.

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In der Küche wird heute einiges los sein. Modak, in Tamil Kozhukattai, Ganeshas Lieblingssüss-Speise wird zubereitet, eine Art Dumplin mit einer Nussfüllung. Schon gestern haben wir die Nussfüllung zubereitet.

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An den Strassenrändern werden schon seit Tagen Ganesha-Figuren aus ungebranntem Ton verkauft. Diese werden nach einer Pooja-Zeremonie einige Tage später dem Wasser, oft dem Meer, übergeben. Leider sind die Ganesha-Figuren oft auch bemalt oder es werden billigere Gipsfiguren verwendet. Die Leute werfen die Figuren dann mitsamt Dekorationen ins Meer- die immense Verschmutzung, die daraus resultiert kann man sich vorstellen.

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Der Tempel in unserer Nähe wird am Abend Lord Ganesha ausführen. Auf einem wunderschön mit Blumen geschmückten Götterwagen dreht er eine Runde durch unser Quartier. Hören die Leute die Trommler, die voran gehen, strömen sie aus ihren Häusern, bringen Opfergaben und beten zu Lord Ganesha.

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Urundai Kuzhambu – Dhal-Bällchen in Chili-Tamarind-Sauce

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Heute freue ich mich auf das Mittagessen. Wir kochen Urundai Kuzhambu, Dhal-Bällchen in einer scharfen Chili-Tamarind-Sauce und Weisskohl-Gemüse. Ich liebe diese Dhalbällchen! Als Vegetarier ist es wichtig die Proteine mit verschiedenen Dhal-Sorten abzudecken.

Gerne lasse ich euch am Rezept teilhaben. Wir essen sehr scharf, daher würde ich euch dringend raten die Chilis und das Chilipulver zu reduzieren.

200g       Bengal-Dhal

50g         Toor-Dhal

5g            Reis

Alles zusammen in heissem Wasser für rund 2 Stunden einweichen.

Nun die Chili-Tamarind-Sauce vorbereiten.

Tamarindwasser (Tamarind in Wasser einweichen und mit der Hand auspressen)

2-3 EL Chilipulver

1 TL Kurkuma (Gelbwurz)

rund 1 TL Salz

Einige Curryblätter dazugeben, anrühren und mit Wasser aufkochen. Es sollte genügend Flüssigkeit vorhanden sein, dass die Bällchen darin kochen können.

Folgende Zutaten kleinschneiden:

3 grosse Zwiebeln

1 mittelgrosses Stück Ingwer

5-6 grüne Chilis

7-9 Curryblätter

Nun die eingeweichten Zutaten (Bengal-Dhal, Toor-Dhal und Reis) und 1 – 1.5 TL Salz im Mixer zu einer Paste mixen. Die kleingeschnittenen Zutaten (Zwiebeln, Ingwer, Chilis, Curryblätter) zugeben und mit einer Kelle gut mischen. Von der Paste nun mit der Hand kleine Bällchen rollen und in die kochende Chili-Tamarind-Sauce geben.

Die Bällchen rund 20-30 Minuten köcheln lassen.

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Zum Schluss

½ EL Öl erhitzen

1 TL Senfsamen zugeben

1TL Kumin (Kreuzkümmel) zugeben

1 TL Urad-Dhal zugeben

Fritieren bis die Senfsamen aufspringen und alles der Sauce beigeben. Nach Möglichkeit mit frischem Koriander abschmecken und mit weissem Reis servieren.

Übrigens kann man diese Dhal-Paste mit Zwiebeln, Chili, Ingwer und Curryblättern auch als Vadai-Teig brauchen.

Man formt flache Küchlein und fritiert sie in heissem Öl. Sehr lecker mit Kokosnuss-Chutney!

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